Firmen, die in "Liquidität" schwimmen

//Firmen, die in "Liquidität" schwimmen

Täglich wird mir gesagt, wie gut es in der Wirtschaft gehe, weil viel Liquidität da sei und die Firmen volle Kassen haben. Damit glaubt man ein positives Bild der Wirtschaft zu zeichnen. Das Gegenteil ist der Fall.

  1. Die Liquidität ist „in der Kasse“, weil man nicht investieren will. Vielleicht fehlt die Notwendigkeit, oder die Gelegenheit oder der Wille dazu. Vielleicht hält man die Risiken für zu hoch, oder die Chancen für zu gering. Auf vielen Märkten gibt es ohnehin Überkapazitäten, oder das Wachstum ist zu klein u. dgl. Warum sollte man also investieren? Das heisst also, dass es gar nicht so gut geht, und daher die Wirtschaft stagniert.
    Allerdings kann diese Liquidität dann wieder ein grosser Vorteil sein, wenn sich später die deflationäre Chance zum viel billigeren Kaufen bietet.
  2. Das Geld in der „Kasse“ ist in der Regel aber kein Geld, denn es liegt kaum im Tresor, sondern ist irgendwo in Finanzanlagen angelegt. Somit hat die Firma kein Geld, sondern sie hat Forderungen gegenüber den Schuldnern der Finanztitel. Diese Forderungen sind genau so gut, wie die Schuldner. Wer Forderungen gegen Lehman hatte, bekam so gut wie nichts mehr. Ausserdem können die Finanztitel schon morgen an den Börsen sinken und Verluste produzieren.
By |2011-09-06T22:35:07+00:00September 6th, 2011|Allgemein|10 Comments

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Karin Binder
Gast
Karin Binder

Lieber Herr Malik,
seit 10 Jahren sind wir zunehmend begeistert von Ihren Beiträgen.
Wunderbar , daß es Sie gibt. Wir haben neben lange schon bezahlten!!! Wohnungen
i. Triple-A München …die Notbremse gezogen und leben nun aus unserem
Garten über dem ligurischen Meer. Im künstlerischen Bereich der Photographie
arbeitet mein Mann noch, ich drückte den Delete-Button im Investmentbereich
Immobilien (London etc.). Es wird sehr spannend wie eine Neue Zeit sich
anbahnen wird und wir verfolgen alles sehr genau. Wir freuen uns, daß Sie
dabei so umsichtig und weitsichtig mitgestalten. Cordiali saluti ! Karin-Maria Binder

Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Sehr geehrter Herr Malik,
wann rechnen Sie damit dass man – bei Rückkauf von Versicherungen um aus Forderungen physisch vorhandenes Bargeld zu machen – droht leer auszugehen?
Wird es so weit kommen und wenn ja – wann wird der Zeitpunkt erreicht sein, zu dem Versicherungen noch nicht einmal die gesetzlich zugesicherte Mindestverzinsung auszahlen können?

Martin Bodmer
Gast

Ist es denn ratsam, seine „Forderung gegenüber der Pensionskasse (2. Säule)“ jetzt zu verflüssigen und damit die Hypothek auf der Immobilie zu reduzieren? Mehr Spielraum lässt der Gesetzgeber ja nicht zu.
Damit wäre der Verlust/das Risiko wahrscheinlich minimiert und der Druck aus den Zinszahlungen während der Deflation etwas geringer?