Deflation pur: Staat bedient sich bei Pensionsreserven

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Deflation pur: Staat bedient sich bei Pensionsreserven

Soeben lese ich die Meldung, dass die spanische Regierung die Rentenreserven ihrer Bürger anzapft. Dass es so kommen würde, habe ich in den 1990er Jahren bereits zum Thema gemacht. Es wird so auch mit den Sparguthaben kommen, z.B. in Form von Zwangsanleihen für „gute Zwecke“.
Dieser Schritt ist ganz leicht vorhersehbar gewesen, denn wo soll der Staat „Geld“ holen, wenn nicht dort wo es liegt – in Versicherungen und Sparguthaben. Zurückgezahlt werden diese Leihgaben bei Weiterführung der heutigen Politik kaum. Die Strategie soll ja auch ganz klar eine Senkung der Ansprüche bringen, also Deflation pur. Beachten Sie bitte: Nicht Senkung des Geldwertes, sondern Senkung der Ansprüche. Im Klartext: Es werden also die Gläubiger „enteignet“.

Von |2013-01-04T15:41:50+00:00Januar 4th, 2013|Allgemein|23 Kommentare
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Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Paul C. Martin hat es schon 1985 vorhergesehen: „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.” Frau Kirchner in Argentinien hat es den Spaniern auch gerade vorgemacht und davor Herr Kohl in D. Es ist aber letztlich das Zahnpastaproblem. Raus kommt… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Oh Mann, die Dinge überschlagen sich. Eine Super-Münze aus Platin mit einem geprägten Wert von einer Billion US-Dollar soll der FED unter-geschoben werden, um die Schuldengrenze zu umgehen. Ja, wenn das mal nicht ganz großes Kino ist. Aber, kann es nicht sein, das ein ungeschickter Flügelschlag eines Schmetterlings die Welt letztlich aus den Angeln hebt ?

Robert S.
Gast
Robert S.

hallo herr prof. dr. malik,
martin/lüftl habe ich durch. die nobelpreise wurden wohl falsch vergeben.
sie haben recht, wenn man sich mit der deflation befasst, wird alles sonnenklar. vielen dank für den tollen blog der zu meiner persönlichen ,,erleuchtung“ geführt hat.
was glauben sie passiert hier mit den lebensversicherungen und der privaten altersvorsorge? ich bin baujahr 80 und ich glaube nicht, das leute meinen alters da grossartig von ihrem geld was sehen werden.
schöne grüsse und nochmals vielen dank!

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Paul C. Martins Debitismus-Modell kann man bei diesem Vorgang wie durch eine Lupe betrachtet in Aktion sehen. Götz Aly hat übrigens in seinem Buch „Hitlers Volksstaat“ die Mechanismen eines debitistischen Schneeballsystems, sehr wahrscheinlich völlig unabhängig von Martin, sehr genau beschrieben. Es läuft immer auf ziellose Aufschuldung durch den Staat und/oder Privatleute und anschließende Enteignung der Gläubiger hinaus. Die Exponentialgleichung schlägt unerbittlich zu. Japan ist für mich der derzeit interessanteste Kandidat. Sie haben den höchsten Staatsschuldenberg. Kybernetisch sehr interessant sind die Regulationskräfte, die das System sehr zuverlässig trotz aller Inflationierungsversuche immer wieder auf Deflationskurs ausrichten. Tricks und Winkelzüge der dortigen Notenbank… Weiterlesen »

A.I.
Gast
A.I.

Ich habe in der Ruhe der Feiertage lange über diese Thematik nachgedacht und bin zum Ergebnis gekommen, dass Inflation ein Raubzug an denen ist, die Leistung erbringen, indem die Güteransprüche durch die Geldentwertung gemindert werden.
OK, durch Deflation werden Gläubiger getroffen – die, die Kredit gegeben haben. Werden auch die getroffen, die Leistung erbringen?
Was ist mit all den „reckless lenders“, die die Inflation angeheizt haben und jetzt durch Deflation den Preis bezahlen? Werden diese zu Unrecht getroffen? Ist es nicht Aufgabe einer Bank, die Bonität ihrer Schuldner zu prüfen?

wsalzi
Gast
wsalzi

Sehr geehrter Herr Prof. Malik,
vorab vielen Dank für Ihren Blog und noch nachträglich die besten Wünsche für 2013. Sie schreiben der Staat holt sich z. B. über Zwangsanleihen Geld von Versicherungen. Wie hoch bzw. wie akut schätzen Sie die Möglichkeit solcher drastischen Maßnahmen für Deutschland und Österreich ein? Sollte man eine nur noch wenige Jahre laufende LV kündigen!?. MFG Walter Salzmann

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Noch ein Nachtrag. Kyle Bass, ein amerikanischer Hedge-Font-Manager, der sich 2008 getraut hat, gegen den Markt zu spekulieren, analysiert in diesem Video die gegenwärtige Wirtschaftslage. Das deckt sich weitgehend mit Ihren Aussagen. Er schätzt die Lage in Japan als äußerst dramatisch ein: http://www.youtube.com/watch?v=JUc8-GUC1hY

Henning
Gast
Henning

Auf Zypern soll vor Weihnachten ein ähnlicher Deal gelaufen sein. Nur durch die Kreditzusagen großer Pensionskassen konnte die Staatspleite abgewendet und die Zahlungsfähigkeit bis Februar gesichert werden.
Die Deflation in Spanien ist wirklich heftig. Häuserpreise seit dem Hoch um ca. 30 Prozent gesunken. Der IBEX 35 von rund 16000 Indexpunkten auf zwischenzeitlich ca. 6250 in 2012. Eine nachhaltige Trendwende nicht in Sicht …

Dr. C.B.
Gast
Dr. C.B.

Sehr geehrter Herr Prof. Malik, sehr geehrte Forumsteilnehmer,
seit einigen Wochen steigt der Euro gegenüber diversen Währungen.
Der SFR hat in den letzten Tagen auch deutlich verloren.
Unter „www.wirtschaftsfacts.de“ wird von einem Kursziel von 1,60 SFR gesprochen. Wie schätzen Sie die Entwicklung des Euros im Bezug auf den SFR und den USD ein ? Würden Sie gegenwärtig Fremdwährungsbestände als deutscher Staatsbürger wieder in Euro-Bargeld zurückzutauschen um weitere Kursverluste zu vermeiden ?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Dr. C.B.

CP Seichter
Gast
CP Seichter

An Japan sehen wir ja, dass die Niedrig-Zins-Politik nicht greift. Was halten Sie davon, wenn sich die Notenbanken verbindlich festlegen, den Leitzinssatz in 6 Monaten und erneut in 12 Monaten um je 0,5 (oder 1) Prozent anzuheben? Geplante Investitionen würden nicht weiter aufgeschoben und könnten positiv wirken. Große Schuldner werden höher belastet und haben Anreiz, schnell zu sanieren. Was sagen Ihre Sensitivitäts- und Simulationsmodelle? Wäre das ein Beitrag hin zum Besseren?

Peter Koch
Gast
Peter Koch

Folgt die Zerstörung der Pensionssysteme nicht zwangsläufig aus der von Heinsohn beschriebenen Dynamik der Eigentumsgesellschaft? Heinsohn beschreibt diese Gesellschaftsform historisch als erste, die(anders als Stammes- oder Feudalgesellschaft) keine natürlichen Solidarsysteme hat, sondern diese künstlich schaffen muss. Nun werden diese Systeme kontinuierlich unter Hinweis auf Demographie und Überalterung heruntergefahren. Sie schreiben, dass sie dies seit den 90’er Jahren beobachten. Irgendwann muss diese Entwicklung eigentlich gestoppt werden. Doch wenn ich Heinsohn richtig verstehe, ist sie nicht umkehrbar. Denn in der Eigentumsgesellschaft konkurrieren nicht nur Unternehmen um Kunden, sondern auch Einzelpersonen um Positionen. Männer und Frauen gleichermaßen. Hier liegt, so Heinsohn, die Hauptursache… Weiterlesen »