Nehmen wir mal an, der Börsenkollaps kommt morgen …

/, Finanzmärkte, Krise/Nehmen wir mal an, der Börsenkollaps kommt morgen …

Nehmen wir mal an, der Börsenkollaps kommt morgen …

Es gibt jede Menge Leute, die es emotional nicht verkraften können, eine Finanzkrise mit Börsenkollaps zu Ende zu denken. Sie erfinden jede Ausrede, warum das nicht sein kann, und dass alle blöde sind, die so was auch nur denken. Einige finden sich gelegentlich auch auf diesem Blog ein. Ein Gedankenexperiment kann helfen:
Nehmen wir an, morgen sinken die US-Aktien binnen weniger Stunden um 15%. Am Mittwoch um weitere 30%. Grossteils findet ein Handel gar nicht statt, es entstehen daher Luftlöcher (Gaps) in den Kurs-Charts; am Donnerstag geht es wie eine Rakete 15% nach oben, alle atmen auf … und am Freitag steht der DowJones bei 70% seines Wertes vom vergangenen Freitag, als der Index bei rund 15 000 stand.
Die Schlüsselfrage lautet: Wie stehe ich am Freitag Abend finanziell da?
Die Dauer-Optimisten sagen: Das ist nicht möglich … Doch, ist es , vom Muster her z.B. 1987, 2008.
Selbst wenn es danach wieder aufwärts geht, wie ab März 2009 – die Frage lautet: Wie stehe ich finanziell da am Freitag Abend nach Börsenschluss – nicht wissend, was am anderen Montag sein wird.
Kleiner Tipp: Vergessen Sie die Margins nicht!

Von |2013-05-06T14:29:47+00:0006.05.2013|Deflation, Finanzmärkte, Krise|36 Kommentare
avatar
14 Kommentar Themen
22 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
20 Kommentatoren
Daniel87Heiko SaegerKarl Heinz ScheryCrestani Guido (CR)Andreas Käser Letzte Kommentartoren

Diese Seite verwendet Akismet, um SPAM zu vermeiden. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Ihre Kommentar-Daten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste
Benachrichtige mich bei
Brutus Geier
Gast
Brutus Geier

Hätte man sich diese Frage schon (wie Sie?) vor 3, 2 oder 1 Jahr gestellt, hätte seine Aktien verkauft und das Geld aufs Sparbuch gepackt, wäre man definitiv schlechter dran. Es gibt nach ein paar guten Jahren immer ein paar schlechte Jahre… nix neues. Wenn man sicher aber den Dax oder den Dow seit Ende des 2. Weltkrieg anschaut ist dieser aber insgesamt ORDENTLICH gestiegen oder?! Selbst bei einem Wert von 70% des derzeitigen Wertes meines Depot bin ich noch im Plus, das es soweit nicht kommt, dafür ist aber auch gesorgt… Selbst wenn, so what? Alles nur zahlen, gibt… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Oh, Prof Malik, danke für genau dieses Thema, das ist mir auf den Leib geschrieben. Freitag Abend hat man ganz klar die Ar…karte gezogen, würden meine Töchter sagen. Zuvor ist man durch die Hölle gegangen, denn die schlauen Banken haben ihre Derivate ausgesetzt. Nichts geht mehr auf diesem Sektor. Wenn es in der Kiste rappelt, sausen die Kurse wie Neutrinos durch alle Widerstände. Ein Stoploss zieht das nächste sofort hinterher. Man fällt nicht mehr über Treppen, sondern über ganze Stockwerke. Für eine erkleckliche Anzahl von Aktien gibt es überhaupt keine Kurse mehr. Null, aus die Maus. Erinnert Euch mal an… Weiterlesen »

Herbert S.
Gast
Herbert S.

Ich denke, bei einem solchen Szenario gibt es sicher auch Gewinner … aber die breite Masse wird wohl zu den Verlierern zählen – und damit sicher auch generell die Bevölkerung, die bei diesem Spiel gar nicht mitgemacht hat. Den leider bewahrheitet sich immer wieder, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden… Den leider ist auch der Kasinokapitalismus kein abgeschlossenes System, sondern hat massive Auswirkungen auf die Realwirtschaft und somit auf das gesamte Gemeinwohl. Nassim Taleb hat das in seinem aktuellen Buch „Antifragilität“ u. a. so ausgedrückt: „Jeder Flugzeugabsturz verringert die Wahrscheinlichkeit des nächsten Flugzeugabsturzes, wohingegen jeder Bankenzusammenbruch die Wahrscheinlichkeit des… Weiterlesen »

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Auf einen Kollaps weisen auch die im April weiter deutlich zurückgehenden Verbraucherpreis-Indizes in sehr vielen Ländern hin. Nur als Beispiel: In Griechenland, Schweden und der Schweiz sind bereits Minus-Werte erreicht, Tendenz fast überall weiter deutlich fallend. Die Rohstoffpreise kommmen auch nicht mehr so richtig aus dem Keller. Bricht die Börse auch noch zusammen, haben wir schlimmere Verhältnisse als im Folgezeitraum von 2008.

Brandmann
Gast
Brandmann

Mich wundert diese Fixierung auf die Aktienmärkte. Die Exzesse ums Jahr 2000 – zum Beispiel mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von über 30 beim DAX – waren doch viel ausgeprägter. Nehmen wir den Euro Stoxx 50: ob Kurs-Umsatz-Verhältnis (ca. 1), Kurs-Buchwert-Verhältnis (ca. 1,3) oder KGV (ca. 12) – die Daten sind moderat, die Kurse weit entfernt von ihren Höchstständen. Historisch einmalige Höchstpreise sehen wir dagegen heute an den Anleihemärkten – hier sind alle Maßstäbe buchstäblich verrückt worden. Renditen für die 10-jährigen von weit unter 2 Prozent, Anleihe-KGV von weit über 50. Der Krach wird m.E. aus der Ecke kommen.

N. Hofer
Gast
N. Hofer

Hochfungible Vermögenswerte eignen sich hervorragend um „Investitionen“ aufzunehmen, die auf Preissteigerungen, statt auf Produktivitätssteigerungen ausgerichtet sind. Warum? Die laufend freiwillig geschlossenen (Ver-)Kaufkontrakte einzelner Stücke auf öffentlich einsehbaren Märkten bepreist sämtliche Vermögenswerte der jeweiligen Art. Diese laufende Bepreisung sorgt dafür, dass der Vermögenswert selbst als Sicherheit in einem (Effektenlombard-)Kreditkontrakt dienen kann. Geht’s (mit den Preisen) nach oben sorgt die niedrige Cash-Sicherheitsleistung nur dafür, dass es rasanter nach oben gehen kann (als ohne den Kredit). Mit steigenden Preisen sinkt jedoch die Rendite des erworbenen Vermögenswertes unaufhörlich. Deshalb sind trotz der „modernen“ Zentralbankpolitik kaum unaufhörlich steigende Preise denkbar. Sinken die Preise der als… Weiterlesen »

Max Gmür
Gast
Max Gmür

Kostolany: „Steigen die Kurse rasant an, kaufen die Dummköpfe, ich nenne sie die schwachen Hände, dann muss man verkaufen. Fällt die Börse in sich zusammen, dann muss man kaufen, weil die Dummköpfe auf der Verkäuferseite stehen. Nicht wegen der eigenen Klugheit, sondern an der Dummheit der anderen verdient der erfolgreiche Börsianer“.

Max Gmür
Gast
Max Gmür

Es kommt darauf an, ob ich die Aktien komplett mit Eigenmitteln bezahlt habe oder z.B. nur 20% mit Eigenmitteln und der Rest fremdfinanziert. Im erste Fall stehe ich bei 70% gegenüber der Vorwoche. Im zweiten Fall kommt es darauf an, ob ich noch Eigenmittel habe zum „Nachschiessen“, damit der Anteil über 20% bleibt. Falls nicht muss ich zwangsverkaufen (Zahlen gerundet; MC=Margin Call): Start: Dow 15k: Aktienwert 100k (davon 80k Fremdmittel) Dienstag: Dow 13k (-15%): 100k – 15k(Dow) – 50k(MC) = 35k (30k) Mittwoch: Dow 9k (-30%): 35k – 10k(Dow) – 25k (MC) = 0 (5k) Nach einer Woche bleiben von… Weiterlesen »

T. Podlech
Gast

Sehr geehrter Herr Malik, gerne möchte ich in diesem Zusammenhang der Krise eine Frage zur Eigentumsökonomik und dem Investment in Immobilien stellen. Es passt nicht zum DAX oder Dow Jones, aber zu dem Investment in selbst genutzte Gewerbeimmobilien. Wenn eine junge GmbH eine langjährig gemietete Immobilie kaufen möchte, so geht der Geschäftsführer zum Tresen der Geschäftsbank. Die wiederum geht zum Tresen der Bürgschaftsbank und besichert sich dort den Kredit. Wenn das Unternehmen finanziell solide dasteht und die monatliche Belastung im Vergleich zur Miete sinkt, wieso müssen alle Gesellschafter über eine Bürgschaft für den Kredit haften? Der Gesellschafter haftet über seine… Weiterlesen »

Peter Braun
Gast
Peter Braun

Dieses Gedankenspiel ist für Bären schon ganz reizvoll. Die Frage ist nur, ob dann die Short-Position in einem solchen GAU auch gehandelt werden könnten. Viel wichtiger erscheint mir jedoch, in welcher Grössenordnung die heute getätigten Wertschriftenkäufe durch Kreditaufnahme finanziert wurden. Wenn Sie schon Verhältnisse wie weiland 1929 heraufbeschwörden, dann sollten auch die gleichen Bedingungen vorherrschen. Nur bei einem eigenmittelfinanzierten Wertpapierkauf ist der Käufer nicht von einen Bankentscheid (margin call) abhängig. Das grundlegende Problem vor dem Crash 1929 waren die exorbitanten kreditfinanzierten Wertschriftenkäufe der Privathaushalte und Broker. Hierzu fehlt mit das Datenmaterial für die aktuelle Situation. Zurück zu Ihrer Frage: Ein… Weiterlesen »

Christian Zachmann
Gast
Christian Zachmann

Der DAX ist den US-Indizes nun doch insoweit gefolgt, als das Allzeithoch herausgenommen wurde. An der Oberseite ist jeder technisch relevante Bereich angehandelt worden. Besonders die US-Indizes verweigern starr jede Korrektur. Das findet bei geringen Volumina statt. An den Marken der Oberseite erhöht sich die Dynamik nicht recht – Ranges werden zwar in kürzester Zeit durchlaufen; die Ausbrüche und das Erreichen der Allzeithochs schaffen aber nicht so richtig neuen Kaufdruck. Mir scheinen letztlich viele Akteure mit hoher Leverage long zu sein (besonders in den US-Indizes). M.E. würde hier zwei Handelstage mit zweistelligen Kursverlusten eine panische Liquidationswelle mit sehr hohen Volumina… Weiterlesen »

Claus
Gast
Claus

Das ist wahrscheinlich eine Frage für Finanzmarktinsider. Der „Normalbürger“ wird sich ärgern, dass ein Großteil seiner Ersparnisse und Renten deutlich an Wert verloren hat. Statt zu verkaufen wird aber auf den 15% Anstieg verwiesen und gehofft, dass das Problem durch Aussitzen weggeht.
Ich fände es hochspannend, wenn hier jemand erklären könnte, was bei den institutionellen Anlegern für Kettenreaktionen in Gang kommen würden. Wie sieht die Situation für große Immobilienfonds aus? Wie reagieren Versicherungen? Wie Banken?
Persönlich würde ich mich freuen, da dann bald auch Immobilien in D wieder erschwinglicher werden könnten und das Bargeld an Wert zulegt…

Daniel87
Gast
Daniel87

Hallo Claus,
die ersten Immobilienfond, welche die die letzten Jahre überlebt haben,
ziehen mithilfe von Staatlichen Auflagen Schutzwälle nach oben.
Mithilfe einer Mindesthaltedauer(2) und einer Kündigungsfrist (1J)
rüstet man sich gegen zukünfite Volatilitäten. Also genauer gesagt gegen große Fluchtaktionen.
Macht Sinn und hätte schon vor langer Zeit eingeführt werden sollen, da diese Anlagen in Immobilienfonds einen langen Anlagehorizont mitbringt.
Jedoch ist dies für mich ein Indiz dass die großen Immobilienfonds
eine Welle von Verkäufen sich gegenüber sieht.
Liquidität meine Herren, Liquidität 🙂

Christian A. Wittke
Gast

Freitagabend stünden da nur mehr wenige; außer ganz Abgeklärte an irgendeiner Bar; Sonntagnacht bzw. Montagmorgen ging es dann bereits vorbörslich mit großem gap um 15% nach oben; da setzten die wochenends verordneten Aufkaufsarien zunächst in Tokyo ein, was mindestens 100% aller cleveren Zocker veranlasste, alle möglichen Gewinne zur Vorbereitung sich kurzfristig bietender billiger Einstiege mitzunehmen; der Rest des Montags würde zu einer Buckelpiste erster Güte, die in New York mit Glockenschlag nicht zu Ende wäre. Dienstag wäre bereits mehr als die Hälfte verfrühstückt und während die Einen immer wieder nach den cleveren Einstiegen suchten sorgten elektronische und mediale Superhypes bis… Weiterlesen »

Andreas Käser
Gast
Andreas Käser

Ja, wie stehe ich am Freitagabend finanziell da? So was könnte sicher eintreten. Es könnte aber auch nachlässig, sein gar keine Aktien zu haben, dann nämlich, wenn dieses Szenario während Jahren (noch) nicht eintritt. Ausser Aktien gibt es fast keine Anlageklasse mehr, die Rendite verspricht. Was also, wenn aus diesem Zwang heraus viele Anleger weiter auf Aktien setzen? Dann könnten die Indices ohne Weiteres ein oder zwei Jahre weiter steigen. Zugegeben, Bargeld wird – zumal in der Schweiz – nicht viel an Wert verlieren, weil keine Inflation herrscht, gegenüber Aktien sieht das Bargeld jedoch nicht gut aus. Der SMI hat… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Wenn der Kollaps morgen ansteht, wird Draghi, wie heute, eine versorgende
Geldpolitik versprechen. Übersetzt heißt dies, EZB = Europäische Zentrale
Blutbank bleibt für die Bankvampire weiter geöffnet. So, wie sich Bill Gross zuletzt am Anleihemarkt geirrt hat, wird auch Draghi eines Tages eine
Rechung bekommen. Die weiteren Aussichten: So wie es jetzt aussieht, wird vor dem Wahltermin im Sept nichts gravierendes passieren. Ägypten ist weit weg und die Südflanke bekommt einen weitere Ports gelegt.

This website uses cookies and third party services. Please read our disclaimer and privacy policy. Ok