Griechenland: Staatsbankrott? Was sonst!

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Man bemüht sich sehr, den angeblichen Gläubigerverzicht optisch als die Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott zu positionieren. In Wahrheit ist (!) das eine der Formen des Staatsbankrottes, die man in der Wirtschaft je nach Land verschieden bezeichnet, z. B. als Vergleich, Ausgleich oder in den USA als Restrukturierung gemäss Chapter 11 des dortigen Insolvenzrechtes. Bezeichnenderweise werden diese Verfahren daher vor dem Federal Bancruptcy Court geführt. In der Wirtschaft kommt es dabei selbstverständlich so gut wie immer zu echten Verlusten für die Gläubiger. Im Falle Griechenlands erleiden aber u. a. die Banken kaum wirkliche Verluste, weil sie von der EU kräftig re-finanziert werden, und zwar durch Belastung der Steuerzahler.

By |2012-03-10T13:02:03+00:00März 10th, 2012|Allgemein, Deflation, Gläubigerverzicht, Staatsbankrott|41 Comments

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Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Merkel und Schäuble genießen höchstes Ansehen ob ihrer Rettungspolitik.
Da ist vorerst nichts zu machen und die Lemmlinge dahinter folgen eben ihrem Instinkt. Jüngst kann sich der Herr im Rollstuhl sogar erlauben die Krankenkassen auszuräumen. Jeder, der die künftige Demografieentwicklung
kennt und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet ist, würde deshalb Reserven eher ausbauen. Hunde und Politiker haben eben die gleiche Denke.
Sie können sich nichts für schlechte Zeiten aufheben. Wobei Hunde dann immerhin manchmal noch was vergraben. Die echte Belastung der Steuerzahler
steht eben noch aus, weil die Kreditkarte immer noch was hergibt. Das Gejaule wird aber den Belastungen entsprechen, wenn die Dinge schlagend
werden.

JB
Gast
JB

Und da sämtliche Beteiligten munter weitermachen, wie bisher und „dem Patienten weiterhin Alkohol gegen das Zittern“ (sinngemäss nach Malik) verschreiben, folgt wohl auch bald der zweite und vielleicht noch der dritte de-facto-Bankrott Griechenlands. Andere klamme Staaten werden dies eventuell zu ihrem kurzfristigen Vorteil ausnutzen, um ihre Probleme ebenfalls aufzuschieben, ohne jedoch strukturelle Lösungen zu finden. Die Frage ist, wie lange das gutgeht. Was muss eigentlich noch passieren, dass die Leute aufwachen, und aktiv nach alternativen Lösungen suchen?

Constantin
Gast
Constantin

Nun, die exorbitanten Schuldenberge sind nun mal da und müssen früher oder später „ausgebucht“ werden.
Der Point-of-no-return ist bereits überschritten (oder der Rubikon, wie Wulff so schön sagte).
Die Chinesen haben ihre eigene Antwort: Sie schichten ihre Währungsreserven von (wertlosen Papier-) Dollar in Öl und Gold um.
Obama ist mit Visionen angetreten, hat jedoch in seiner Amtszeit die Staatsverschuldung in kolossaler Art und Weise in die Höhe getrieben, dass für die USA mittelfristig überhaupt kein Land mehr in Sicht ist.
Es wird sehr spannend bezüglich der US-Wahlen im November.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Bemerkenswerter Beiträge: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert“Dead Aid“: Keine Almosen für Afrika! Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Dead-Aid-Keine-Almosen-fuer-Afrika-article5698936.html Unverdächtig, weil von einer sehr intelligenten Afrikanerin verfasst. Das alles hat auch was mit GR zu tun. Nur nach GR fließt gemessen an der Größe und am Bevölkerungsumfang sehr viel mehr. Mehr hilft aber nicht unbedingt mehr. Ich erwähne das, weil man sich in diesem Blog mit herkömmlichen Rezepten auseinandersetzt, die aber, wie Sie schreiben Herr Prof. Malik, mit den die bisher eingesetzten Mitteln die Lage massgeblich verschärft haben. Allerdings ist mir selbst diese Entwicklungshilfe seit Jahren suspekt. Auch der honorige Dr. Reitzle bringt Licht ins Dunkel:… Read more »

kohlmann
Gast
kohlmann

was hat der zwang bei griechenland eigentlich für eine auswirkung auf das investment staatsanleihe an sich? so etwas gab es doch noch nie oder? sowohl wissenschaftler wie stefan homburg als auch wirtschaftler wie joseph ackermann sagten, dass dies massive auswirkungen haben wird. Welche könnten das sein? Gehen die Investoren in Bargeld gibts morgen einen bank run..? aber wie will man 50 millionen in bardollar bekommen?

NJP
Gast
NJP

Sehr geehrter Herr Prof. Malik, der entscheidende Punkt zur der Beantwortung der Frage von Herrn Baumann „Was hätten denn Sie anstelle der Handelnden getan – mal ganz konkret gesagt?“ ist doch, ob man sich als „Handelnder“ innerhalb oder außerhalb bestehender (= neuer) Regelwerke bewegen müsste. wenn ich Sie richtig verstehe, kritisieren Sie, dass sämtliche Operationen zur Lösung der Finanzkrise auf Basis bestehender, damit traditioneller und nicht komplexitätsgerechter normativer Grundlagen ablaufen. Klar ist, dass eben diese überholten Regeln nicht zu Lösungen führen können. Es kann keiner sagen, man könne traditionelle Regeln nicht schnell genug verändern. Das Gegenteil ist doch offensicht bei… Read more »

GT
Gast
GT

Wie mir scheint, eine recht vernünftige Einschätzung durch den deutschen Sparkassenverbandspresident, die auch den Grundtenor dieses Blogs wider spiegelt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/sparkassenverbandspraesident-im-gespraech-grossbanken-zerschlagen-darf-kein-tabu-sein-11680674.html
Es wird einmal mehr deutlich, dass in der Politik zwischen „gut gemeint“ und „gut gemacht“ Welten liegen (vgl. Aussage zum G20-Gipfel). Zumal das fundamentale Problem der Verschuldung von der Spitzenpolitk nicht erkannt ist, oder nicht erkannt werden darf.

ACKaiser
Gast
ACKaiser

Es läuft alles nach dem kosmischen Plan, jetzt Mitte 2012 bis 2016 beginnt erst so richtig der Transformationsprozess des Finanzwesens…

JBe
Gast
JBe

Das, was Sie schreiben, ist Glaube oder Wissen oder was?

Antonio Forni
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Dies ist unglaublich. Von Ihnen Herr Malik, habe ich in der Handelszeitung gelesen, dass sich das System selber umbringt. Das scheint hier der Fall zu sein. Dies auf Kosten der Allgemeinheit (Menschheit?).
Für mich nicht verständlich, dass ein Land wie Griechenland, das vor über 2’000 Jahren als Hochkultur galt, in so einem Zustand ist. Verursacht vom System. Es kann doch nicht sein, dass es die Griechen nicht schaffen, ihren Laden in den Griff zu kriegen. Oder ist das System so aufgebaut, dass es gar nicht möglich ist oder nur unter sehr schweren Bedingungen?

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Ein junger Holländer hat vermeintlich die Lösung für das Problem, das hunderte kluge Köpfe in Monaten nicht lösen konnten. Jurre Hermans hat auf nur einem Blatt Papier seine Idee zur Rettung Griechenlands skizziert. Alle Menschen gehen in die Bank, wo eine Maschine steht, die Euros in Drachmen umtauscht. Ich will das garnicht auseinander nehmen und ich würde das Anerkennungsgeld von 100 Euro auf 1000 Euro erhöhen. Allein schon deswegen, weil sich dieser Jugendliche 1 Million mal mehr Gedanken macht als der hiesige Durchschnittsbürger. Jau, jeder rennt zur Bank und holt seine Euros ab, um sie entweder unter das Kopfkissen zu… Read more »