Deflation auf holländisch: SNS Bank-Gläubiger verlieren ihre Guthaben

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Deflation auf holländisch: SNS Bank-Gläubiger verlieren ihre Guthaben

In den Niederlanden passiert nun Deflation pur, so wie wir es rund um den Globus in den kommenden Jahren erleben werden, und so wie ich es im Blog dutzendfach beschrieben habe. Die Regierung erklärt die SNS-Bank Anleihen als wertlos. Damit müssen also die Gläubiger ihre Forderungen abschreiben. Puff … da ist nichts mehr. Da war schon lange kein Geld mehr, sondern nur noch die Hoffnung, dass die Bank irgendwann die Forderungen bezahlen werde. Der falsche, irreführende, einschläfernde Optimismus …
In den Medien steht zwar, dass die Gläubiger „enteignet“ worden seien. Dies stimmt natürlich einmal mehr nicht und verschleiert erneut und weiterhin den wahren Charakter der Deflation.
Nein, der Staat springt nur nicht mehr für die bankrotte Bank ein. Die Anleihebesitzer werden nicht enteignet, sondern ihre Forderungen gegen die Bank sind wertlos. Es gibt niemanden, der dafür noch zahlen würde.
Pech gehabt … auf die falsche Bank gesetzt … die naive Hoffnung gehabt, der Staat werde schon weiterhin zahlen … und ähnliche wirtschaftliche Kindereien mehr.
Tragisch für die Gläubiger. Dies wird nun zunehmen und letztlich massenhaft geschehen.

Von |2013-02-27T07:18:13+00:00Februar 27th, 2013|Bankrott, Deflation, Gläubigerverzicht, Staatsbankrott|22 Kommentare
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BERD
Gast
BERD

Kann mensch Ähnliches in der nächsten Zeit auch für die Aktien der Schweizerischen Nationalbank erwarten?

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Diese Sache steht für mich dafür, das man aus der Geschichte nichts lernt. Die Niederländer hätten eigentlich noch heute die Brandmale aus der Tulpenzwiebelspekulation spüren müssen. So aber, haben sie diesesmal aus Hundehütten unbezahlbare Wohnklos gemacht. Wer trägt hier den Schaden? Aktionäre und Zeichner von Inhaberschuldverschreibungen der SNS. Die Spareinlagen sind davon nicht betroffen. Selbst die Gläubiger zyprischer Banken werden wahrscheinlich besser behandelt. Daraus folgt, gib einer kleinen Bank kein Geld… Wenn es um breite Sparanlagen gehen sollte, gibt es die alten breiten Rettungsreflexe wie weiland von Merkel postuliert. Wir garantieren alle Spargelder… Natürlich wäre die rigorose Beteiligung aller (!)… Weiterlesen »

Thomas Moroder
Gast

Bzgl. der Tulpenzwiebelspekulationsblase wäre ich über die Meinung von Prof. Heinsohn gespannt, da die genauen historischen Fakten schwierig auszuarbeiten bzw. bewerten sind.
War es wirklich der grosse Crash, der immer wieder vorgetragen wurde?
Oder haben sich einfach einige Marktteilnehmer nicht mehr an Ihre vertraglichen Verpflichtungen gehalten, aber ohne dass es grösseren Schaden für die damalige Volkswirtschaft gab?

Blum
Gast
Blum

Hochzeit zw. 1634-37, Friesland war frei und reich (Seehandel), drumherum 30-jähriger Krieg. Heute ein Ferarri = damals eine Semper Augusta, Heute Garage für Oldtimer = damals das Kuriositätenkabinett. S-Kurven-gemäß entwickelte sich der Spleen seit langem (Diebstahl von Tulpen aus den 1560er Jahren berichtet, so wurden ca. 7 Jahre von jg. Zwiebel bis zur Tulpe „übersprungen“). Handel fand nicht an Börsen statt, sondern, vorbereitet über Versandkataloge, „OTC“ in Tavernen (Alkohol). Maler wie van Goyen zockten mit. Weniger Liebhaberei, mehr Spekulation, „Futures“-Einsatz , „Leveraging“ (Schulden), Papierhandel. Anfang Februar 1637 erstmals in Harleem kein Handelspreis gefunden trotz Reduktion – Vertrauensverlust – drastischer Preisverfall… Weiterlesen »

Thomas Moroder
Gast

Interessant ist auch die ISDA-Entscheidung dazu bzgl. der CDS.
Letztendlich werden Gläubiger inkl. Versicherer massive Abschreibungen dafür tätigen müssen, was die Deflation weiterhin verstärken dürfte.

Peter Koch
Gast
Peter Koch

man würde erwarten, dass die Medien dies aufgreifen. Auffälliger weise berichtet bei den online-Ausgaben der grossen deutschen Medien bislang jedoch nur die welt (http://www.welt.de/finanzen/article113939408/Europa-enteignet-erstmals-die-Glaeubiger-einer-Bank.html)über diesen Vorgang. FAZ, Handelsblatt, Süddeutsche, Spiegel, Focus, n-tv, n24 etc. haben zwar über die Verstaatlichung der Bank berichtet, melden bis heute (28.02. 09:30)jedoch nichts über die Entwertung der Anleihen.

Thomas
Gast
Thomas

Was ist mit den Spareinlagen von Anlegern passiert, wurden die erstattet durch einen Sicherungsfonds oder sind die auch weg?

Thomas Moroder
Gast

Die Spareinlagen von Anlegern laufen weiter wie bisher, der Sicherungsfonds muss gerade nicht eingreifen – das war das Hauptargument für die staatliche Intervention, da man damit insgesamt Kosten spart (die Kosten für den Sicherungsfonds und damit indirekt für die anderen Banken wären über 5 Milliarden Euro gewesen). Eine ungeordnete Insolvenz der SNS hätte wohl grösseren volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet. Rein juristisch gesehen ist die Bank (und die darüberliegende Holding) gerade nicht insolvent geworden, die Aktionäre und nicht besicherte Anleihegläubiger wurden enteignet, auch wenn das Eigenkapital negativ war und somit auch der Wert der unbesicherten Anleihen und Aktien bei Null liegen soll.… Weiterlesen »

Volker Müller
Gast
Volker Müller

Dazu passt ja auch die Nachricht vom Bankhaus Rott:
Die Hauspreise in den Niederlanden legten im Januar einen Rekordsturz aufs Parkett. Um fast 10% gingen die Verkaufspreise im Jahresvergleich zurück.
Deflation lässt grüßen

Wolfgang Niedermeyer
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CP Seichter
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CP Seichter

Hallo zusammen, wo findet man belastbare Zahlen über Immobilienfinanzierung in Deutschland? Laut einer Studie von Immobilienscout24 sind auch in D die Eigenkapitalquoten von 2010 nach 2012 (jew. 4.Q.) deutlich gesunken, z.B. München von 23% auf 14% oder Frankfurt von 22% auf 9%. Das ist doch ein deutliches Zeichen dafür, dass in Deutschland allmählich der Immobilienboom ankommt, der in Spanien, Irland, USA, Griechenland & Co mit zu den heutigen Problemen geführt hat, oder? Es ist immer gut, sich auf belastbare Zahlen zu berufen: wie werden Immobilien finanziert? welche Einkommensgruppe leistet sich Immobilien?… Mir scheint es, als ob Deutschland jetzt mit wenigen… Weiterlesen »

UW
Gast
UW

Zum Thema Defla/Infla und Immobilienpreise Handelsblatt online heute: „Investoren ziehen sich aus Immobilienmarkt zurück“ – Bei Private-Equity-Investoren wie Blackstone und Goldman Sachs steht derzeit in Deutschland der größte Wohnimmobilienbestand seit ihrem Markteintritt 2005 zum Verkauf – ein Anzeichen, dass die Preissteigerungen ihren Höhepunkt erreicht haben … Insgesamt wollen Investoren sich von Wohnungen und Beteiligungen an Immobiliengesellschaften im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro trennen, wie aus Unternehmensangaben und informierten Kreisen verlautet.

Peter Maxlim
Gast
Peter Maxlim

Sind die Sparguthaben bei der SNS Bank nach deren Pleite gesichert oder verliert selbst der kleine Sparer sein Geld ? Banken sollten durch die Systemverwalter in ihre Schranken gewiesen werden. Den Banken muß vorgegeben werden, was sie dürfen und was nicht. Wer Geld von Sparern verspielt ist kriminell und unverantwortlich, um als seriöser Mitarbeiter bezeichnet zu werden. Folgende Geschichte ist bezeichnend für das System an sich und das Bankensystem: Der Fuchs sprach zu den Goldsammelnden Raben und Elstern. Morgen ist Vollmond. Wenn Ihr Eur glitzerndes Gold und Silber in den Acker grabt, dass vermehrt sich Eurer Schatz über Nacht wie… Weiterlesen »