Mit Vollgas in die Deflation

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Mit Vollgas in die Deflation

Mit Vollgas in die Deflation

Die Kreditkrise in Europa und den USA verstärkt sich erneut mit voller Wucht. Die Ereignisse der letzten Wochen sind klar deflationär: Portugals Kreditbedarf, schon wieder mehr Kredite für die irischen Banken, die Finanzlage in Spanien und das Anheben der Verschuldungsgrenze in den USA.

Hinzu kommen die gigantischen Zinslasten für die Schuldnerländer. Scheinbar folgerichtig verlangt man von den überschuldeten Staaten drakonische Sparprogramme. Dies reduziert aber Konsum und privates Sparen noch stärker, Produktion und Einkommen werden noch weiter zurück gehen und die relative Schuldenlast wird noch schwerer. Immer weniger reichen die Kreditbesicherungen, weswegen Nachbesicherungspflichten scharf gestellt werden.

Mit Vollgas fährt man auf Multi-Banken- und Staats-Bankrotte zu. Tausende von Milliarden uneinbringlicher Forderungen werden in wenigen Jahren oder schon vorher radikal abgeschrieben werden müssen. Die Zahlungsverweigerung der isländischen Bevölkerung ist dafür ein deutliches Signal.

Zwar ist die Inflationsmehrheit so gross wie noch nie. Aber die Mehrheit hat nur selten die Wahrheit.

Von |2011-04-10T14:29:24+00:00April 10th, 2011|Deflation, Krise|19 Kommentare
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Klaus Oberländer
Gast
Klaus Oberländer

Guten Tag Herr Malik,
kann es sein, dass Rohstoffe und Energie sich inflationär und alles andere sich deflationär entwickelt? Also mir kommt es so vor, aber ich bin kein Analyst.
Mit Ihrem letzten Satz bin ich 100% d’accord.
Freundlichst K. Oberländer

Fritz Rißmann
Gast
Fritz Rißmann

Als Ingenieur schaut man den Ökonomen mit einiger Fassungslosigkeit zu. Da hat man ein monetäres System konstruiert, das ausschließlich auf Verschuldung beruht, kann jedoch die Verschuldung ohne Gefahr eines monetären Zusammenbruchs nicht mehr löschen und häuft deshalb Schulden auf Tod und Verderben an. Es erinert sehr an Goethes Zauberlehrlinge. Dabei sagt doch ihre Gleichung für die Produktivität der Schulden: P = (∆ BIP /∆S) -1 P: Produktivität der Schulden ∆ BIP: Änderung des BIP, Zunahme oder Abnahme, ∆S: Änderung der Schulden, Zunahme (oder Abnahme) das Schicksal ihres Systems voraus. Wenn Schulden nicht gelöscht werden, entwickeln sie sich exponentiell. Das BIP… Weiterlesen »

Martin Bodmer
Gast

Lieber ein Ende mit Schrecken…..?
Nachdem die spanischen Risiken in Portugal auf die „EU-Zahlungsfähigen“ abgeschoben wurden, sieht Spanien seine Probleme als überwunden an und verabschiedet sich vom Sparkurs (siehe NZZ Online „Spanien sieht keine Notwendigkeit für weitere Kürzungen“).
Was passiert aber, wenn die Wachstumsziele nicht erreicht werden?
Warum bürgt China für die Schuldenberge der EU?

Günter Hannich
Gast

Guten Tag Herr Prof. Malik,
Sie sind wohl einer der wenigen die den Durchblick behalten haben. Bei all der Inflationspropaganda heute sieht kaum noch jemand was sich wirklich anbahnt: eine Deflation!
Ich habe selber zwei Bücher zum Thema Deflation geschrieben und weiß, wie schwer es ist der heute propagierten Inflations-Massenmeinung standzuhalten.
Vielen Dank für Ihre deutlichen Worte und Ihre klare Positionierung.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Hannich

Christian A. Wittke
Gast

D’accord, Herr Professor Malik. Inflationiert wird/ist ausschließlich das, auf das entweder vom eigentlichen Markt losgelöst oligopolistisch gewettet werden kann oder das, was tatsächlich rarer wird; eben das, was „past peak“ ist. Öl ist dabei wie die meisten Rohstoffe in einer Zeit global exorbitanten Verbrauchs auf dem Weg vom einen Zustand in den anderen. Der große Rest verfällt mangels (Massen-) Kaufkraft bzw. Über-Produktion und –Sättigung auf der Deflationsspirale schneller als sein Datum. Ich vernahm bisweilen den Versuch, diesen Zustand mit dem Wort „Mix-„ oder „Biflation“ zu beschreiben; allein, egal welches Mischungsverhältnis man ansetzte, der Abstand zwischen armer Masse und reicher Klasse… Weiterlesen »

Robert Rehrl
Gast
Robert Rehrl

Häufig beziehen wir uns auf geschichtliche Hintergründe. Im Sinne der Inflationsmehrheit erfolgt dies bezüglich der Erfahrtung zur „Entschuldung“ von Staaten durch Hyperinflation – ich denke das ist einer der Treiber des Inflationsgedankens!
Wenngleich eine vergleichbare Gesamtsituation zur aktuellen Situation meiner Meinung nach nicht vorliegt, da
– im Grossteil Europas der Euro als Währung vorliegt
– keine Währungsabwertung oder -aufwertung einzelner europäischer Euro Staaten als Regulativ eingesetzt werden kann
Wo die Wahrheit auch immer liegtwird die Zukunft zeigen!
R Rehrl

Cord Tepelmann - TEPELMANN.MENTOR
Gast

Danke Prof. Malik, dass Sie immer wieder die Anzeichen einer Deflation deutlich aufzeigen. Vielfach weise ich bei meinen Aktivitäten auf Ihre Veröffentlichungen hin. Aber die Masse der Inflationsmehrheit kontert immer wieder (wenn überhaupt kommentiert wird), u. a. wie im folgenden auszugsweisen Zitat (Antwort auf meine Lesehinweise): „… danke für die Lesehinweise. – Die Staatsverschuldung nicht nur in den USA ist in der Tat bedenklich. Daß kein Umsteuern erkennbar ist, ist ein frühes Kennzeichen jeder Krise, das stets erst hinterher erkannt wird. Aber der Markt wird es schon richten. :-)) Ich wundere mich immer wieder, daß in der Öffentlichkeit der Begriff… Weiterlesen »

H. Kraft
Gast
H. Kraft

Sehr geehrter Herr Professor Malik, seit langem verfolge ich Ihren Blog und erinnere mich an Tradiertes in der Familie: Weltwirtschaftskrise, Inflation; Verwandte, die sich verbürgten und fast ihren Hof verloren; Verschuldung der „öffentlichen Hand“ ab der 70 er Jahre („Das kann nicht gut gehen.“). Es scheint als sei geschichtliches Wissen / Ahnungen für Zusammenhänge in der Politik und in unserer Gesellschaft verloren gegangen bzw. es zeigt keine Wirkung. In dem Beitrag von Herrn Rißmann vom 12.04. formuliert er für die Schuldenproduktivität P = (∆ BIP /∆S) -1 ein. Warum wird die Eins subtrahiert? Beträgt die Produktivität mit Ihren Zahlen nicht… Weiterlesen »

Fredmund Malik
Admin

Vielleicht kommentiert Herr Rissmann seine Formel selbst.
Ich empfehle u. a. die Schriften von Prof. Gunnar Heinsohn über seine mit Prof. Otto Steiger verfasste Eigentumsökonomik, sowie seine Schrift „Privateigentum, Patriarchat und Geldwirtschaft“ und von Dr. Paul C. Martin sein Buch „Der Kapitalismus“. Falls Sie letzteres im Handel nicht mehr bekommen, leihen Sie es aus einer Bibliothek. Es ist in die Jahre gekommen, aber unvermindert aktuell. Hier finden Sie auch das geschichtliche Wissen, das Sie mit Recht vermissen.

Stefan Wehmeier
Gast

Die „Mutter aller Zivilisationsprobleme“, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, ist so einfach, dass sie von jedem verstanden werden kann, der zumindest die Grundrechenarten beherrscht:
http://www.swupload.com//data/Kremer.pdf
Nur nicht von denen, die bis heute an „Apfelbäumchen“ glauben:
http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html