Maliks Chronologie der Krise: Prognosen seit 1992

Malik hat die historisch einmalige Fehlsteuerung von wirtschaftlichen und humanen Ressourcen durch den amerikanischen Management-Ansatz thematisiert, lange bevor das Thema akut war. Bereits zu Beginn der 90er Jahre hat er – entgegen den Mainstream-Meinungen – über die sich aufbauenden Krisengefahren publiziert, die durch die reine Ausrichtung auf Finanzkennzahlen und Shareholder Value entstehen.

 

Im Folgenden finden Sie Maliks Krisenprognosen in chronologischer Reihenfolge sowie Krisenereignisse, die – wie prognostiziert – eingetreten sind.

 

Maliks Chronologie der Krise – Prognosen seit 1998

Malik hat die historisch einmalige Fehlsteuerung von wirtschaftlichen und humanen Ressourcen durch den amerikanischen Management-Ansatz thematisiert, lange bevor das Thema akut war. Bereits zu Beginn der 90er Jahre hat er – entgegen den Mainstream-Meinungen – über die sich aufbauenden Krisengefahren publiziert, die durch die reine Ausrichtung auf Finanzkennzahlen und Shareholder Value entstehen. Seit den 90er Jahren hat er deshalb passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Krise entwickelt, die nun – bereits mehr als 500-fach angewandt –  neue Dimensionen des Funktionierens ermöglichen.

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5/2012 European Business Journal:  "Retooling Business"

"The world is on edge. Global stock markets are rising and falling at drastic rates. Banks are struggling or failing. Housing markets are in distress, and companies of all industries are faced with the dilemma of restructure, reposition, change or close. The old-school management models of top-down hierarchies, internal politicking and questionable bookkeeping hurt more than help ailing business structures. Governments, industries and corporations know that something has to change to be able to step boldly into the new world order, but are often stuck as to what modifications need to be made and how. Swiss management Malik Management Zentrum (Centre) St. Gallen AG guides strained firms, staffs and managers to a more stable and productive tomorrow as the world’s leading company providing holistic system-cybernetic general management, leadership and governance solutions for the greatest challenges in a new world order." Zum Artikel

4/2012 Deutsches Baublatt:  "Revolutionen des Managements"

Die Geschäftsleitung der Zeppelin Gmbh mit ihren 6300 Mitarbeitern hat mit beispielgebend professioneller Managementleistung die Krise ohne Personalabbau bewundernswert gemeistert. F. Malik im Interview mit den beiden Geschäftsführern von Zeppelin (international tätige Holding, führend in Baumaschinen, Silo-, Apparate- und Energietechnik) über die Anforderungen an Firmenchefs und die Eigenschaften echter Leader. Zum Artikel

2/2012 Handelsblatt:  "Es droht eine teuflische Abwärtsspirale"

Fredmund Malik im Interview über die Ursachen der Krise und warum sie so gefährlich ist. Seine düstere Prognose: den Börsen droht der Absturz.

 

Wir stecken immer noch in der Finanzkrise. Wo erkennen Sie als Unternehmensberater die Ursachen?

Malik: "Es ist Überschuldung und wirtschaftliche Fehlsteuerung als Folge falscher Unternehmensführung und radikal falscher Strategien. Dieses falsche Management wird seit Jahrzehnten in den Business Schools gelehrt und hat sich wie eine Seuche verbreitet. Es ist auch verantwortlich dafür, dass immer mehr intelligente Köpfe nicht mehr in die Realwirtschaft gingen sondern in die Finanzwirtschaft. Unter anderem geht es auch um wirtschaftszerstörende Bonussysteme, die falsche Anreize setzen.

Dadurch ist in den Unternehmen viel Bitterkeit, Verachtung und Agonie entstanden, was die Unternehmensspitzen gar nicht wahrnehmen. Es sind breite Gräben in die Unternehmenskulturen gerissen worden. Und das in einer Zeit, in der die Firmen das ganze Vertrauen brauchen würden." Zum Artikel

10/2011 Handelszeitung:  "Das System bringt sich selber um"

Die Krise ist nicht nur eine Finanzkrise, sondern sie ist weit mehr eine Krise des Funktionierens der heutigen Organisationen – weltweit. Da Märkte unter dem Eindruck eines dummen Neoliberalismus sukzessive auch die nötigen Regulierungsstrukturen abgebaut haben, ist es zu Exzessen gekommen. Diese Märkte haben ihren Zweck als selbstregulierende und selbstkorrigierende Systeme nicht erfüllt. Insbesondere die Finanzbranche ist ein sich selbst zerstörendes System. Wenn man wie bisher an der herkömmlichen Denkweise festhält, fährt das System gegen die Wand. Mit neuen Methoden kann man das aber verhindern und sogar ins Positive drehen. Mit innovativen Methoden und Mitteln gibt es aber ein Potenzial für ein neues Wirtschaftswunder. Viele Firmen setzen jetzt wieder die alten Kommandostrukturen ein, die den Leuten sagen, wo es durchgeht. Falsch! Das genaue Gegenteil wäre richtig. Unser Syntegrationsverfahren ist eine neue Sozialtechnologie, mit der die schwierigsten Phasen der Meinungsbildung, Konsensbildung, Entscheidungsfindung und Umsetzung mit einer völlig neuen Qualität und Wirkung ablaufen. Maximalkonsens statt Minimalkompromiss, wie in der heutigen Politik Tempo und Dynamik statt gegenseitige Lähmung und Blockade, Aufbruch in eine bessere Zukunft statt Festhalten an längst überholten Praktiken des vorigen Jahrhunderts. Zum Artikel

8/2011 Malik Letter:   "Soziale Kernschmelze"

Die bisherigen Rettungspakete haben jeweils, falls sie überhaupt nicht nur Medienereignisse waren, nur kurz Wirkung gezeigt. Schon wenige Monate nach der Verabschiedung brachen jeweils neue Probleme auf, wie sie täglich in den Medien stehen, von Griechenland bis USA. Beinahe ausnahmslos wird die Wirtschaftslage in den herkömmlichen Begriffen der Alten Welt beurteilt. Dementsprechend hilflos fallen Empfehlungen und Entscheidungen aus. Für die meisten Führungskräfte ist die Lage extrem verworren. Viele geben den Versuch auf, sie überhaupt zu verstehen. Die Lage ist so brisant, dass sie zu einer sozialen Kernschmelze führen kann, wenn man weitermacht wie bisher und dann wird es in einer der grössten Tragödien enden. Aber auch das Potenzial eines neuen Wirtschaftswunders ist gegeben, das man heben kann mit neuem Denken, neuen Managementsystemen und neuen Methoden für das Meistern der gigantischen Veränderungen, die im Gange sind. Zum Malik Letter 08/2011

1/2010 Malik Blog:  "Ouvertüre zum 3. Akt: Die Grosse Talfahrt"

Der Start der Abwärtsbewegungen an den Aktienbörsen kommt zum perfekt richtigen Zeitpunkt und bei der perfekt richtigen Preismarke. Die Übereinstimmung des Musters mit der Situation 1929/30 ist frappant, aber nicht überraschend. Der nun monatelang gepflegte Optimismus wird sich in sein Gegenteil verkehren. In wenigen Monaten wird der "Point of Recognition" da sein, also die Einsicht: "… He Mann da läuft etwas anderes ab, als man bisher dachte … ". Mit herkömmlichen Mitteln wird es für die nun kommenden Schwierigkeiten keine Lösungen geben. Jedoch mit neuen Tools schon, und zwar rasche und durchschlagende Lösungen. Innert weniger Tage kann ein Unternehmen auf einen ganz neuen und richtigen Kurs gebracht werden. Tempo und neue Tools sind der Schlüssel zum Überleben … ! Die Zeit, wo man den Leuten "Zeit lassen musste", um Change zu vollziehen, ist nun zu Ende. Zum Blog-Eintrag

12/2009 Malik Video:  Im Asia Talk von "Deutsche Welle"

Malik spricht über die Krise in den USA, in Europa und in China und erläutert, warum die Krise so unterschiedlich verläuft und warum sie noch lange nicht zu Ende ist. Es sieht die Gefahren eines Schuldenstrudels und einer Deflation. Kritisch äussert sich Malik zum Shareholder Value und die MBA-Ausbildung. Malik spricht über die Situation Chinas, das sich an den USA orientiert und sich daher ähnliche Fehler in den Köpfen nach dem amerikanischen Role Model verbreiten. Zum Video
 

1/2009 Malik Letter:  "Lagebeurteilung und Ausblick 2009"

Rettungsaktionen für Banken: Schnaps für Alkoholiker, damit sein Zittern aufhört. Ruhigstellung ist als Voraussetzung für echte Hilfe zwar richtig, aber diese echte Hilfe bleibt bisher aus. Ohne kybernetische Systeme, die das, was sie für die Technik leisten, auch für das Management in allen Organisationen tun, wird es zur sozialen Katastrophe kommen. Viele der heutigen Organisationen gleichen vom Hals abwärts querschnittsgelähmten Menschen. Zwar denkt der Kopf, und der Wille entscheidet. Aber der Körper kann nichts umsetzen. Zum Malik Letter 01/2009

11/2008 Die Weltwoche:  "Das Debakel kommt erst"

Es ist tragisch, aber interessant zu sehen, wie viele Krisenexperten es nun in den Talkshows, Arenen und in der Presse gibt, die vorher keinen Ton über eine mögliche Krise verlauten liessen. Ich kritisierte als Erster die Auswüchse in den USA, einige andere haben nachgezogen. Daher muss ich damit nicht hausieren gehen, denn meine Meinung ist bekannt. Der Kern des Übels ist die aus den USA kommende Corporate Governance, die von dort aus auf die ganze Welt ausstrahlte. Die heutige Situation ist die Folge einer völlig fehlgeleiteten Unternehmensführung aufgrund des Shareholder-Value-Denkens, das impliziert, Unternehmen seien da, um reiche Leute noch reicher zu machen. So kam es zu falschen Bankenstrategien, kurzfristigem Denken, das zu schlechter Personalpolitik führte und geldgetriebene Manager an die Spitze der Unternehmen brachte. Die stabilisierenden Regeln sind ausser Kraft gesetzt worden, zerstörerische Kräfte wurden jeden Tag noch höher gelobt. Es ist der totale Kollaps der neoliberalen Illusionen. Die Staatseingriffe bei den Banken gehen in Richtung Staatskapitalismus. Ob daraus eine Planwirtschaft entsteht, lasse ich mal offen – hoffentlich nicht. Was an der Oberfläche als Finanzkrise erscheint, ist in Wahrheit der Totalbankrott der amerikanischen Managementlehren, die komplexe Systeme nicht erfassen können, denn ohne diese hätte es zu diesem Desaster nicht kommen können. Zum Artikel

10/2008 Stuttgarter Zeitung:  "Der Finanzkapitalismus ist am Ende"

Malik stimmt die Bürger in Deutschland auf massive Belastungen durch die Krise ein – Drogen für Drogensüchtige. Die Krise ist in den zurückliegenden Jahren immer größer geworden. Ich glaube nicht, dass man die jetzt im Griff hat. Sie ist wahrscheinlich noch nicht einmal in ihrer ganzen Tragweite, in ihrem ganzen Ausmaß erkannt. Ich glaube aber auch, dass die Natur, der Charakter der Krise noch nicht erkannt wurde. Es wird eine Kettenreaktion in die Realwirtschaft hinein geben, in den Arbeitsmarkt hinein, in den Konsum, in die Industrieauslastung und so weiter. Die Auswirkungen sind von Land zu Land verschieden. Für Amerika gilt das ganz besonders, weil die Kettenreaktion weiter bis ins Pensionssystem hineingeht. Zwei Generationen von Rentnern werden sehen, wie ihre scheinbar gesicherten Rentenansprüche sich in Luft auflösen. Es geht nur an der Oberfläche um Finanzen. In Wahrheit ist der Tumor eine vollständige Denkverseuchung bei der Unternehmensführung, genauer: die Ideen von Corporate Governance und Shareholder-Value, die vor 15 Jahren aus Amerika importiert wurden. Was jetzt wichtig ist, das ist eine neue Form der Gemeinnützigkeit, der Nachbarschaftshilfe, eine Revitalisierung der Selbsthilfebereitschaft der Bevölkerung. Zum Artikel

6/2005 Business Week:  "A 'Third Way' for Germany"

Malik espouses a new approach. About the "third way" he believes is more appropriate for European companies: "'blindly adopting' American models won't work". The debate about capitalism was preprogrammed. It was unavoidable, that corporate governance based on shareholder value would lead to a backlash, to class conflict, and new militancy by labor unions. It's not just partisan tactics. The economy as portrayed by the media provokes deep feelings among the public about justice and decency and plain manners. The market system is a miserable system, brutal, ruthless, but all the other systems are worse. We also have to combat exorbitant pay for managers, and private equity should be more transparent. Reform should come from companies, which requires civil courage. It's time the business community made itself understandable to the public. They have completely failed so far. People are afraid of what they don't understand". Zum Artikel

3/2004 Malik Letter:  "Wirtschaftslage 2004 (Teil 2)"

Malik ist der Auffassung, dass Amerika das Zentrum bevorstehender Krisen ist. Grund dafür sind die in den letzten Jahren entstandenen Strukturschwächen der amerikanischen Wirtschaft. Sie sind eine Folge von Fehlentwicklungen in Wirtschaftspolitik und Management, nämlich massiv überbewertete Sachwerte, grösste Gesamtverschuldung der Nachkriegsepoche, groteske kreditfinanzierte Konsumlastigkeit, niedrigste Ersparnisse, niedrigste Nettoinvestitionen der Nachkriegszeit, grösstes Aussenhandelsdefizit, stark steigende Auslandsverschuldung, schlechte Unternehmensbilanzen, niedrigste Profitabilität der Nachkriegszeit, stark steigende Arbeitslosigkeit, ein monströs geleveragtes Finanzsystem. Zum Malik Letter 03/2004

2/2004 Malik Letter:  "Wirtschaftslage 2004 (Teil 1)"

Der Mehrheitskonsens hält die US-Wirtschaft für gesund und stark, und glaubt, sie sei allen anderen Wirtschaften weit überlegen. Daher meint man, sie sei der Massstab für das Handeln der Wirtschaftspolitik und des Managements in allen Ländern. Sinngemäss ist die Überzeugung: Mach' es so, wie die USA; dann geht es Dir auch so gut wie den USA ... Malik hält diese Auffassung für falsch und für fatal irreführend, und zwar aus drei Gründen: Erstens sind die publizierten US-Zahlen falsch. Zweitens wird erstaunlicherweise kein Vergleich mit dem Verlauf früherer Rezessionen und Erholungen gemacht. Würde das getan, sähe man, dass die bisherige Erholung besorgniserregend schwach ist. Drittens, und am wichtigsten, die US-Wirtschaft hat tiefgreifende Strukturschwächen, die in Jahren der Fehlentwicklung durch falsches Management und falsche Wirtschaftspolitik entstanden sind. Zum Malik Letter 02/2004

10/2002 Malik Letter:  "Wissen über die Börse"

Zum ersten Mal hören die Leute mit wachem Verstand zu, weil sie erstens Interesse haben und weil sie zweitens Fehler machten und Verluste haben. Malik behandelt daher in seinem Malik Letter ein paar der wichtigsten Einsichten in die Funktionsweise der Börsen. Wer nicht mindestens diese Dinge berücksichtigt, hat keine Chance. Zwischen den beiden Perioden von Mitte der 90er Jahre bis zur Gegenwart liegt die Zeit des kollektiven Irrsinns, die jetzt zu Ende geht – unter anderem zu erkennen am Kollaps ihrer wichtigsten Symbole, dem Ende des Neuen Marktes in Deutschland und in der Schweiz, dem fortgesetzten Niedergang des US-Nasdaq, des Japanischen Nasdaq und der vergleichbaren Börsen rund um die Welt. Man will es noch nicht überall eingestehen; man hat noch nicht überall die Konsequenzen ziehen wollen. Aber der Boom ist vorbei. Zum Malik Letter 10/2002

9/2002 Spiegel:  "Meisterwerk der Desinformation"

Amerika ist sicher kein Vorbild mehr und hätte es in den vergangenen Jahren auch nicht sein dürfen. Das Wirtschaftswunder in den Vereinigten Staaten war lediglich ein Medienereignis, ein Meisterwerk der Desinformation. In der ökonomischen Realität hat es nie stattgefunden. Die meisten dieser Zahlen sind falsch. Die Amerikaner haben sich systematisch schöngerechnet. Fest steht, dass die Amerikaner seit Mitte der neunziger Jahre ein neues statistisches Verfahren benutzen, das so genannte Hedonic Price Indexing. Es mag gute Statistik sein, aber es ist miserable Ökonomie. Die Zahlen, die den Boom in den USA belegen sollten, sind jedenfalls mit den deutschen in keiner Weise vergleichbar, sie wurden massiv aufgebläht. Das war ein gewaltiger Bluff. Es bedurfte keiner Verschwörung, es genügte der Zeitgeist: der Glaube an stetig steigende Gewinne, wachsende Produktivität und praktisch ewiges Wachstum. Es war ein sich selbst verstärkender Prozess, der erst zu enormen Höhenflügen führt und dann zum Absturz. Nach der letzten großen Wirtschaftskrise sind den Amerikanern soziale Konflikte erspart geblieben. Ich fürchte, diesmal wird es nicht so glimpflich ausgehen. Zum Artikel

8/2002 Malik Letter:  "Deutschland-gesünder als man meint"

Nicht nur in den Medien wird Deutschland schlecht gemacht. Auch in zahlreichen Diskussionen mit Unternehmern und hochrangigen Führungskräften ist so gut wie nichts Positives über Deutschland zu hören, wohingegen die USA als Paradies angesehen werden – selbst jetzt noch, wo täglich neue Skandale zum Vorschein kommen und im Grunde für jeden klar sein müsste, wie morsch die US-Wirtschaft ist. Amerika hatte der herrschenden Meinungen zufolge die stärkste Wirtschaft der Welt und der Geschichte; alle anderen Wirtschaften waren weit deklassiert, und ein Ende war nicht in Sicht. Kein Wunder also, dass sich die ebenso schlichte wie überzeugende Logik verbreitete: Mache es wie Amerika, dann bist du auch so erfolgreich wie Amerika. Diese Logik hat nur einen einzigen Fehler: Sie ist falsch! Zum Malik Letter 08/2002

10/2001 Malik Letter:  "Unfug New Economy"

Die New Economy entlarvt sich als das, was sie immer schon war: ein Spuk, eine Fata Morgana, eine Totgeburt, deren Eltern Ignoranz und Arroganz waren. Der Grundirrtum ist damit entstanden, dass aus der unbestreitbar richtigen Feststellung des in Gang befindlichen Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft, der auf fast allen Gebieten vermeintlich und tatsächlich Neues bringt, gänzlich falsche Schlüsse für die Wirtschaft gezogen wurden. Der vor sich gehende Wandel, den Malik andernorts – und lange bevor er in das allgemeine Bewusstsein getreten ist und Medienaufmerksamkeit gefunden hat, als die «Grosse Transformation» bezeichnet hat, ist tiefgreifend und geht an die Grundstrukturen der Gesellschaft. Zum Malik Letter 10/2001

2/1999 Malik Letter:  "Europäisches Zentralbankensystem"

Vom Prinzip her wäre die Konstruktion des Europäischen Zentralbanksystems korrigierbar. Ob man das will und ob man die Konstruktion überhaupt als fehlerhaft ansieht, das sind die offenen Fragen. Aus Sicht von Regierungen und Politikern, die sich nicht von einer starken Notenbank disziplinieren lassen wollen, ist das neue System natürlich insofern nachgerade perfekt, als es sie aus der de facto europaweit bestehenden Kandare der Deutschen Bundesbank befreit hat. Sie können jetzt in erheblichem Umfange tun und lassen, was ihnen politisch opportun erscheint. Mein Fazit ist, dass Währungskrisen programmiert sind und – was viel schlimmer ist – dass Europa kein verlässliches System hat, um Bankenkrisen mit der erforderlichen Schnelligkeit und Kompromisslosigkeit unter Kontrolle zu bringen. Zum Malik Letter 02/1999

10/1998 Malik Letter:  "Wohin steuert die Weltwirtschaft?"

Die Weltwirtschaft ist in einem bedenklichen Zustand – so bedenklich, dass selbst der beispielhaft vorsichtig formulierende Präsident der amerikanischen Bundesbank, Alan Greenspan, vor dem Budget Committee vor wenigen Tagen – fast – Klartext sprach. Es treten jetzt nach und nach jene Ereignisse ein, die Malik schon für einen früheren Zeitpunkt – etwa für Mitte der Neunzigerjahre – erwartet hatte. Die sich immer stärker aufbauenden Gefahrenpotentiale waren ziemlich klar ersichtlich. Malik kann nicht oft genug betonen, dass die wirkliche Ursache der Asienkrise ausschliesslich die Schuldenwirtschaft ist. Dasselbe gilt auch für alle anderen Länder, in denen die Krise offen ausgebrochen ist. Zum Malik Letter 10/1998

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