Deflation – was sonst?

/, Ökonomie/Deflation – was sonst?

Wer seit 2008 die Gefahren einer Inflation in den Vordergrund gestellt hatte, wird sich vielleicht veranlasst sehen, seine Position – und damit wohl sein gesamtes ökonomisches Weltbild – neu auf den Prüfstand zu stellen.
Seit spätestens 2000 sind die Voraussetzungen für eine Deflation erfüllt. Darüber wurde und wird hier im Blog seit langem diskutiert. Prof. Heinsohn, dem ich herzlich danke, hat dazu einen neuen Beitrag geschrieben, der unter anderem die Margin-Verschuldung an den Finanzmärkten aufgreift, die ich hier am 16.8. dargestellt habe.
Sehen Sie dazu auch die bisherigen Artikel von Heinsohn und mir, die Sie in der rechten Randspalte verlinkt finden.

By |2014-09-05T08:07:52+00:00September 5th, 2014|Deflation, Ökonomie|39 Comments

39
Leave a Reply

avatar
13 Comment threads
26 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
13 Comment authors
John RamboNJPulsP. JakobHerbert SauruggGuido Lingnau Recent comment authors

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

  Subscribe  
neuste älteste
Benachrichtige mich zu:
Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die EZB hat im bisherigen Verlauf alle Gesetze und Regeln gebrochen und sie hat offenbar einen Freifahrtschein dazu. Ernsthafter Widerstand der Buba oder der Bundesregierung wird nicht mehr geleistet. Handelsblatt „Axel Weber rechnet mit der EZB ab Die EZB hat den Leitzins gerade quasi abgeschafft. UBS-Chef Axel Weber warnt im Handelsblatt-Interview so scharf wie kaum ein anderer vor der Politik des billigen Geldes. Das Risiko neuer Krisen sei gravierend.“ Nehmen wir mal an, die alten und neuen Beschlüsse der EZB werden in einen Reisekoffer gepackt. Können Sie Herr Prof Malik bzw Prof Heinsohn, einmal den weiteren Reiseverlauf dieses „Koffers“ beschreiben… Read more »

Gunnar Heinsohn
Mitglied

Will man eine Inflation brechen, setzen Zentralbanken die Zinsen hoch, damit Geschäftsbanken beim Weiterverleihen ihren Firmenkunden prohibitiv hohe Sätze abverlangen müssen. Zugleich akzeptieren Zentralbanken ausschliesslich erstklassiges Kollateral und lassen sich nur auf sehr kurzfristige Kreditfristen ein. Nicht zuletzt erhöhen sie die Mindestreserven, um den Banken Kapital für das Besichern weiteren Ausleihens zu nehmen. All das soll wirtschaftliche Aktivität – also das Eingehen von Schulden als Basis fürs Investieren – verlangsamen. Will man eine Deflation brechen, wird darauf gerechnet, dass man nur das glatte Gegenteil dessen machen müsse, was gegen eine Inflation zum Einsatz gekommen ist. Man drückt die Zinsen gegen… Read more »

Bluum
Gast
Bluum

Sehr geehrter Prof. Heinsohn, vielen Dank für diesen meiner Ansicht nach besten Artikel zum Handlungszwang der Zentralbanken in den letzten Monaten! Den sollten sich alle ansehen, die in der Welt etwas zu entscheiden haben – und dann Lösungen im Gleichklang entwickeln, was man denn nach der ZB-Pleitewelle mit den zornigen Bürgern machen will, die für diesen Schmu bürgen, aber keine Unternehmensbeteiligungen besitzen, die ihnen Dividenden fürs Alter erwirtschaften. Ich rechne leider nicht mehr damit, dass diese Bürger vorher tätig werden. Fußball und Handys, Urlaub und Spiele sind ja so viel interessanter als die Erosion unseres Wohlstandes 🙁 Auch wenn es… Read more »

Brummer, Birgit
Gast
Brummer, Birgit

Einen ganz dicken Dank, Herr Prof. Heinsohn, für diese Klarheit,
die ich so nicht kannte, die mir und hoffentlich jedem hilft, die
Situation zu verstehen.
Eine wichtige Frage bleibt: Wer bitte wird mit welchen Partnern
die richtigen Hebel stellen? Es bleibt ein Weltwettbewerb um die Besten unter extremen Bedingungen. Welche kybernetischen Gesetze werden wann (rechtzeitig) erkannt? Immerhin erscheinen in der Presse
und Fachpresse bereits kritische Artikel. Wen können wir in unserem Umfeld sensibilisieren? Bei den lokalen Politikern habe ich es schon versucht. Das alte Lied: noch nicht mehrheitsfähig!
Dieser Blog ist großartig, aber ich möchte so gern etwas MACHEN,
ohne auf der Strasse zu pöbeln.

Herbert Saurugg
Gast

Ich denke, es macht am meisten Sinn, Gleichgesinnte zu suchen und sich zu vernetzen! Je größer das Netzwerk wird, desto mehr wird es wahrgenommen und desto leichter können Veränderungen angegangen werden. Als Metapher könnte das Schneeballsystem/Lawine dienen. 😉

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Liebe Frau Brummer, sie können nichts machen. Wir wissen, das wir letztlich in eine Sackgasse fahren, aber es geht an jeder Ecke weiter und weiter. Die Schlüsselrolle hat bei der Streckenführung die EZB, die neben der Geldpolitik auch die Finanzpolitik an sich gerissen hat. Die Masse kann nicht vorausschauend denken und sie kennt nicht die Rahmenbedingungen unserer Ökonomie und Gesellschaft! Sie glaubt, was sie glauben will oder glauben gemacht wird. Eine Sackgasse ist nicht dabei und sie verweist vorerst zu recht darauf, et hätt noch emmer joot jejange“…

klausju
Gast
klausju

Guten Tag Zusammen, für mich stellt sich nur noch die Wichtige Frage, Wie schnell werden die Mittel welche die Politik noch hat, ins leere laufen. Staatsausgaben drastisch erhöhen, noch einmal 2-3 Billionen Euro neue Staatsverschuldung sind in Deutschland sicherlich noch drin. EZB, Zentralbank Bilanzaufblähung noch einmal um 4 Billionen sicherlich auch möglich. Nur wie schnell werden diese Maßnahmen verpuffen? Zuerst sicherlich noch gut greifen jedoch glaube ich dass es immer schneller immer mehr geld Bedarf um die gleiche Wirkung zu erzielen. Wie damals Briefmarken 1929 1Mark 100Makr 10.000 Mark 1Mio Mark 5 Mio Mark 50 Mio Mark 1 Mrd Mark.… Read more »

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Nach der von Paul Watzlawick beschriebenen Logik „Mehr desselben“ will Draghi das Unheil der Deflation abwenden. Diese Waffe war aber schon bei der letzten Leitzinssenkung auf 0,15% ziemlich stumpf. Warum sollte es jetzt anders sein? Es wird wieder überdeutlich, dass die erklärungsstärkeren Theorien sich in einem monolithischen Umfeld nicht durchsetzen können.

Abdullah Mansury
Gast
Abdullah Mansury

Guten Tag, wieder eine bestechende Analyse von Herrn Prof. Heinsohn. Zu den Margin-Krediten habe ich eine Frage: Ist das derzeitige negative Saldo von ca. USD 180 Mrd. nicht vergleichsweise gering angesichts eines Marktwerts von mehr als USD 15bn (?) der im S&P 500 aufgefuehrten Unternehmen? Anders gefragt, wenn die Kreditnehmer zurueckzahlen muessen und daher ihre Positionen liquidieren, wuerde der Preisverfall nicht relativ gering sein? Oder ist ein Lawineneffekt zu erwarten, weil eine allgemeine Verkaufswelle ausgeloest wird?

Guido Lingnau
Gast

Ich glaube, dass die Demografie einen entscheidenden Anteil an der nicht aufkommenden Inflation hat. Die Babyboomer Westeuropas haben ihre Phase der Innovationen und Investitionen hinter sich gebracht. Sie sparen Geld für den Ruhestand. Familien mit jungen Kindern, die ebenfalls viel investieren und zusätzlichen einen hohen Konsumbedarf haben, gibt es so wenige wie noch nie. Die Unternehmen sparen im Saldo selbst statt Kredite nachzufragen. Denn sie haben keinen Bedarf an Erweiterungsinvestitionen. Deutschland schafft es, seine fehlende Investitions- und Konsumnachfrage über einen hohen Exportüberschuss auszugleichen. So hatten es Schweden und Finnland in den 1990ern auch geschafft, ihre demografische Nachfrageschwäche zu überwinden. Letztendlich… Read more »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Jandaya: Draghi fordert eine wachstumsfreundliche Finanzpolitik. Steuern und unproduktive Ausgaben müssten reduziert werden.
vor 17 Min (21:32) – Echtzeitnachricht
Wenn man Steuern reduziert, lieber Herr Draghi, muss man auf der
Ausgabenseite auch was machen.
Unproduktive Ausgaben=Sozialleistungen.
Feigling !!!

Herbert Saurugg
Gast

Jetzt pfeifen es schon die Spatzen vom Dach … http://orf.at/stories/2245790/2245793/ „Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre bisherige weltweite Konjunkturprognose am Montag dramatisch nach unten revidiert und warnt, dass es noch schlimmer kommen könnte: Die derzeitige „Euphorie“ an den Börsen beruhe wohl „wieder einmal“ auf falscher Risikobewertung, weshalb eine „jähe Kurskorrektur“ drohe. In anderen Worten: ein Crash. „Eine Inflation nahe null erhöht auch klar das Risiko, in eine Deflation zu fallen, was die Stagnation verfestigen und die Schuldenlast erhöhen könnte“, so die OECD.“ „Doch im Verborgenen wächst die Sorge vor einer „Krise 2.0“. Experten fürchten, dass die… Read more »

NJPuls
Gast
NJPuls

Zu den Meldungen, deren deflationäre Tragweite wohl kaum jemand auf dem Radar haben wird, gehört dieses Urteil: http://www.mietrecht.org/mietminderung/mietminderung-legionellen/
Rund ein Drittel des Immobilienbestandes übersteht derzeit einen qualifizierten Legionellentest nicht unbeschadet und bereits die latente Verkeimungsgefahr genügt für einen Anspruch auf Reduktion von 25 % der Miete. Wenn sich das in einem Wohnblock herumspricht, dürfte das jegliche Finanzierung aufs Äußerste strapazieren und von Investoren wohl kaum über längere Zeit durchzuhalten sein. Sanierungskosten kommen noch hinzu.
Immobilien können sich so über Nacht in wirtschaftliche Totalschäden verwandeln.
So gesehen ist auch das Betongold derzeit kein sicherer Hafen mehr zur Vermögenssicherung …

John Rambo
Gast
John Rambo

Der Dow ist bei über 17000 und der Dax wird wohl bald auch wieder 5 stellig…
Was soll die nächsten Monate passieren damit es 2015-2016 die von Ihnen erwarteten Kaufkurse (also fast alles für fast umsonst) geben wird?

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Wissen Sie was eine Blattsäge ist? Es ist eine klassische Säge, die von zwei Seiten und mit zwei Personen mit einem Sägeblatt über den Baumstamm gezogen wird. Push und Pull, also ziehen und schieben. Das hat sehr viel mit der EZB und der FED zu tun. Während die FED die Anleihekäufe reduziert, weitet die EZB, mit ABS Papieren, die Anleihekäufe aus.Womöglich asymmetrisch, die EZB kauft mehr, als die FED reduziert. Merkwürdigerweise finden diese Käufe an dem unsicheren Markt privater Schuldverbündelungen statt, die ja 2008 schon in den Abgrund geführt haben. Das ist wieder an klarer Verstoß gegen eiserne Regeln einer… Read more »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

S&P senkt den Ausblick für Frankreich von stabil auf negativ.
S&P senkt den Ausblick für den EFSF von stabil auf negativ.
Das sieht alles andere als gut aus. Damit werden giftige Zweifel in die
Märkte gestreut.
Ich würde mal tippen, der Euro wird gegen US Dollar verkauft…
Das ist noch Platz bis zur Parität und darüber hinaus….siehe Euroeinführung.
Anleger im Dollarraum könnten sich veranlasst sehen europäische Aktien
zu verkaufen. Die ersten Kursverluste haben sich schon eingestellt und
auf weitere Währungsverluste hat man keine Lust…
Risikobewusste können mit sehr kleinem Geld den Euro shorten.
.

Herbert Saurugg
Gast

„Die USA und Großbritannien wollen gemeinsam den Kollaps einer internationalen Großbank simulieren. Die beiden Länder wollen am Montag bei einem Test prüfen, ob sie rund sechs Jahre nach der Finanzkrise einen möglichen Zusammenbruch eines riesigen Geldinstituts verkraften könnten.“
http://orf.at/stories/2249147/
Interessanter Zeitpunkt für eine solche Simulation. Das Problem ist, was ist, wenn es mehr als um eine Großbank geht …
Der Dax hat gestern -2,4 % gemacht. Mal schauen, wie die nächste Woche weitergeht.

Herbert Saurugg
Gast

„Ich glaube, die Zukunft Europas wird sich in den nächsten zwei, drei Monaten entscheiden.“
Laut Giordano Lombardo, Chief Investment Officer von Pioneer Investments, ist die Situation in Europa ernst und gefährlich. Er erwartet demnächst Klarheit über die Entwicklung der Märkte.
http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/international/3891077/Die-Zukunft-Europas-wird-sich-in-den-naechsten-zwei-drei-Monaten?_vl_backlink=/home/index.do

Herbert Saurugg
Gast

„Das deutsche Anlegermagazin „Der Aktionär“ hat dazu in der Vorwoche auch noch einen an sich ziemlich verlässlichen, bei uns aber nur selten angewendeten Indikator ausgegraben: Das sogenannte Shiller KGV (das sich auf den breiten US-Index S&P 500 bezieht, die Inflation berücksichtigt, einen zehnjährigen Beobachtungszeitraum umfasst und deshalb viel aussagekräftiger als das gewöhnliche Kurs-Gewinn-Verhältnis ist). Dieser Indikator stand in der Vorwoche (in der Zwischenzeit dürfte er geringfügig niedriger sein) bei 26,5 – und damit auf einem Wert, der in den vergangenen 130 Jahren nur dreimal noch höher war: 1929, 2000 und 2007. Was in den jeweiligen Folgejahren passiert ist, braucht man… Read more »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Eigentlich kann man beim heutigen Indexstand von etwa 8700 sagen, wenn man die Höchststände von 2000 und 2007 heranzieht, es ist doch noch garnichts passiert. Allerdings sind im heutigen Performanceindex die Dividenden seit dieser Zeit hinzugerechnet worden. Die Übertreibung war so gesehen 2000 höher als heute. Was auch deutlich wird an den damaligen Frisörgesprächen, Wahnsinn Neuer Markt usw. Hat man den Absprung beim Höchststand nicht geschafft, kann man Papiere die noch über Kursgewinne verfügen, geben. Ist das nicht mehr der Fall, muss man absichern, zum Beispiel mit einem Faktorzertifikat Minus DAX. Aber man muss sich informieren über die Funktionsweise und… Read more »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Geldtransfers nach dem Irakkrieg Irakische Milliarde landete in Bunker im Libanon Mindestens zwölf Milliarden Dollar in bar schickte Amerika nach dem Irakkrieg in das zerstörte Land. Doch mehr als eine Milliarde davon landete im Libanon. Und keiner weiß, was passiert ist. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/stuart-bowden-sagt-iraks-dollar-im-bunker-in-libanon-13203896.html Da ja alle Finanzgesetze in Euroland und natürlich auch in den USA gebrochen wurden, braucht es nicht zu verwundern. Anweisung an Alan, Ben, Yannet, leg ein paar Rollen mehr ein… Halt die Bücher sauber, verbuch es unter Probedrucke. Jetzt kann man auch Dick verstehen, Defizite sind doch egal…Da dafür auch nicht gearbeitet wurde, ist auch klar, warum sich… Read more »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Ihr Sachverstand, Expertise ist gefragt, Herr Prof. Malik. Die Rutschpartie geht heute weiter und eine echte Erholungsphase ist ausgeblieben. Besondere Aufmerksamkeit widme ich den wichtigsten Rohstoff dieser Welt: Brent/WTI. Es ist mehr als erstaunlich, wie wohl ein Land, Saudi Arabien, den Preis kontrollieren und dominieren kann. Für mich sieht es so aus, als wenn der Ölpreis von den sieben Schwestern auf ein bestimmtes Niveau gehievt wurde und die Angebots/Nachfragesituation nur eine Oberwelle in dem Spiel ist. Ich nehme weiter an, das man Putin damit nicht richtig treffen kann, denn ich traue ihm zu, das er rechtzeitig den Braten gerochen- und… Read more »