Besseres Wissen oder Sturheit?

//Besseres Wissen oder Sturheit?

Besseres Wissen oder Sturheit?

Besseres Wissen oder Sturheit?

Viele zweifeln am Deflationsszenario. Das ist zwar verständlich, aber ich halte weiterhin daran fest. Hier nur drei meiner vielen Gründe dafür:

1. Investors Psychology: 97% der Investoren glauben derzeit an ein weiteres Steigen der Ölpreise. Warum? Unter anderem weil sie im Öl bereits lang sind. Sie machen sich selber Mut. Wenn praktisch alle schon im Markt sind, wer bleibt also noch übrig, um den Ölpreis noch weiter in die Höhe zu treiben? Bei solchen Ratings kehren die Preise zumeist um und fallen umso dramatischer.

2. Deflation kommt von den Schulden: Auch jene Investments, die nun noch eine Zeitlang zu einer Reflation führten, sind grossteils mit Krediten finanziert. Hedgefunds gehen nicht voll bezahlt in die Rohstoffmärkte sondern zu Margins. Dies ist die scharfgestellte Zeitbombe, die bereits bei geringfügigen Preisrückgängen die Deflations-Wasserfälle auslöst.

3. Immobilienpreise: In den USA fallen die Immobilienpreise wieder. Nachdem sie sich kurzfristig erholt hatten, stehen sie heute niedriger als zum bisherigen Krisentiefstpunkt im Janurar 2009.

Von |2011-03-12T11:30:53+00:00März 12th, 2011|Allgemein|16 Kommentare

16
Einen Kommentar schreiben

avatar
6 Kommentar Themen
10 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
9 Kommentatoren
Matthias SchablRalph KellerMartin BodmerMarkus WienerM. Stepanik Letzte Kommentartoren

Diese Seite verwendet Akismet, um SPAM zu vermeiden. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Ihre Kommentar-Daten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste
Benachrichtige mich bei
Peter Lorenz
Gast
Peter Lorenz

Sehr geehrter Herr Malik, wieder einmal darf ich Ihre letzten Beiträge kommentieren und wiederhole mich: Ihre Diskussion finde ich generell hervorragend. Regt sehr zu kritischen Nachdenken allgemein an, keine Frage. Ich bin auch bei Ihnen was die Notwendigkeit für Change anbelangt und glaube Ihnen auch das Sie tolle Tools dafür haben. Trotzdem finde ich es schade das Sie sich immer wieder auf diese kurz- bis mittelfristigen Aktien- und Währungsprognosen einlassen, und somit sich in die Reihe jener Leute begeben von denen geschätzte 150 auf CNBC oder sonst zu hören sind. 50% haben Recht, 50% manchmal wieder nicht. Seit einem Jahr… Weiterlesen »

Alexander Bachmann
Gast
Alexander Bachmann

Sehr geehrter Herr Malik, bald stoßen die USA an ihre Schuldenobergrenze aber diesmal sieht es nicht so aus als könnte sie noch weiter angehoben werden da sich die Republikaner derzeit komplett quer legen. Die USA haben dann eigentlich nur zwei Möglichkeiten: 1. Sie verhängen einen kompletten Ausgabestopp. 2. Sie besorgen sich das Geld auf einem anderen Weg. Da der Ausgabestopp für mich kaum durchsetzbar zu sein scheint, bliebe nur noch Variante 2: durch Verkauf von Immmobilien, Gold oder anderem, Geld in die Kassen zu spülen. Auf einer Nachrichtenseite bin ich über folgenden Kommentar gestoßen: „Die Fed darf aber auf Grund… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Admin

Die USA sind als Folge ihrer jahrzehntelangen Misswirtschaft in einer fast aussichtslosen Lage und müssen, wie immer man es dreht, deflationär wirkende Massnahmen ergreifen. Viele andere Staaten sind aber in einer ähnlichen Situation.

M. Stepanik
Gast
M. Stepanik

Sehr geehrter Herr Prof.Malik,
die furchtbaren Ereignisse in Japan sind noch im Gange, die Auswirkungen können sicher noch nicht abgesehen werden. Trotzdem würde Ihre Meinung dazu und über die möglichen Auswirkungen interessieren. Können solche Katastrophen die grundlegenden Entwicklungen beeinflussen, ändern sich aus Ihrer Sicht die Entwicklungsoptionen für Wirtschaft, Aktienmärkte & Wechselkurse.
Mit freundlichen Grüßen
M.Stepanik
PS: Kompliment zu Ihrem neuen Buch. Einen Schritt zurückzutreten und die großen Zusammenhänge in Ruhe zu betrachten ist heute nicht mehr modern aber notwendiger denn je.

Fredmund Malik
Admin

Danke für Ihre Meinung zu meinem Strategie-Buch, die mich sehr freut.
Ereignisse wie in Japan können die Entwicklung beschleunigen und auch auslösen, aber kaum verursachen. Die Voraussetzungen für eine deflationäre Depression haben sich bereits seit zwei Jahrzehnten aufgebaut.

Markus Wiener
Gast
Markus Wiener

Frage, passend zur Überschrift: Ist Ernst Strasser noch im Aufsichtsrat?
Eine Stellungsnahme Ihrerseits wär wünschenswert, handelt es sich dabei ja nicht nur um den letzten „Korruptionslapsus“ als EU Parlamentsmitglied sondern ein jahrelanges System.
Lese gerne Ihre Lektüren, aber zwischen Wasser und Wein ist dann doch ein Unterschied.

Fredmund Malik
Admin

Ich habe keine Ahnung, in welchen Aufsichtsräten Herr Strasser ist, denn ich habe keinerlei Kontakte zu ihm. Daher kann ich keine Stellungnahme geben, ausser dass Korruption jede Gesellschaft unterminiert.

Matthias Schabl
Gast
Matthias Schabl

Lt. SPÖ Homepage ist Ernst Grasser im Aufsichtsrat des Malik Managment Zentrums St. Gallen
(Quelle: http://www.spoe.at/bilder/d270/strasser.pdf). Stimmt das?

Martin Bodmer
Gast

Wird es nun spannend, da die „Zinswende“ eingeleitet ist und das Inflations-Szenario definitiv die Frontseiten erobert?
Andererseits scheint auch die Umschuldung Griechenlands wieder salonfähig zu werden, was wohl einiges in Bewegung setzen würde.
Zwischen den Zeilen finden sich immer wieder Anhaltspunkte für die scharf gestellte Zeitbombe.

Fredmund Malik
Admin

Es wird massenpsychologisch sehr spannend, und ökonomisch ein Desaster. solange man mit den veralteten Mitteln arbeitet. Da sind immer mehr Zeitbomben scharf gestellt.

Ralph Keller
Gast

Grüezi Herr Prof. Malik
Die EZB will mit der heute angekündigten Zinserhöhung der Teuerung entgegentreten.
Welche Auswirkungen hat der heutige Zins-Entscheid auf Ihr Deflationsszenario?
Freundliche Grüsse
Ralph Keller

Fredmund Malik
Admin

Die Deflation kommt deswegen umso sicherer und schärfer, denn hier werden veraltete Massnahmen auf das falsch definierte Problem angewandt. Die Zinsen bringen die notleidenden Länder um. Die Gläubiger müssen ihre Forderungen an Portugal abschreiben. Die Sparprogramme zwingen die Wirtschaft in die Knie. Das alles sind deflationäre Folgen.