Fast keine Kenntnisse über die Schuldenlage

/, Deflation, Finanzmärkte/Fast keine Kenntnisse über die Schuldenlage

Fast keine Kenntnisse über die Schuldenlage

Als ich vor vielen Jahren in Barcelona an einem öffentlichen Anlass mit Alt-Kanzler Helmut Schmidt über die sich bereits damals abzeichende Schuldenwirtschaft diskutierte, war eine meiner Fragen, wieviele echte Fachleute es in Deutschland zur galoppierenden Verschuldung gebe und wer überhaupt einen Überblick habe.
Er machte eine lange Denkpause und sagte dann leise, er hoffe doch, dass man 5 finde, mehr als als 10 seien es aber sicher nicht. Als ehemaliger Finanzminister und einer der wenigen versierten Ökonomen unter den Politikern kannte er selbst sich aus und konnte daher auch den Kenntnisstand anderer gut beurteilen.
Nicht verwunderlich also, wieviel Unsinn täglich geredet wird.

Von |2011-10-16T01:06:42+00:00Oktober 16th, 2011|Allgemein, Deflation, Finanzmärkte|22 Kommentare
avatar
6 Kommentar Themen
16 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
10 Kommentatoren
Gerd WalterStefan DeiblerWolfgang KirchnerRene S.Fredmund Malik Letzte Kommentartoren

Diese Seite verwendet Akismet, um SPAM zu vermeiden. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Ihre Kommentar-Daten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste
Benachrichtige mich bei
NJP
Gast
NJP

Sehr geehrter Herr Prof. Malik, die Fakten bezüglich der Staatsverschuldung in der aktiven Phase von Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt sprechen nicht dafür, dass er seinerzeit zu den versierten Ökonomen gehörte bzw. dafür, dass er Verschuldung als probates Mittel der Staatsfinanzierung sah. Ein Hinweis, dass er sich an der Denkweise der meisten Ökonomen und Politiker orientierte, findet sich in folgender Quelle http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m4109.pdf (Dat. 2009): “ (…) Man erkennt, wie sehr auch Helmut Schmidt an die Zukunftsfähigkeit des inflationären Geldsystems glaubt und dessen relativ konfliktlosen Umverteilungseffekt einer automatischen Reichtumsvermehrung zugunsten der Geldvermögensbesitzer kritiklos als Lösungsweg suggeriert. Schmidt deckt mit seiner Lösung den… Weiterlesen »

Franz Gans
Gast
Franz Gans

Wo viele Schulden bzw. Verbindlichkeiten sind, dort muss es logischerweise auch ebenso viele Forderungen geben. Während die Schulden aber auf viele verteilt sind – zumindest bei den Staatsschulden – konzentrieren sich die Forderungen auf relativ wenige. Insofern ist die Schuldenwirtschaft letzten Endes ein Problem ungleicher Einkommens- und Vermögensverteilung. Und damit ist die Schuldenproblematik doch eine politische Machtfrage und kein blinder Automatismus der zwangläufig zu einem deflationären Kollaps führen muss.

Jörg V.
Gast
Jörg V.

Hallo Herr Prof. Malik,
Demokratie =Stimmenkauf,das kostet eben.Sollte man nicht besser diesen destruktiven“Nullzins“ der wichtigsten Notenbanken unterbinden,oder diese unter Kontrolle stellen damit solche Verschuldungsorgien künftig unterbleiben?

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Nicht nur die Schulden galoppieren, sondern in Folge auch die Zinslasten. Heute ist das etwas verdeckt, denn die
Zinssätze sind ja enorm zurückgegangen. Bekanntlich haben wir, aus meiner Sicht, eine unhaltbare negative Realverzinsung. Kurz und mittelfristig mag man dem Zinseszinseffekt eine halbwegs moderate Entwicklung zumessen. Längerfristig ist damit jedes Papiergeld tot. Übrigens, an eine Rückzahlung dieser Staatsschulden denkt wohl niemand. Im Falle GR zahlen ja die Gläubiger die Zeche. Haben das die Anleihekäufer das realisiert ? Das Spiel scheint wohl erst zu enden, wenn der letzte Steuerpenny für den Zins draufgeht.

Stefan Müssler
Gast
Stefan Müssler

Ein lesenswerter Bericht über die Schuldenfalle, in die der Staat getappt ist, findet sich hier: http://www.staatsverschuldung-schuldenfalle.de/
Besonders empfehlenswert sind die kalkulierten Prognoseszenarien bis ins Jahr 2040.

Rene S.
Gast
Rene S.

Sehr geehrter Herr Prof. Malik, Geld(menge) wird überwiegend nicht durch die Notenpressen der Zentralbanken geschaffen, sondern durch Kreditvergabe der (Privat)Banken (Giralgeld). Auf Grund d. niedrigen Reservesätze könnte man also fast sagen, dass Geld „aus dem Nichts“ geschaffen wird, so lange es nur genügend Kreditnehmer gibt. Mit der vollst. Rückzahlung d. Kredits oder der Abschreibung eines faulen Kredits müsste d. Geldmenge dann wieder entsprechend sinken. Da der Kreditnehmer nicht nur den Kredit, sondern auch Zinsen zurückzahlt, muss auch das Geld für diese Zinsen irgendwann geschaffen worden sein. I.d.R. durch eine andere Kreditvergabe an einen anderen Kreditnehmer. Aber auch jener andere Kreditnehmer… Weiterlesen »

Wolfgang Kirchner
Gast
Wolfgang Kirchner

Ich möchte mich dieser Meinung anschließen und sehe den eigentlichen „großen“ Fehler im System darin, dass zwar Geld (durch Kredite) geschöpft wird, die zugehörigen Zinsen aber nicht. Das bedeutet, das System funktioniert nur solange, solange neue Schulden gemacht werden um dadurch die Zinsen zu bedienen. Auf den Punkt gebracht ist es ein Pyramidenspiel, welches exponentielles Wachstum erfordern würde.