Was bedeuten die tollen Meldungen von den 2012 gestiegenen Aktienkursen?

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Was bedeuten die tollen Meldungen von den 2012 gestiegenen Aktienkursen?

Zumeist vor den Abendnachrichten kommen die Börsensendungen, wo uns derzeit Chefökonomen und Chefanalysten von Banken über die markanten Anstiege der Aktienkurse berichten. Zwischen 12 und 17 Prozent seien es, und in einigen emerging markets sogar noch mehr.
Das ist zwar richtig, aber es ist total irreführend und für die Praxis auch bedeutungslos. Diese Experten nehmen logischerweise die jeweiligen objektiven Tiefstkurse, z.B. vom Sommer 2011 oder Mai 2012 oder sogar November 2012. Sie sagen aber niemals, wo sie selbst oder ihre Kunden tatsächlich zu kaufen begonnen haben.
Die Kurse selbst sind eine Sache; und die Psychologie des Kaufens und Verkaufens ist eine total andere Sache. So gut wie niemand erwischt Tiefstkurse, denn zum jeweiligen Zeitpunkt kann man sie als solche ja gar nicht erkennen. Sie sprechen auch nicht davon, dass die meisten Funds in den roten Zahlen sind, und das Publikum inzwischen das Geld in Milliarden abgezogen hat. Auch sprechen Sie nicht von denjenigen, die seit 2008 ihre ganzen Ersparnisse verloren haben und zeitlebens nie wieder an eine Börse gehen können, weil sie dafür nichts mehr haben oder derartig Angst haben, dass sie keine Risiken mehr eingehen.
In der Ökonomie redet man zwar viel von Psychologie, was durchaus richtig ist. Über die Psychologie der Geldanlage und des aktiven Tradens wissen aber die meisten Ökonomen kaum etwas – dies schon deshalb, weil sie selbst nicht aktiv in den Märkten sind.

Von |2012-12-22T11:10:38+00:00Dezember 22nd, 2012|Bankrott, Deflation, Finanzmärkte|28 Kommentare
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Jürgen Clasen
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Jürgen Clasen

Rückblick: Das sogenannte Großmutter- bzw Schwiegermutterdepot hat sich erneut als wertstabiles, gewinnbringendes Investment mit geringstem Anlegerstress erwiesen. Immos in den Ruhrmetropolen können in ausgewählten Lagen zulegen. Makler suchen und suchen. Im Dax muss man schon genauer hinschauen. Omapapiere wie e.on und RWE sind zum Abgewöhnen. Ausblick: Fiscal cliff wird in einer einzigartigen Stümper- und Flickschusterei enden. Echte Einsparungen und Steueranhebungen führen, egal welchen Weg man wählt, mindestens in eine Rezession. Herr Schäuble fühlt mit einer neuen Giftliste vor, die er natürlich prompt dementiert hat. Meine Einschätzungen hinsichtlich Merkel und Schäuble erfahren damit eine weitere Bestätigung. Mit Gutmenschentum getarnt, hängen sie… Weiterlesen »

Claus Hippner
Gast
Claus Hippner

Warum sollte ein Anstieg von 12-17 % für die Praxis bedeutungslos sein? Ich kann Ihnen sagen wann ich gekauft habe und auch welchen Fonds, was zugleich zeigt, das bei richtiger Auswahl (bei der man sich natürlich nicht auf den Bankberater verlassen darf), Geld verdient werden kann:
http://www.onvista.de/fonds/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=18085585&PERIOD=6#chart
Investition in 2009 und nochmals 2010.
Als jemand, der selbst an den Märkten aktiv ist (oder sollte man das in Zweifel ziehen dürfen?) wissen Sie natürlich, dass es nicht auf das Hoch und das Tief ankommt, sondern dass das Geld in der Bewegung dazwischen verdient wird.
Freundliche Grüße
Claus Hippner

Jürgen Clasen
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Jürgen Clasen

@ Klaus Hippner, Fonds erwischte Glückssträhne, weil 2008 im Tief aufgelegt.
Was wäre, wenn er 2000 als Geburtsjahr gehabt hätte? Nach 2003 hätte es mehrere Hundertprozent bedurft, um wieder zum alten Stand zu kommen. Ich bin mir sicher, das uns 2013 viel Stress bevorsteht und wünsche allen Foren-teilnehmern und natürlich auch Herrn Prof Malik eine glückliche Hand. Bleiben Sie alle,gesund, munter und guter Dinge.
„Glückauf“ aus den „Kohlenpott“ herzlichst, Ihr Jürgen Clasen

Horst Klein
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Horst Klein

Sehr geehrter Herr Professor Malik, Ich lese diesen Blog nun schon seit Jahren und stelle heute fest, dass nicht eine einzige Ihrer Voraussagen eingetroffen ist. Schon in 2002 lagen Sie mit Ihrer Erwartung steigender Zinsen 100%ig daneben( an anderer Stelle im Blog schon geschrieben), Ihre Antwort war damals: Ich habe mich geirrt. Ich denke, Sie irren sich auch heute. Der DAX ist nicht hoch im Verhältnis zu seinem jeweiligen Tiefststand, sondern weil er fast am all time high vor dem Zusammenbruch der new economy notiert. Meine Eltern zahlten in den 70ern 50 Pfennig / Liter für Heizöl,ich zahle heute 1… Weiterlesen »

NPuls
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NPuls

Von Aktien verstehe ich soviel, wie der Obstbauer vom Fliegenfischen. Aber über den DAX kann man sich zum Glück informieren (http://www.finanzen.net/index/DAX/30-Werte). Was ich lese, erstaunt mich: alljährlich im September wird über die Zusammensetzung entschieden, „schlechte“ Unternehmen gegen „gute“ ausgetauscht. Bei meinen bescheidenen mathematischen Kenntnissen: so hält man den Durchschnitt hoch, oder? Schaut man nach, welche Unternehmen seit 2008 entfernt bzw. reingenommen wurden, so erklärt sich auch mir die wundersame Dax-Entwicklung. Sehe ich mir die aktuellen Dax-Namen etwas genauer an, so fällt mir auf, dass ich einige in letzter Zeit des öfteren im Zusammenhang mit unschönen Aktivitäten gehört oder gelesen habe.… Weiterlesen »

JBe
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JBe

Zur Ernüchterung führen Börsenkurse/-indizies, im Goldpreis ausgedrückt.

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Die „Psychologie“ der Ökonomen erinnert mich eher an das nervöse „Kaffeesatzlesen“ eines Spielers vor dem Automaten, als an seriöse Psychologie. Die hat nämlich auch die Vergangenheit im Blick und muss sich Popper’s Falsifikation gefallen lassen.

Claus Hippner
Gast
Claus Hippner

Schön, dass Sie meine Postings nicht mehr veröffentlichen. Damit ist klar, dass ich richtig lag mit meiner Annahme.
Freundliche Grüße
Claus Hippner

Karl Heinz Schery
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Karl Heinz Schery

Meine persönlichen Erfahrungen mit weltweit anlegende Aktienfunds wie Templeton und Fidelity seit 1998 bestätigen die Aussagen von Herrn Malik voll und ganz. Verluste aus den Jahren 2000 bis 2003 blieben nur wegen begrenztem finanzeillen Einsatz überschaubar. Durch antizyklischem Einstieg im Winterhalbjahr 2008/2009 konnte ich diese teils ausgleichen. Liquiden Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld haben sich in dem gleichen Zeitraum um durchschnittlich 2% verzinst. Stressfrei! Aktien, Renten sowie auch Gold habe ich wegen möglicher Kurskorrekturen zwischenzeitlich wieder verkauft. In den USA versucht Bernanke mit ständig neuen Krediten den Zustand der Wirtschaft zu verbessern. QE1 und QE2 hat nicht funktioniert, ich glaube… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Zu Beginn des neuen Jahres frage ich mich, ist die Stimmung besser als die Lage oder ist es gerade andersrum. Fakten erkennen und Stromschnellen ausmachen. Wichtiges von Unwichtigem trennen. Bedeutende Fakten heraus-filtern und versuchen die Untiefen im vorraus erkennen. Die USA scheinen im augenblicklichen Prozedere um eine Haushaltskonsolidierung schlimmste Befürchtungen noch zu übertreffen. Natürlich wird das Problem erneut in die Zukunft verschoben, aber aus dem üblen Wein wird damit kein Hochgewächs. Im Gegenteil, denn mit der Schuldengrenze steht erneut ein Verschnitt mit Essigsäure an. Genießen wir das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, denn da ist alles bis auf den letzten Ton… Weiterlesen »

Karl Heinz Schery
Gast
Karl Heinz Schery

Einen aufschlussreichen Artikel von Prof. Gunnar Heinsohn vom 28.12.2012 will ich allen LeserInnen nicht vorenthalten.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deflation_und_inflation_auch_2013_eintraechtig_beieinander/
Liebe Grüße an Alle und noch einen guten Start ins neue Jahr.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Vielen Dank für den Hinweis. Natürlich kann und will ich den Beitrag von Prof Heinsohn für diesen Blog nicht vorwegnehmen. Seine Ausführungen werden wahrscheinlich von 90% der Bevölkerung nicht verstanden. Die Staaten fördern die Nullzinspolitik auch dadurch,das sie den Kapitalanlagesellschaften,Banken,Versicherungen, Pensionsfonds etc, vorschreiben, den größten Teil ihrer Mittel in die,ach,so sicheren Staatsanleihen zu investieren. Eine Hand wäscht die andere. Nur Gold und Silber kommen in dem Spiel nicht vor und werden logischer Weise auch nicht gestützt. Es kann aber auch durchaus inflationieren, wenn breite Massen zweifeln und nicht mehr an die Stabilität der eigenen Währung glauben. Die Zweifel am Bestand… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Heute wird es Zeit sich wieder mit den Aktienkursen zu beschäftigen. Apple hat gestern Abend im Prinzip geliefert. Aber jetzt scheint die Zeit gekommen zu sein, wo „gut“ nicht mehr „gut genug“ ist. Haben wir in der vergangenen Dekade auch bei uns gehabt. Ist eine Reaktion auf den schon von Ihnen, Herr Prof. Malik, angesprochenen Überoptimismus. Die Lage ist jedoch komplex und spiegelt nicht unbedingt das Verhalten aller Anleger wieder. Die heißen Eisen werden fallen gelassen und man zieht sich in die noch warmen Räume zurück. Zum Beispiel nach D in den Immobiliensektor, Anleihen und natürlich Aktien von Unternehmen die… Weiterlesen »