Sind Politiker und Manager wirklich inkompetent?

//Sind Politiker und Manager wirklich inkompetent?

Sind Politiker und Manager wirklich inkompetent?

Politiker und Politikerinnen werden in Medien gerne und häufig als inkompetent dargestellt. Auch Führungskräften in der Wirtschaft widerfährt das oft. Dementsprechend und folgerichtig wird ihr Handeln dann auch so dargestellt und kritisiert – eben als inkompetent. Aber was können wir daraus lernen? Nun eben, dass inkompetente Leute inkompetent handeln. Das ist aber ziemlich trivial. In Wahrheit haben wir nichts gelernt.

Wir können aber dann etwas lernen, und zwar ziemlich viel, wenn wir die Sache ganz anders betrachten. Und wenn wir eine sehr wirksame Heuristik verwenden – eine Suchregel: Wenn wir nämlich annehmen, dass diese Menschen keineswegs inkompetent sind, sondern wenn sie – im Gegenteil – hochkompetent sind. Denn wie sie wirklich sind, weiss man ja zumeist nicht, weil man sie nicht persönlich kennt.

Dann stellt sich nämlich die zumeist sehr aufschlussreiche Frage: Was geht in dieser Person vor, und wie sieht sie die Welt und ihre Situation, um zu dieser Aussage, Entscheidung oder Handlung zu kommen, die mir selbst so inkompetent erscheint? Hat sie vielleicht mehr Information als ich selbst? Kennt sie die Hintergründe besser als ich? Ist sie näher am Geschehen? Unter welchen Annahmen würde dieses Handeln alles andere als inkompetent sein, sondern im Gegenteil, recht klug?

Mit dieser heuristischen Regel wird man meistens klüger.

Von |2018-08-20T08:24:27+00:0019.05.2018|Allgemein|29 Kommentare
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A.I.
Gast
A.I.

So ist es. Ein sehr kluger Ratschlag! Ich habe früh festgestellt, dass zwischen Gerede und Handeln meist eine riesige Kluft herrscht. Deswegen ignoriere ich meist das Gerede und beobachte das Handeln von Personen. Das ist sehr viel mühsamer, aber auch sehr viel aufschlussreicher. In der Folge liege ich relativ selten falsch in meiner Beurteilung von Charakteren, aber ich habe auch schon mehr als einmal daneben gehauen. Das ist das, was Sie in „Führen, Leisten, Leben“ mit dem „schwarzen Büchlein“ umschrieben haben, in dem so ganz andere Beurteilungskriterien festgehalten werden als die offizielle Managementlehre vorschreibt. Es geht ein bisschen zurück auf… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Lieber Herr Irmak, vielen Dank.
Sie ergänzen meinen Eintrag sehr schön und richtig.
Beweggründe kommen in den Wirkungen des Handelns oft am besten hervor.

Andreas Schmidt
Gast
Andreas Schmidt

Sehr geehrter Herr Prof. Malik, zunächst freue ich mich, Ihren Blog in neuem Gewand, aber mit vertraut gutem Input zu lesen. Zu Ihrem Posting: Ich würde unterscheiden zwischen inhaltlichem Inkompetenzempfinden und Inkompetenzempfinden durch das mangelhafte Ergebnis/Umsetzung einer Handlung. Ersteres ist von entsprechend unterschiedlichen Informationen, Erfahrungen, Wertvorstellungen usw. abhängig, also primär in der subjektiven Wahrnehmung begründet. Dann gibt es aber auch den zweiten Fall. Spannend finde ich hierzu von Prof. Dörner „Die Logik des Misslingens“, wonach selbst mit besten Absichten und hohem Fachwissen immer wieder Problemlösungen von Entscheidern ihre Wirkung verfehlen oder unerwünschte Nebenwirkungen entfalten – was natürlich zu entsprechendem Unverständnis… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Lieber Herr Schmidt,
Ihr Eintrag freut mich, herzlichen Dank. Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht.
Dörner und Vester sind zwei der grossen Pioniere. Unbeabsichtigte Nebenwirkungen
sind ein unerschöpfliches Thema sobald man in die Systemzusammenhänge eintaucht.
Und mit Ihrem letzten Satz treffen Sie den richtigen Punkt. Managementkompetenz
ist, je komplexer eine Situation ist, desto wichtiger. Und sie ist fast überall deutlich geringer als die fachliche Spezialkompetenz.

Jürgen
Gast
Jürgen

Die Frage ist, kompetent oder destruktiv. Nehmen wir A.M. Glaubt jemand im Ernst, das sie nicht begriffen hat, das Masseneinwanderung und Sozialstaat, breiter Sozialstaat wie unserer, unvereinbar ist ? Glaubt jemand im Ernst, das
der Pontifex Maximus, nicht erkannt hat, das er, und seine führenden moslemischen Glaubensgenossen, schief gewickelt sind,
wenn sie einer ungehemmten Vermehrung des Menschen das Wort reden? Nein, diese Leute wissen alles, was unsereins
so aufregt. Im besten Fall wollen Sie es nicht wissen. Ich aber nehme an, das sie mit einer selbstgewählten, destruktiven
Agenda unterwegs sind.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Interessant, könnten Sie dazu noch etwas mehr sagen?

Jürgen
Gast
Jürgen

A. M. müsste eigentlich das grundlegende Werk des verstorbenen Prof. Sieferle kennen, „ Das Migrationsproblem“, oder andere zahlreiche Ausführungen ernstzunehmender Autoren. Dann müsste ihr auch klar sein, das eine hemmungslose Migration aus dem islamischen Gürtel in ein Fiasko führen wird. Ich will hier nicht alles begründen, warum Sieferle und Sarrazin nicht mit dem Klammersack gepudert sind. Klar ist nur, dass es nicht funktionieren wird. Sie fragen wahrscheinlich, warum ein Mensch destruktiv denken kann. Grundlegend kann ich mich da nur auf meine Enkel beziehen. Sie haben Spaß daran etwas zu bauen. Nach dem es fertiggestellt ist, kommt sogleich das angesprochene, destruktive… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Wunderbar, lieber Herr Klasen. Ich freue mich darüber, wie vital Sie schreiben, obwohl Sie doch eigentlich etwas time-out nehmen wollten. Könnte es nun sein, einfach als Gedankenspiel, dass sowohl AM als auch der Papst ganz genau wissen wie die Dinge stehen, und dass dieser Bevölkerungszuwachs eine Herausforderung ist? Wie soll man nun aber vorgehen, um diese Herausforderung zu meistern? In Gesprächen mit obersten Führungskräften, Vorständen und Aufsichtsräten sehe ich fast immer, dass es nur selten an der Kenntnis der Herausforderungen mangelt. Die grosse Frage ist: Wie geht man vor, um sie zu meistern? Mit welchen Methoden kann man sie meistern?… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Bin verreist. Nur kurz. Ich komme auf Ihre große Transformation zurück und meine, sie ist nötig im wirtschaftlichen- und im politischen Bereich. In beiden Bereichen sehe ich Lösungsmöglichkeiten. Sie werden rabiat sein. Sie kommen bald oder sie werden grasse Änderungen erzwingen mit noch schlimmeren Folgen als man sich das heute vorstellen kann.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Ich freue mich auf Ihre weiteren Gedanken. Gute Reise und gute Rückkehr.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die BRD ist eine Person die auf 10 000 Schemeln steht, mit einem Strick um den Hals. Wegen PC, fallen jeden Tag einige Schemeln um. Irgendwann merkt diese Person, das nur noch wenige Schemeln übrig sind und jeder weitere Fall fatale Folgen haben wird. Genau dann, wird die bisherige PC zum Teufel gejagt und kein Mensch gibt noch einen Pfifferling dafür. Oder es ist eben zu spät und die Wohlstandsrepublik wird endgültig stranguliert.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Was für ein Bild. Erklären Sie unseren Lesern und Schreibern noch, was Sie
mit PC meinen.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

A.M. reiht sich in die Geschichte ein. Sie sagt, Eier brauchen keine Schale…Zwei Begiffe haben Bestand. Wahrhaftig und nachhaltig, sind miteinander verknüpft. Pfusch kommt füher oder später ausnahmslos immer raus. BAMF…Euro…EU. Schulden müssen beglichen werden mit EM. Target 2 ! Andere Tilgungsformen sind nur eine Notlösung und können mit dem Hinweis, Sicherheitsrisiko, ganz einfach zum Nachteil des Gläubigers eleminiert werden.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Wenn alles Denken und Handeln, das im bisherigen Verständnis sinnvoll und auch wirksam war, sich ins Gegenteil verkehrt,
wie Sie schön skizzieren, dann sind tieferliegende Gründe, Muster und auch Gesetzmässigkeiten wirksam, als sie mit heutigem Denken erfassbar sind. Mit persönlicher Inkompetenz von einzelnen oder auch vielen Politikern ist das nicht mehr erklärbar. Eben das wird aber täglich gemacht, zumindest versucht. Darauf hinzuweisen war und ist mein Ziel. Von den persönlichen Individualfehlern müssen wir zu den Systemfehlern kommen – und zum Umbau der Systemarchitektur.

A.I.
Gast
A.I.

Da kommen wir auf eine weitere Schwierigkeit. Nämlich zu unterscheiden, was individuelle und was Systemfehler sind. Vielleicht ist das an sich nicht schwer, aber es werden zwei konträre Ideologien massiv propagiert, nämlich die eine, dass alles am System liegt, und die andere, das alles an einem selber liegt. Beides kann in dieser extremen Form ja nur falsch sein, aber es behindert viele Menschen beim Denken, wie ich immer wieder feststellen muss. Der Umbau der Systemarchitektur wird kommen, so oder so. Die klassischen Treiber des Umbaus waren immer schon Zusammenbruch, Leid, Krieg und Katastrophe. Die Frage ist nur, ob es dieses… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Das „Entweder-Oder-Denken“ ist fast immer falsch, besonders in Zeiten der „Grossen Transformation“.
„Sowohl – als auch“ ist die Sichtweise, die zu besseren Lösungen führt. Sie integriert, statt zu spalten. Sie schafft Konsens, wo vorher Konflikte unausweichlich sind.
Zu spät ist es aus meiner Sicht noch nicht.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Alle H4 unter 50 Jahren müssen arbeiten. Wenn es geht, was sinnvolles! Sonst Löscher graben und wieder zu schütten.Das bedingungslose Grundeinkommen schafft immer mehr Faulpelze, die sich immer mehr kompfortale Einkommen zusammen wählen. Asylanten und Füchtlinge kriegen dafür nur Versorgung, nicht einen Cent. Für sie absolutes Rauch- und Alkoholverbot. Sie sollten die Möglichkeit bekommen sich in unsere Gesellschaft einzuarbeiten!!!

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Mit H4 meinen Sie Hartz 4-Empfänger. Dies nur zur Erklärung für jene Blogger, die nicht so vertraut mit den
deutschen Verhältnissen sind.
Ihren Gedanken kann ich verstehen, möchte ihn aber vorerst nicht kommentieren.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die Justiz, die fortlaufend die Verbrecher auf freien Fuß setzt, die von der Polizei gerade festgesetzt wurden, muss radikal umgestaltet werden.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Dafür werden Sie recht viel Zustimmung finden. Die Geschwindigkeit der dafür nötigen Gesetzesänderung
hält derzeit nicht Schritt mit der Geschwindigkeit, mit sich die Verhältnisse in der Gesellschaft verändern.
Das System ist a-synchron geworden. Aber das kann man im bestehenen Regelrahmen ändern.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Ha, nichts ist so reaktionsträge wie die deutsche Justiz. Da ändert man nichts im Sauseschritt. Es gibt Verfahren bei dem Klägerin und Beklagte die Entscheidung nach mehr als 20 Jahren nicht mehr erleben. Jüngst kam es wieder zu einem Urteil mit Bewährung für einen jugendlichen Täter der jemanden niedergeschlagen hat, der daraufhin verstarb. Opfer, 2 facher Familienvater! Ich darf nicht weiterschreiben weil sonst völlig ausraste. Siehe im gelben Forum.

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Das so wichtige verfassungsmässige Recht auf den „ordentlichen Richter“ sollte auch als ebenso wichtiges Recht eine maximale Zeitspanne für die Dauer von Verfahren vorschreiben, die je nach Anlassfall verschieden sein soll. Dieses Recht könnte auch unterschiedliche Handhabungen vorsehen, z. B. Verlängerungen und Verkürzungen, je nach Verlauf der Verhandlungen.

Baldur
Gast

So ist es!

Wolfgang F. Mosebach
Gast

Sehr geehrter Herr Prof. Malik und Gäste des Forums „Unter welchen Annahmen würde dieses Handeln alles andere als inkompetent sein, sondern im Gegenteil, recht klug?“ Ich denke man könnte diese Frage auch so beantworten: Gehen wir einmal davon aus, dass angesprochene Politiker und Führungskräfte und deren übergeordnete Entscheider eine idealisierte Zukunft bereits vorformuliert haben, also wie die Menschheit in z.B. 20 Jahren leben wird, wie die komplexen gesellschaftlichen, ökologischen und technologischen Herausforderungen bereits und optimal realisiert sein werden. Dann müssten diese ihre Entscheidungen und Handlungsweisen nicht linear zukunftsweisend treffen, sondern im Gegenteil aus der idealisierten Zukunft in die Vergangenheit, unsere… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Sehr geehrter Herr Mosebach, für Ihr interessantes Gedankenexperiment besten Dank. Sie zeigen darin folgerichtig eine der Möglichkeiten auf, wie ein Handeln, das heute fast zwingend als inkompetent erscheinen muss, in Wahrheit aber hoch intelligent sein könnte: Der Blick von einer der möglichen und erwünschten Zukünfte zurück auf die heute nötigen radikalen Änderungen im politischen Handeln. Der Plan würde über die Politik hinaus ein weitsichtiges hocheffektives Management voraussetzen, darunter den Umbau zahlreicher Organisationen. Auch das Ausserkraftsetzen der heutigen Demokratie wäre nötig. Noch besser wäre es, im Rahmen der Demokratie eine Mehrheit der Menschen für den Plan zu gewinnen, und so auch… Weiterlesen »

SusI
Gast
SusI

Die Frage ist doch, ob ein planwirtschaftliches Konzept Früchte trägt und ob die Annahmen tragen. China hat ein gigantisches Meer an Schulden und es gibt keine Indikatoren, dass aufgrund der 300 Kohlekraftwerke sich die Schulden auflösen. Die 300 Kohlekraftwerke an sich müssen sich erstmal refinanzieren. Alles nur auf die Zukunft zu schieben, sorgt für die Verwerfungen und eine Menge produzierten Konsum, der nicht bezahlt werden kann. Diese Überkapazitäten müssen herunter, damit man überhaupt „gesundes“ und auch tragfähiges Wachstum hat. Was vielleicht auf kleinerer einfachen Ebene (Föderal) durch alternative Ansätze noch Früchte trägt, ist auf großer zentralistischer Ebene ineffizient und zum… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Danke für Ihr Posting. Ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstehe. Dass Planwirtschaften im eigentlichen Wortsinn, wie wir sie schon kannten, keine Lösungen sind, haben diese selbst bewiesen. Inwiefern China Planung und Mark kombiniert einsetzt, sowie – nicht zu übersehen – auch andere Formen von Gestaltung und Regulierung, erschliesst sich dem externen Beobachter kaum.

Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Sehr geehrter Herr Professor Malik, ich bin mittlerweile zurückhaltend geworden von den Möglichkeiten die Kybernetik bietet zu erzählen. Zu oft habe ich erlebt, dass man zwar eine Weile interessiert zuhört, das Gehörte dann aber beiseite legt wohl mit dem Gedanken „schon halbwegs interessant das Konzept ich bleibe aber bei meinem bisherigen“ Als ob Kybernetik nur eine Variante oder Alternative wäre. Weit gefehlt. Dann ist mir dazu ein Vergleich eingefallen. Eben habe ich den Text beim Emails durchsuchen wiedergefunden und poste ihn hier in der Hoffnung dass das ein Erkläransatz ist der mehr Anklang erfährt und mehr Interesse weckt sich näher… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Gast
Fredmund Malik

Lieber Herr Ludwig, was für ein schönes und wichtiges Posting. Herzlichen Dank dafür.
Sie eröffnen einen interessanten Weg, sich gedanklich der Kybernetik zu nähern und deren Erkenntnis- und Praxispotenziale zu erschliessen. Sie haben von Anfang an zu den kreativen und auch positiv-kritischen Mitwirkenden auf meinem Blog gehört. Wen würden Sie sich als Teilnehmer zu der von Ihnen vorgeschlagenen Super-Syntegration wünschen?

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