Organisationen wie lebendige Organismen

//Organisationen wie lebendige Organismen

Die aktuelle Herausforderung der Grossen Transformation zwingt zur konsequenten Abkehr vom mechanistischen Management. Das jahrzehntelang vorherrschende Bild vom Unternehmen als Maschine, die mit den linearen Gesetzen von Ursache und Wirkung beliebig gesteuert werden kann, blockiert den so notwendigen Fortschritt.
 
Das hilfreichere Bild ist das Unternehmen als lebendiger Organismus in seinem evolutionären Umfeld. Management ist dann die Befähigung von Organisationen zur Selbstorganisation und Selbstregulierung dort, wo viele und immer mehr Menschen zusammenwirken, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Und zwar auch jene Ziele, die vielleicht noch „im Nebel“ liegen. Entgegen verbreiteter Befürchtungen gibt genau das den Menschen erstmals die Freiheit, in den digitalen Welten ihre Intelligenz, Kreativität und gestalterischen Fähigkeiten neu und besser zu entfalten.
 
An die Stelle des autokratischen Befehlens und Gehorchens treten neue Formen des Zusammenwirkens und des komplexitätsgerechten Steuerns und Lenkens, des Gestaltens durch Nutzung von Vielfalt, der soft und implicit controls. Zu den neuen Aufgaben gehören der intelligente Umgang mit Wahrscheinlichkeit, Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit, sowie die Fähigkeiten des kreativen Vernetzens und koordinierenden Orchestrierens.
 
Das neue Ziel ist die über die Nachhaltigkeit hinausgehende adaptive Lebensfähigkeit einer flexiblen Organisation. Robuste und funktionierende Lebensfähigkeit umfasst für Organisationen per Definition auch die empfängerorientierte Leistungserfüllung sowie für Wirtschaftsunternehmen die wie auch immer definierte Profitabilität.
 
Umbrüche öffnen neue Möglichkeiten, indem sie Altes verdrängen und Neues schaffen. An neuen Möglichkeiten mangelt es nicht. Jedoch muss dafür Bahnbrechendes getan werden. Was zu tun ist, ist erkannt – das Wie und Womit leistet systemkybernetisches Management. So wird Management zu jener gesellschaftlichen Funktion, die Menschen befähigt, Möglichkeiten und Chancen wirksam zu nutzen.
 
 
 
 
 
 
 
 

By |2016-05-20T20:50:05+00:00Mai 20th, 2016|Allgemein|14 Comments

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Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Hallo Herr Professor Malik, dieser Beitrag fasst alles wesentliche über systemkybernetisches Management zusammen. Mich wundert, dass scheinbar keine einzige Firma wenn sie denn ihr Management systemkybernetisch betreibt dieses als Vorteil darstellt. Ist das das bestgehüteteste Betriebsgeheimnis weil man es so leicht nachahmen könnte? Oder denkt die Managementebene beim Stichwort Selbstorganisation „das macht mich (den Manager) überflüssig. Das lehne ich ab!“. Dabei stimmt das ja gar nicht! Manager organsiere es so, dass es sich selbst organisieren kann. Ich übertreibe einmal um die Richtung anzuzeigen: Willst du deinen Mitarbeitern Vorschriften erstellen ob sie liniertes oder kariertes Papier ins Meeting mitbringen sollen oder… Read more »

Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

ich bin so frei noch einige Zeilen anzuhängen:
Endlich ein Gesamtüberblick der wirkliche Verbesserungen ermöglicht (statt Verschlimmbesserungen).
Was für ein attraktiver Arbeitgeber für gute Leute! Die sind in der Lage ihre Mitarbeiter ihren Fähigkeiten gemäß einzusetzen. Da blüht sogar die Reinigungskraft auf weil das was ihr an organisatorische Verbesserungsmöglichkeiten auffällt angehört wird.
mit freundlichen Grüßen
Stefan Ludwig

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Einen interessanten Vorstoß in diese Richtung unternimmt gegenwärtig die Firma Adidas mit der Firma Oechsler in Ansbach. Sie bauen dort eine sogenannte Speed-Factory auf. Ziel dieser Unternehmung ist es, ein weltweites Netz kleiner hochautomatisierter Produktionsstandorte zu etablieren, die aber nicht mehr auf hohe Stückzahlen gleichartiger Produkte setzen, sondern sehr flexibel auf Kundenwünsche vor Ort reagieren können. Wer einmal die Möglichkeiten des 3D-Druckens auf der Ars Electronica in Linz bestaunen durfte, ahnt auch, wohin die Reise geht. Mit dem Computer steht uns ja schon seit einiger Zeit eine universelle kybernetische Steuerungsmaschine zur Verfügung. Mit diesem verbindet sich nun ein universelles Produktionswerkzeug… Read more »

Herbert Saurugg
Gast

Dazu empfehle ich Jeremy Rifkin: Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft: Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus

Revisor
Gast
Revisor

Ich bin Interner Revisor. Meiner Berufsgattung wird oft vorgeworfen, dass wir Mängel aufzeigen, die keine wirklichen Risiken adressieren. So sei das Aufdecken der fehlenden Dokumentation einer Kontrolle nicht wirklich wichtig. Wo ich ratlos bin: Wie tragen wir dazu bei, dass die Organisation lebensfähig bleibt/wird? Wie können wir die sich ewig wiederholenden Revisionsfeststellungen verlassen die da lauten: mangelhafte Funktionentrennung, Nichteinhaltung von Weisungen, Verletzung von regulatorischen Vorgaben. Fast egal, welche Risiken wir untersuchen. Sind wir auf dem richtigen Weg, wenn wir nichts anderes verlangen als die Trennung von Anordnung, Ausführung, Kontrolle? Ich habe das leise Gefühl, dass dem nicht so ist. Ihre… Read more »