Griechenland

//Griechenland

Griechenland

Diesen Eintrag schreibe ich aus Athen, mit der Akropolis vor dem Hotelfenster. Ich war heute an einer hochrangig besetzten Wirtschafts-Tagung. Es war bedrückend, wie das krasse Alte Welt-Denken der meisten Ökonomen einerseits, und die Orientierungslosigkeit und Ohnmacht griechischer Wirtschaftsvertreter gegeneinander standen.
Tragisch war, dass in den vielen Stunden nicht ein einziges Mal neue Methoden und Tools erwähnt wurden. Massnahmen, Forderungen und Prognosen reichlich – aber kein Wort dazu, wie man das Umsetzen bewerkstelligen soll.

Von |2011-09-19T23:55:24+00:00September 19th, 2011|Allgemein|25 Kommentare
avatar
10 Kommentar Themen
15 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
13 Kommentatoren
Stefan LudwigLudwig KyralKarin BinderMartinFredmund Malik Letzte Kommentartoren

Diese Seite verwendet Akismet, um SPAM zu vermeiden. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Ihre Kommentar-Daten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste
Benachrichtige mich bei
Uwe Massenberg
Gast
Uwe Massenberg

Sehr geehrter Herr Malik,
man scheint nicht genug zu wissen und/oder sich nicht zu trauen. Noch scheint das Risiko, das Neue zu wagen, höher als die alten „bewährten“ Verfahren weiter zu nutzen. Die einen meinen zu wissen, was richtig ist und die anderen sind eher ratlos. In wie weit spielen hier noch Machtinteressen mit oder ist das vielleicht sogar das Hauptproblem?
Konnten Sie auf dieser Tagung einen Beitrag aus Ihrer Sicht leisten ?? Wenn ja: Wie waren die Reaktionen?
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Massenberg

Jürgen Kusche
Gast
Jürgen Kusche

Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Denn solange nicht die Mächstigsten von neuen Methoden, wie z. B. Ihrer SuperSyntegration, überzeugt werden können, solange wird wohl bis in die obersten Reihen hinein hin- und hergestritten und zwar ohne zu schnellen und vor allem wirkungsvollen Maßnahmen zu kommen. Ihre Methode,die ich zwar selber nicht genau kenne, bedeutet sicher für die jeweils Mächtigsten im Verfahren, Macht- und Meinungsabgabe und wer von diesen ist dazu denn schon gerne bereit.

Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Hallo Herr Kusche, ich habe selbst noch nicht an einer Syntegration teilgenommen. Was ich bis jetzt darüber gelesen habe, ermöglicht die Syntegration erstaunliches: – Es entsteht bei allen Teilnehmern der gleiche Wissensstand. – Unterschiedliche Meinungen und Standpunkte konvergieren zu einer gemeinsamen Vision. – Es herrscht am Ende unter allen Teilnehmern große Einigkeit „Das ist genial ! So machen wir es!“ – Das „So“ ist ein sehr konkret ausformliertes Maßnahmenbündel. Was die Machtfrage angeht ein Vergleich: Das menschliche Gehirn IST die „Machtzentrale“ des menschlichen Organismus. Er kann sehr weitgehende „Befehle“ erteilen. Bis hin zur eigenen Vernichtung. Die Steuerungsstruktur ist aber weitgehend… Weiterlesen »

Jörg Beier
Gast
Jörg Beier

Ein gestriges Telefonat mit einer alten Freundin in Athen brauchte die Griechenlandkrise und die Unmöglichkeit einer Lösung mit jetzigen Mitteln auf den Punkt. 2006 Verdienst 2000 Euro netto, Staatsangestellte. 2008 Kauf einer ETW für 200 t Euro, 40 t EK, Kreditbelastung 600 Euro für 15 Jahre. 2011 Gehaltskürzung auf 1200 Euro, gleiche Kreditbelastung, Wohnung nur für 100 T Euro verkäuflich,Kreditstand 190 T Euro, Immosteuer und weitere Gehaltskürzung in Aussicht. Was soll sie tun fragt sie mich? Ich weiss es nicht, klar geht sie demonstrieren, das ist besser als nichts tun.

MI
Gast
MI

Wahrscheinlich wären alle schon mal froh, wenn man wüsste was man Umsetzen will oder muss – und da ist die Frage nach dem wie noch gar nicht gestellt.

Jürgen Knoll
Gast
Jürgen Knoll

Also Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und Unfähigkeit auf der ganzen Linie. Besteht nicht deshalb die Gefahr, dass die Staaten der Europäischen Währungsunion einfach eine Währungsreform beschließen? Und ist das rechtlich überhaupt möglich? Dann wären die Staaten jedenfalls auf einen Schlag die meisten Schulden los. Sowohl die Gläubiger (und deren Anleger) als auch die Menschen mit Bargeld unter der Matratze würden einen herben Verlust erleiden. Beste Grüße, Jürgen Knoll

Walter Huber
Gast

Lieber Hr. Malik. Es soll Sie überhaupt nicht bedrücken. Nehmen Sie bitte diese Erlebnisse als „Polit- und Wirtschafts-Realismus“ sachlich wert- und urteilsfrei zur Kentniss. Höchstens ein wenig Humor können Sie noch dazu geben. Der ungarische Philosoph und Autor Györy Sebstyen meinte schon: Da zwischen Wirklichkeit und Spiel offenbar nicht unterschieden werden kann, ist es besser, die Wirklichkeit als Spiel zu betrachten als umgekehrt. Und wenn die Wirklichkeit genauso sinnlos ist wie ihre Umkehrung ins Spiel, dann soll das Spiel wenigstens heiter sein: Die Kosten bleiben gleich, – und sterben muß man sowieso. Ca. mind. 80 % a l l e… Weiterlesen »

Karin Binder
Gast
Karin Binder

Lieber Herr Huber,
darf ich Sie fragen, wie Sie auf den Vergleich von Wirklichkeit und Spiel kommen ?
Einfach nur Humor ? beste Grüße KMBInder

Walter Huber
Gast

Die beiden Literaten und Autoren Sebestyen und Schnitzler haben in vielen ihrer Stücke die Wirklichkeit als Spiel dargestellt und philosophisch umgesetzt. Man denke bei Schnitzler an „Der grüne Kakadu“ oder „Marionetten“. Und die aktuelle Bühne der Politiker und Wirtschafts-Bosse erinnert mich immer wieder an diese absurde Welt. Dies kann man traurig oder lustig sehen. Ich bin hier immer für den sonnigen Humorzugang. Anderes würde ich die Herren Berlusconi oder Putin und viele andere nicht mehr wahrnehmen wollen. Herzliche Abendgrüße.

Christian K.
Gast
Christian K.

Sehr geehrter Herr Malik. Bitte verstehen Sie meine Anmerkung nicht als Kritik – eher als Anregung: Sie kommen mit vielen wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft zusammen und Ihr Netzwerk darf man sicherlich als exzellent bezeichnen. *Dort* sitzen die Köpfe, die Sie überzeugen müssen, sich aus ihren starren Prozessen zu lösen. *Dort* können Sie etwas bewegen, dort können Sie Ihre „Tools“ anwenden, die ja nicht nur die Lösung der Probleme dieser Welt versprechen, sondern vielmehr auch tauglich sind, die Starre im Kopf bei der syntegrativen Zusammenarbeit zu lösen. Es ist sicher ein guter Ansatz, über die verfahrene Situation… Weiterlesen »

A.I.
Gast
A.I.

Was halten Sie in diesem Zusammenhang von dem Vorschlag von Jacques Delpla und Jakob von Weizsäcker, die eine Aufteilung in Blue Bonds und Red Bonds vorschlagen?
Dieses Konzept scheint auf den ersten Blick die beiden widerstreitenden Pole zu vereinen: Anreize für solide wirtschaftende Länder, und weiterhin no-bailout für Länder mit zügelloser Haushaltspolitik.

Martin
Gast
Martin

Sehr geehrter Herr Malik
In was bestand denn Ihr Beitrag an der Tagung ? Konnten Sie aufzeigen, was da so alles schief läuft ? Hat jemand etwas dazu mitbekommen wollen ? Und hat jemand Entscheidender gesagt, er werde nun mit neuen Methoden an die Problematik rangehen ?
MfGr
MA

Ludwig Kyral
Gast

Werden bei einem Schuldenschnitt auch die überhöhten Ansprüche (wohlerworbenen Rechte) der Beamten- u. Politikerpensionen reduziert? Oder geht es dabei nur um die Staatsanleihen?