Typischer Kausalitätsfehler – Euro

//Typischer Kausalitätsfehler – Euro

Typischer Kausalitätsfehler – Euro

Im heutigen „Spiegel“ finden wir die Schlagzeile „Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 2010“ und in der Überschrift steht „Griechenland Krise“.

  1. Das eine hat mit dem anderen so gut wie nichts zu tun. Aber der Leser bekommt den Eindruck, der Euro falle wegen Griechenland.
  2. Wogegen fällt eigentlich der Euro? Ja, gegen den Dollar. Warum? Weil der Dollar steigt, nicht weil der Euro fällt. Das ist ein arithmetischer Effekt. Weshalb der Dollar steigt und – nach Korrekturen – weiter steigen wird, steht oft in diesem Blog.
  3. Hat der Euro im Binnenmarkt an Kaufkraft verloren und ist also in diesem Sinne gefallen? Nein.
  4. Warum ist der Stand des Euro gerade für 2010 so wichtig, dass er als Vergleichsmassstab für eine dramatische Schlagzeile herhalten soll?

Dieselbe Schlagzeile-Nachricht werden wir heute noch oft lesen. Die Leitblätter machen es, die Sekundärmedien greifen es auf. Die Welt plappert es nach… Systematische Desinformation – nichts anderes.
Wenn Griechenland Pleite macht, dann hat das weit eher der Währungsfond zuverantworten und die völlig hirnrissigen Auflagen, die man dem Land macht. Und die Banken werden genau gleich abschreiben müssen, wie sie es ohne die Mia-Hilfe an Griechenland hätten tun müssen. Doppelter Verlust: die Staaten verlieren und die Banken verlieren. Die Hälfte hätte man sich sparen können.

Von |2012-01-09T07:57:08+00:00Januar 9th, 2012|Allgemein|22 Kommentare

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MI
Gast
MI

Guten Morgen Herr Professor Malik,
ich will Sie nicht mit FAZ Artikeln „zumüllen“, fand diesen aber auch sehr interessant und (noch) ein schönes Beispiel für die Ignoranz von wissenschaftlichem Establishment und menschlichem Verhalten:
Theorie der Kontinentaldrift – Der Weltbildzertrümmerer:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/theorie-der-kontinentaldrift-der-weltbildzertruemmerer-11593944.html
Mit bestem Gruß
ps – eine Veröffentlichung dieses Postings ist nur notwendig, wenn Sie diesen Artikel, auch für die anderen Leser, als lesenswert im Sinnes dieses Blogs erachten.

A.I.
Gast
A.I.

Ein schöner Artikel, der mit gut gefallen hat. Auch Heisenberg wäre fast durch seine Doktorprüfung gefallen, weil er nicht wusste, wie ein Akku funktioniert oder wie man das Auflösungsvermögen eines Mikroskops berechnet. Folgerichtigerweise bestand unser Professor im Anfängerpraktikum darauf, dass wir diese Dinge beherrschen, weil man ohne sie keinen Nobelpreis bekommen kann 🙂 Manchmal irren Experten und der Außenstehende hat recht. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass der Laie jedesmal recht hat. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass der Laie in seiner Argumentation Dinge vergisst, die lange bekannt und gesichert sind. Wenn ich etwas höre oder lese, glaube ich… Weiterlesen »

Dr. Martin Müller
Gast
Dr. Martin Müller

Sehr geehrter Prof. Malik,
Sie schreiben, dass der Währungsfonds eine Griechenland-Pleite zu verantworten hätte. Sind es nicht ursprünglich vielmehr die Griechen selbst, die hier das originäre Verschulden tragen?
Mit freundlichen Grüßen
Martin Müller

Gordon Gecko
Gast
Gordon Gecko

@:“Doppelter Verlust: die Staaten verlieren und die Banken verlieren. Die Hälfte hätte man sich sparen können.“, Genau! Das wäre das Gleiche. als wenn ich meinem hoffnungslos überschuldetem Schwager, der kurz vor der Insolvenz steht, 50000 Euro leihe, weil er mich so innig bittet und ich weich werde. Völliger Blödsinn sowas zu tun. Da rate ich ihm doch eher, mache Privatinsolvenz(also bei seinen Gläubigern vergleichbar mit der Abschreibung der Banken), möglichst noch in London, und Du bist in 1 Jahr schuldenfrei und ich gebe Dir danach die 50000 für einen Neustart.Denn ob er nun mit 1 Mio oder mit 1 Mio… Weiterlesen »

Dr. Martin Müller
Gast
Dr. Martin Müller

So leicht ist das leider nicht, da der Schuldenschnitt uns auch betrifft. Es muss also abgewogen werden, was für ALLE Beteiligten nachteilhafter ist.

HB
Gast
HB

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Malik, sehr geehrte Bloger, schlussendlich stehen immer wieder Menschen am Ende einer Verteilungs- und Kommunikationskette. Dieses Verhalten wird immer studiert, dokumentiert und dargelegt. Darunter viele Menschen, deren Verhalten in 600 verschiedenen Verhaltenstudien erkundet werden. 600 Fallbeispiele vs. 6 Mrd. Menschen, wir verlassen die Prozentebene und divideren es entsprechend… Es gilt jetzt Instrumente, Kommunikationen, die global alle erreichen, und Neuorientierungstools zu verwerten oder allen nutzbar zu machen, möglichst vielen ein für jeden einzelnen erklärbares, verständliches und seiner Situation angepasstes „Erklärendes Maß“ an Verständlichkeit rüber zu bringen, damit er/sie für sich und seine Familie ein zufriedenes Leben… Weiterlesen »

HB
Gast
HB

….oder feinzelne für uns selbstverständliche Statuten, der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Ressolution 217 A der Gerneralversammlung vom 10 Dez. 1948 aufgeben hat müsssen – kann sich kaum mehr in 600 Fallstudien erklären lassen – und steht wenn er noch kann auf. Das ist momentan der Moment der „Transformation“ vom Alten in die Neue Welt; sicher wird das eine halbe Generation in Anspruch nehmen. Gut ist das ich jung genug bin, um daran teil zu haben und alt genug die Erzählungen meiner Großmama zu kennen und mir, wie Millarden anderer mir wünsche, das sich rasch was ändert – und mir… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Wir stecken in einem echten Dilemma. Scheidet GR aus der Eurozone aus, kann es zu Dominoeffekten kommen, deren Folgen heute noch niemand abschätzen kann. Verbleibt GR, muss es sparen auf Teufel komm raus, weil für eine Fortsetzung des Bisherigen niemand zahlen will. Natürlich wäre es optimal wenn GR und die anderen „Schlawiner“, neben der Sparpolitik, zu einem besseren Funktionieren kommen würden. Allein in GR dürfte es eine echte Herkulesaufgabe sein, diesen Augiasstall auszumisten und die Steuerfahndungsmaßnahmen in I zeigen, das es dort auch nicht viel besser zugeht als in Hellas. Allerdings bin ich persönlich der Auffassung, das man diesen echt… Weiterlesen »

Sebastian
Gast
Sebastian

Hallo Herr Malik,
Nachdem ja vor kurzem tatsächlich negative Zinsen bei der Staatsanleihen-Versteigerungen erzielt wurden, vermisse ich ernsthafte Analysen in den Medien. Vorallem fehlt immer wieder die Erklärung, warum eine Bank das Geld nicht einfach „unters Kopfkissen“ legt, sondern die negativen Zinsen akzeptiert.
Für mich riecht das alles nach Deflation, ich kann es nur nicht genau erklären.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Als dieser Tage gemeldet wurde, es gäbe in GR Verbrecher, wie z.B.
Phädopile, die auf Grund dieses Status Vorteile geniessen, dachte ich, eh, das darf irgendwo nicht wahr sein. Da läuft ein gänzlich gruseliger Film ab. Möglicherweise eine gezielte Desinformation? Jetzt liest man, den Gläubigern wird Zwangsverzicht angedroht. Ja, die sind gänzlich von allen guten Geistern verlassen! Es wird nun wirklich Zeit die Götter vom Olymp zu holen. Nur eine kreative Zerstörung dieses Systems kann dort
besseres System hervorbringen. Was ist hier kreativ ? Keine Knete mehr von den hart arbeitenden Malochern. Null!Finito!Macht Euren Dreck alleine!