Die Falle der Mehrheitsmeinung

//Die Falle der Mehrheitsmeinung

Die Falle der Mehrheitsmeinung

Kaum eine andere Falle ist gefährlicher, als sich der Mehrheitsmeinung anzuschliessen. Gerade in diesen Tagen und Wochen ist dieses Risiko besonders gross. Denn die Mehrheitsmeinung ist positiv, die Stimmung ist gut, die jetzt präsentierten Geschäftsabschlüsse für das Jahr 2011 vieler wichtiger Unternehmen sind sehr gut, zum Teil können sie sogar die besten Zahlen ihrer Geschichte präsentieren. Europa scheint wieder unter Kontrolle zu sein. Nur wenige machen sich aber bewusst, dass das alles Meldungen über die Vergangenheit sind, und dass die Zukunft ganz anders sein kann.
Gute Wirtschaftslage, Inflation und steigende Aktienkurse gelten für die Mehrheit als die wahrscheinlichsten weiteren Entwicklungen. Einige der wichtigsten Signale bleiben aber systematisch ausgeblendet, vielleicht weil diese nicht in das allgemeine Muster der Mehrheitsmeinungen passen. So sind z. B. im Februar die europäischen Auto-Neuwagen-Verkäufe auf den tiefsten Stand seit Bestehen der EU gefallen. Und viele Konsumentenpreise beginnen zu sinken, allen voran in England.
Jetzt ist es daher besonders wichtig, aber auch besonders schwierig, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht in die Falle der Mehrheitsmeinung zu tappen.

Von |2012-04-01T12:42:58+00:00April 1st, 2012|Allgemein|26 Kommentare
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Bernd Birkenfeldt
Gast
Bernd Birkenfeldt

Das Problem ist nur, dass die Warner und Schwarzseher auch schon 2010 und 2009, also bevor die guten Zahlen erwirtschaftet wurden, vor dem Abgrund gewarnt haben. So kann das noch eine Weile weitergehen. Man sollte sich also tunlichst an Realitäten halten. Wenn der Dax steigt, dann steigt er und man sollte dabei sein.
Grüße
B. Birkenfeldt

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die Frage ist, ob der Turm wackelt und dann endgültig fällt. Die CPIs nehme ich nicht mehr ernst. Es zählt allein das, was ich täglich durch eigenes erleben erfahre. Nicht nur auf diesem Sektor, sondern round about über alles eigenes erleben und erfahren. Da sieht die Lage ganz anders aus, als hier dargestellt und wir haben eine asymmetrische Entwicklung, besonders wenn wir D mit dem Club MED vergleichen. Speziell GB hatte zuletzt CPI für den FEB von 3,2% nach 3,4% im Januar gemeldet. Das ist keine Deflation! Möglich, das die Nachfragerückgänge z.B. im Automobilsektor in diese Gasse führen. Zuvor gibt… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Noch was. Die Mehrheitsmeinung ist immer völlig überschießend und ebenso
übertreibend. Erst anschließend stellt sie sich als „Banane“ dar. Für diejenigen, die sich als Realisten den schäumenden Phantansien enthalten,
ist es natürlich die Chance ihres Lebens. Natürlich wird der Apfel noch per
Kredit und irren Hebeln fast in den Himmel getragen. Signal zum Fallobst
werde ich hier einstellen und es wird ein „Blutbad“ geben, wie man es heutzutage nur noch bei Kostolany nachlesen kann.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Mercedes-Benz fährt im März neuen Absatzrekord ein.
Volkswagen: US-Absatz März +34,6% zum Vorjahresmonat auf 36.588 Fahrzeuge.
Aus Ihrer Sicht, Herr Prof Malik, ein Blick in den Rückspiegel… Nur, gerade in den USA gehen doch die Autos weg wie geschnitten Brot. Seit vielen Monaten. Solange wir dort kein Einschwenken auf eine Austeritätspolitik haben, kommt diese Volkswirtschaft nicht ins stottern. Depressionen, schlechte Zeiten, kann man an den Speisekarten erkennen. Die Magersuchtmenüs verschwinden und die extra große Schlachtplatte wird das beliebteste Gericht.

Karin Binder
Gast

vielen Dank Herr Professor Malik,
es tut gut, daß Sie die Fakten aus Ihrer Sicht immer wieder aktuell(!) darstellen.
Wir kommen uns schon beinahe wie Geisterfahrer auf der Autobahn vor,
weil wir seit so langer Zeit in Gegenrichtung des Mainstreams denken und “fast“
nur aus Ihrem Blog unsere Schlüsse ziehen, entsprechend konsequent agieren
und uns dort bestätigt fühlen. Volkswirte, Unternehmer, Studenten, „Banker“
aus unserem Bekanntenkreis wundern sich ziemlich über unsere komischen
Gedanken und sind überwiegend “resistent“ umzudenken. Das ist aber auch sehr spannend.
Also besser geistig auf ruhigen Bergpfaden wandern ….statt auf der Autobahn zu fahren.:-)
Wir wünschen Ihnen ganz herzlich FROHE, RUHIGE OSTERFEIERTAGE !
Karin-Maria Binder

DP
Gast
DP

Das Handelsblatt ist sich über die Entwicklung von Immobilienpreisen in Deutschland nicht ganz einig. Titelt die Meldung noch mit einer sich abzeichnenden Preisblase, wird in der Darstellung die Preisentwicklung schnell relativiert. Passt scheinbar nicht zur „Mehrheitsmeinung“, dass bei uns in Deutschland alles in bester Ordnung ist. Meine eigenen Beobachtungen vor Ort sagen mir: Es wird zur Zeit für Wohnimmobilien deutlich mehr gezahlt als an Mieten eingenommen werden kann. Treibt billiges Geld auch Deutschlands Preise für Sachwerte? Erleben wir ein böses Erwachen schneller als wir gucken können?

Constantin
Gast
Constantin

Mal sehen, ob/wann es zu Mehrheitsmeinung wird, was die Höhe des Target-2 Saldos der BuBa bedeutet. Italien März 2012 -270,408 Mrd. Euro, Deutschland wahrscheinlich ~600 Mrd., Jahresende $ 1 Billion. Dann merkt der Deutsche hoffentlich dass 2/3 der Ersparnisse (von den 1,5 Bio. Bankguthaben) in den PIGS versenkt wurden. Auch wenn ich grundsätzlich mit Prof. Maliks Szenario übereinstimme, die Schuldenbubble kann aber noch einige Jahre aufgepustet werden. Japan hat eine Debt/GDP Ratio jenseits 200%, USA sind jetzt erst bei 100%. Auch wenn Japan vor allem bei der eigenen Bevölkerung verschuldet ist (wie hoch mag die in Japan ohnehin schon hohe… Weiterlesen »

Grohwalt
Gast
Grohwalt

Am Ende ist alles eine Frage der Dimension und der des definierten Zeitraumes. Wie Frau binder auch schreibt. Was aktuell am Immobilienmarkt in München oder HH „abgeht“ ist inflationär. die Preise steigen extrem. Wenn man die Zahlen mit anderen Regionen „in einen Messtopf“ wirft, kommt keine Steigerung heraus. – Und in 2-3 Jahren, wenn wie von Prof. Malik prognostiziert, „Immobilienvermögen“ auch in D liquidiert werden muß, gehen die Preise ggf in den Keller.
Fazit: Pauschale Aussagen stimmen selten. Im Detail gibt es unterschiedlichste Entwicklungen
Gruß, Grohwalt

Karl Heinz Schery
Gast
Karl Heinz Schery

Die in München drastisch gestiegenen Immobilienpreise zeigen doch nur, dass mit unserem Wirtschaftssystem etwas nicht in Ordnung ist. Preiserhöhungen im Immobilien- und Grundstückssektor können doch nur dann dauerhaft stabil sein, wenn sie im Gleichschritt mit den Realeinkommen steigen. Wenn Haus- und Wohnungspreise aber viel schneller steigen als die Einkommen der Bevölkerung, dann bedeutet dies, dass sich die Möglichkeit, eine Immobilie zu erwerben, für den Durchschnittshaushalt immer mehr verringert. Extrem niedrige Zinsen und Inflationsängste haben zu einem Run auf Immobilien geführt, der nicht auf Dauer sein kann. Auf dem Mietmarkt können sich insbesondere viele Eigennutzer anständiges Wohnen nicht mehr leisten. So… Weiterlesen »

Herbert S.
Gast
Herbert S.

Die Angst vor Inflation, die niedrigen Zinsen für Kredite und die Instabilität auf den Finanzmärkten haben in Deutschland einen Run auf Immobilien ausgelöst – von privaten Käufern, nationalen und internationalen Investoren. Vor allem in den großen Städten wie Berlin, Hamburg und München zogen die Preise an. Die Nachfrage übersteigt das bestehende Angebot bei weitem. Experten sprechen bereits vom „Anfang einer Blasenbildung“.
http://news.orf.at/stories/2115053/
Die selbst erfüllende Prophezeiung …

Sascha
Gast
Sascha

Guten Tag Prof. Malik,
ein interessanter Briefwechsel im gelben Forum zu den Reformerfolgen in Europa. Folker Hellmeyer hat sich dazu im dgf persönlich geäussert. Demnach sind die PIIGS auf dem Wege der Gesundung bzw. der Beseitigung Ihren strukturellen Defizite. Ein klein wenig Depression scheint Wunder zu wirken. Der Link: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=252851&page=0&category=0&order=last_answer
Was halten Sie von Herrn Hellmeyer’s Fakten?
Beste Grüsse
Sascha