Geld auf der Bank: Was ist das eigentlich?

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Geld auf der Bank: Was ist das eigentlich?

Als Ergänzung zum Liquiditäts-Posting von gestern: Wenn die Leute von Geld reden, meinen sie meistens Geld auf der Bank. Das ist aber kein Geld im engeren Sinne, sondern es ist bloss eine Forderung gegen die Bank. Falls die Bank bankrott macht, ist auch dieses „Geld“ weg, weil die Bank nicht mehr auszahlen wird. Jedoch ist die Forderung so lange sicher, als die Bank gesund ist und auch die Spareinlage-Versicherung funktioniert. Aber es ist nicht wirklich Geld.
Nur wenn ich Banknoten oder Münzen im Tresor der Bank habe, dann habe ich „Geld auf der Bank“, oder besser würde man sagen „Geld in der Bank“. Erst wenn man diesen Unterschied klar versteht, hat man den ersten – und schon einen grossen – Schritt zum Verstehen der Wirtschaft gemacht.

Von |2011-09-07T21:23:57+00:0007.09.2011|Deflation, Finanzmärkte, Wirtschaft|35 Kommentare
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gw..
Gast
gw..

Guten Tag Professor Mailk, auch Dank Ihrer Hinweise werden die durch den Debitismus erklärbaren „Verwicklungen“ transparenter und die in den Forderungen ja eher versteckte Schulden- und damit Gläubigerproblematik transparent (vgl. Ihr Posting vom 15.07.2011: „Verkehrte Welt: Ein Schuldner- oder Gläubiger-Problem?“). Dafür zunächst meinen herzlichsten Dank. . Zum Thema: Ist aber Bargeld nicht letztlich auch bloß eine Forderung – nämlich ein mit wunderschönen Motiven und Guillochen sowie relativ guten Sicherheitsmerkmalen ausgestatteter verbriefter Schuldschein der jeweiligen Notenbank? . Wenn dem so ist, und man bei der EZB das ganze Drama um Staatsanleihenaufkäufe, Target 2-Forderungen, mangelhafte Interbankenfinanzierung usw. usf. mit in den Fokus… Weiterlesen »

Matthias Scheiblauer
Gast
Matthias Scheiblauer

Sehr geehrter Hr. Professor Malik,
So gehen ist Ihr Ratschlag wegen der Deflation in Liquidität zu gehen bzw. zu bleiben theoretisch zwar richtig aber praktisch gar nicht durchführbar, weil sich die Kreditqualitäten gerade in der Deflation verschlechtern. Womit mein „Geld auf der Bank“ plötzlich zur wertlosen Forderung gegen eine Pleitebank oder gegen einen Pleitestaat wird.
Also doch in Sachwerte investieren?
lg ms

Georg Karp
Gast
Georg Karp

Und wenn die Bank bankrott geht, was ist dann mit meinem „Geld in der Bank“? Ob Forderung gegen die Bank oder „auf der Bank“, wo ist bitte da der Unterschied?

Karin Binder
Gast
Karin Binder

sicher viel zu frühe Re-Aktion, aber aus unserer Praxis im August : Geld auf der Bank, Geld aus der Bank, (weil wir uns nicht immer i.d. Nähe unserer Bank aufhalten). Grössere Bank, München, größerer Betrag, Auszahlung in 2 Terminen, Wartezeit jeweils ca. 2-4 Tage, jeweils warten i.d. Bank ca. 1 Std, zählen ca. 1 Stunde in Gegenwart von 2 Bankangestellten….wenn das nur 10 Menschen pro Woche machen würden, wäre diese große Filiale mitten im Zentrum von München bereits überfordert.

Edmund Mayer
Gast
Edmund Mayer

Währungsreform wird sicherlich überraschend eintreten, und gerade weil es ein historisch einmaliger Coup wäre, für mich durchaus im Bereich des Möglichen. In diesem Fall wäre aber Ihre Deflationsstrategie (Bargeld) fatal…nur wer über Sachwerte verfügt, würde hier nicht ganz rasiert werden. Ich halte eine 50% Bargeld/50% Sachwerte Strategie für wesentlich risikoärmer. Bei Sachwerten eher keine Immobilien und vielleicht für die „Timing-Experten“ auch erst etwas später Aktien…das rechtzeitige Erkennen, wann man sein Geld von der Bank holt, ist auch nur was für die „Timinig-Experten“ (Stichwort Bank-Run).

Andreas Polski
Gast

In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit dem Thema Geldanlagen auseinandergesetzt. Was mich vor allem interessiert hat war, wie die Reichen ihr Geld anlegen.
Das Ergebnis: Reiche Menschen investieren ein Großteil ihres Vermögens in Sachwerte wie Immobilien und Aktien, wodurch ein regelmäßiges Einkommen erzielt wird (egal wie die Währung auch heißen mag). Ausserdem verfügen reiche Menschen meist über einen hauseigenen Tresor, der neben Schmuck und wichtigen Dokumenten auch Bargeld und Gold enthält.
Daher können reiche Menschen weder von Inflation oder Deflation, noch von einer Währungsreform überrascht werden.

Peter Kästner
Gast

Zum Schulden machen gehören immer zwei, ein Gläubiger der das Geld besitzt oder eine Bank mit der Lizenz zum Geld drucken, der Schuldner leiht sich das Geld im Vertrauen auf seine Arbeitsleistung. Da das Geld aber schon vorhanden ist, wurde es zuvor schon durch Arbeitsleistung erwirtschaftet, meist von den selben Schuldnern die es sich jetzt leihen. Die Gläubiger hoffen damit die Arbeitsleistung des Schuldners grenzenlos steigern zu können. Was natürlich nicht auf Dauer funktioniert. Der Wert einer Arbeit sinkt mit zunehmender Zahl der Produzenten. Selbst ein Hochschulstudium garantiert keinen Arbeitsplatz. Die Erde wächst nicht mit der Bevölkerung mit. Zunehmende Masse… Weiterlesen »

Eric Devandt
Gast
Eric Devandt

Aufgrund Ihres Hinweises, habe ich mich mal mit dem Thema Tresoranmietung beschäftigt. Es ist auffällig, dass im Prinzip alle Banken die Aufbewahrung von Bargeld ausschließen bzw. Bargeld nicht versichert ist. Aus Sicht der Banken ein verständlicher Schachzug.
Auf diese Problematik wurde m.E. im Blog noch nicht hingewiesen. Bleibt doch nur der hauseigene Tresor??

Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Bei meiner örtlichen Bank ist der Inhalt des Schließfaches gegen Raub, Feuer, Wasser usw. versichert. 60 cent pro 1000€ und Jahr
mit freundlichen Grüßen
Stefan Ludwig

Hans-Jürgen Sopper
Gast

Das sehr wenige Menschen wissen, was Geld wirklich ist! Und dies ist ein großes Problem. Aufklärung und Ausbildung ist wichtiger denn je!!

Thomas Moroder
Gast

Versichert von wem? Einer Bank oder einer Versicherung? Wenn man das Geld schon im Tresor aufbewahrt, dann gerade weil man es nicht auf einem Bankkonto haben will oder sonst eine Versicherungsgesellschaft (meist Kapitalgesellschaft) als Counterpart haben will. Denn die Versicherung ist wiederum nur eine Forderung, die Sie gegen einen Schuldner haben.
Vielleicht etwas vereinfacht, aber im Zweifelsfall würde ich einen Tresor im Hause bevorziehen 😉
Thomas

Hans-Jürgen Sopper
Gast

Guten Morgen Herr Prof. Malik, ich denke, dieses Thema könnte man wunderbar am MZSG umsetzen. Ich denke dabei an eine Ausbildungsreihe und Fortbildungsreihe für Unternehmer, Führungskräfte, Top-Manager, Uni-Absolventen und ggf. Schüler. Themen könnten sein: 1. Was ist Eigentum? 2. Was ist Zins? 3. Was ist Geld? 4. In welchen Wirtschaftssystem leben wir wirklich? 5. Welche Bedeutung hat dies für Unternehmen, Manager, Mitarbeiter,etc..? 6. Wie muss man sein Unternehmen führen und welche Bedeutung hat dies auf Ressourcen, Qualität, Stabilität, Finanzierung, Kunden, Management, Innovationen,Strategie, Be-Wertung und Ent-Wertung u.s.w. Ich denke, der Aufklärungsbedarf ist enorm groß und somit auch das Interesse unser Wirtschaftssystem… Weiterlesen »

HansJürgen Sopper
Gast

Hallo Herr Student,
leider habe ich erst jetzt Ihren Kommentar gelesen.
Ja, wenn Sie sich auch in der Eigentumsökonomie auskennen, können wir da gerne gemeinsam starten. Nur gemeinsam geht es voran. Bitte schreiben Sie mich über Facebook oder Xing an, dort finden Sie mein Profil.

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