Die Schwierigkeiten mit der Komplexität – es fehlt an Kybernetik

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Die Schwierigkeiten mit der Komplexität – es fehlt an Kybernetik

Hat die Abwärtsbewegung der „Grossen Transformation21“ nun definitiv begonnen? Die Wahrscheinlichkeit dafür nimmt zu. Immer offenkundiger wird die innere Brüchigkeit der Gesellschaften. Immer deutlicher wird, dass immer mehr der heutigen Organisationen der wachsenden Komplexität immer weniger gewachsen sind.  Die schleichende Paralyse des Funktionierens wird – wenn man hinzuschauen gelernt hat – immer deutlicher.
Zumeist wird das an Sachfragen festgemacht, wie Flüchtlingsströme, zivile und militärische Agressivität, Finanzfragen, technologische Disruptionen und vieles mehr. Bisher vermögen aber nur wenige das übergeordnete,  umfassende, gemeinsame Phänomen zu erkennen: explodierende Komplexität! Immer mehr Systeme geraten ausser Kontrolle.
Systeme haben eine Anatomie und eine Physiologie. Das ist die Sachebene. Sie haben aber auch ein Nervensystem, die Steuerungsebene. Hier regieren die Gesetze der Kybernetik.  In sozialen Systemen sind das die Managementprozesse. Diese bringen das System zum funktionieren.
Je komplexer ein System ist, desto bessere Nervensysteme braucht es um zu funktionieren; und umgekehrt: desto intelligenter kann es handeln und desto besser kann Komplexität unter Kontrolle gebracht und für funktionelle Überlegenheit genutzt werden.

Von |2015-08-23T08:36:59+00:00August 23rd, 2015|Allgemein, Demokratie, Funktionieren, Komplexität, Management|23 Kommentare
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TG
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TG

Ich teile die Beobachtungen zum Funktionsverlust vollauf, sehe aber die Werte-Ebene noch unzureichend adressiert: Auch wenn ich das perfekte kybernetische System haben sollte, so kann es schädlich sein, nämlich wenn die Ziele des Systems „falsch“ programmiert sind, z.B. auf Machterhalt, Ausbeutung, Zerstörung. Selbst positive Antriebe wie Leistung oder Wettbewerb kippen dann ins Zerstörerische (Drogen, Mobbing, schädlicher Stress). Robert Pirsig hat es treffend formuliert: „Values are the predecessors of structure“ (in: Zen and the Art of Motorcycle Maintenance). Wenn Gier, Geld und Rendite unser weltweites Handeln weiterhin so dominant und eindimensional bestimmen wird, dann helfen auch bestens funktionierende Organisationen nicht weiter.… Weiterlesen »

brummer, birgit
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brummer, birgit

Kluge Gedanken!. Solange allerdings Anpassung = Adaption mit Begriffen wie „Loser, Schwächling, Feigling oder nachgeben, keinen Stress wollen, lohnt nicht oder ä.“ interpretiert wird, werden wir keine Leidenschaft dafür entfachen können. In der Kybernetik bedeutet Anpassung „Überlebensstrategie, Lösungswege, kreative neue Ansätze, mutige Schritte etc.“ Manche Start-Ups leisten das bereits. Solange wir unendliche Angst haben, Risiken einzugehen, weil altes nicht funktioniert, aber es sich doch noch so komfortabel anfühlt, solange braucht es riesige Energien oder Notfälle, damit „Masse“ sich bewegt. Nehmen Sie das Gesundheitssystem oder aktuell die Flüchtlingsfrage, alles bereits länger bekannte Problem-Bereiche, für die ausschließlich neue Ansätze ein zukünftiges Funktionieren… Weiterlesen »

N. Schröder
Gast
N. Schröder

Hallo Frau Brummer,
vielen Dank für die interessante Bewertung. Mögen Sie an einem Beispiel verdeutlichen, an welches Startup Sie konkret gedacht haben? Welche Leistung ist aus Ihrer Sicht hinsichtlich der von Ihnen beschriebenen mutigen Entscheidungen hervorzuheben?
Viele Grüße

brummer, birgit
Gast
brummer, birgit

Hallo Herr Schröder, erlauben Sie mir bitte eine Fokussierung auf die Leistungen, weniger auf spezielle Namen. Für mich sind Menschen, die über die Grenzen gesellschaftlicher Norm gehen/denken, diejenigen die sich trauen, kollaborative Fähigkeiten vor Wettbewerb und Einzelsieg zu stellen und auch die, die nicht in erster Linie auf „schnell & billig“ setzen, Pioniere im angesprochenen Sinn. Business-areas sind zahlreich: Dienstleistungen (leihen statt kaufen z.B.),Einrichtungen (Mode und Mobilität stehen vor Langlebigkeit), Finanzen(Banken weniger, Banking ja), Freizeit (Erlebnis und Entspannung), Essen und Trinken ( neue Bars oder Fast Food in Bioqualität). Für mich persönlich gibt es auch erfolgreicheStart-ups, von denen ich persönlich… Weiterlesen »

brummer, birgit
Gast
brummer, birgit

Ergänzung:
Gerade las ich Neues über den Arbeitsmarkt:
In Nigeria sucht ein UnternehmerMitarbeiter, die Ihre Qualifikation in 10 Worten beschreiben können. Als Selektionskriterium finde ich das ausgesprochen innovativ.
Wir können sicher lange weiter diskutieren. Danke für Ihre Frage, N. Schröder.

Dr. Olaf Brugman
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Lieber Herr Professor Malik, Ob die Abwärtsbewegung begonnen hat braucht man nicht mehr als Frage zu formulieren: die Fernsehnachrichten bringen uns jeden Tag die letzten Symptomen. Die Behörde schaffen es gerade noch die Steuereinnahmen im Gleichgewicht zu halten, müssen aber, z.G. in Deutschland, in Flüchtlingsfragen die akute Versorgungsleistungen an ehrenamtlich motivierten Mitbürgern überlassen, weil Konfliktbeherrschung,klassische Staatsaufgabe, völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Nicht nur lokal, aber auch international. in Planungsaufgaben ist klar, dass da auf eine imaginäre Wirkklichtkeit hingeplant wurde die es nie gab und auch jetzt nicht gibt. in niederländischen und deutschen Schulen ist es Thema darüber zu dialogieren… Weiterlesen »

Herbert Saurugg
Gast

Ich möchte hier auch einen Hinweis auf den hochinteressanten Blog von Conny Dethloff einbringen, der viele interessante Blickwinkel auf seiner Reise des Verstehens gesammelt hat: http://blog-conny-dethloff.de/
So hat er etwa kürzlich das Diskussionspapier „Das neue Modell im Kontext Führung und Zusammenarbeit in Unternehmen“ bereit gestellt: http://blog-conny-dethloff.de/wp-content/uploads/2015/08/Paper_Das-neue-Modell-der-FuZ.png

Wolfgang Pfeifenberger
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Komplexitätsexplosion ist gekoppelt an die Auflösung von etwas, das ich „Nahraumfallen“ nennen will. Lebende Systeme waren zu Beginn chemische Systeme. Daher gab es ein Problem: Die Überwindung von Distanz. Chemische Reaktionen können nur im engsten Kontakt stattfinden. Das Resultat: Eine Nahraumfalle, die erst durch Bildung von Membranen, intrazellulären Strukturen und eines zellinternen Managements mittels DNA etwas geöffnet werden konnte. Management diente also von Beginn an der Aufrechterhaltung einer Distanz, innerhalb derer noch eine „intendierte“ Wirkung erzielt werden kann. Die Kehrseite der Medaille: Ohne Erhöhung der Komplexität ist das nicht zu machen. Der Mensch aber verfiel nun auf etwas Unerhörtes. Er… Weiterlesen »