Antwort Heinsohn auf Posting Huber

Die Antwort, die Herr Heinsohn direkt auf Herrn Hubers Posting gibt, ist für die meisten Blogger interessant:
Lieber Herr Huber!
Wenn alle “Staatsschulden gestrichen und in allen Bilanzen und Budgets auf 00,00 gesetzt” werden, sind natürlich die meisten Unternehmen ausgelöscht, die im Investment und/oder im Eigenkapital bei Staatstiteln hoch gewichtet sind. Die wären ihre Forderungen los, müssten die gegen sie gerichteten Forderungen aber weiter erfüllen. In erster Linie träfe es Banken und Altersversicherungen. Neue Banken würden nach und nach schon wieder entstehen, aber die Pensionsansprüche wären uneinbringbar. Nun müssen Staatsschulden ja nicht auf Null, sondern nur auf ein bedienbares Maß herunter. Gerade dafür braucht es ein feines Skalpell. Und es stimmt schon, dass an Form und Schliff dieses Instruments kaum irgendwo ernsthaft gearbeitet wird. Gunnar Heinsohn

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Walter Huber
Gast
Walter Huber

Verehrter Prof. Ja, natürlich braucht man für die Umsetzung von meinem provokanten Ansatz ein etwas “feineres Skalpell”. Andeuten wollte ich mit meiner Äußerung, dass es mit den derzeitigen Systemen, der Doppelmoral und Langsamkeit auch nicht weiter gehen kann. Viele Randaktivitäten wie “Einführung von Komplemtärwährungen” bis zum Absinken der Wahlbeteiligungen, bis zu Weiterlügen von Regierungen (aktuell Deutschland und USA) wenn es um Zusammenarbeit der Geheimdienste, bis zur extrem Vermehrung von Reichtum auf der Welt, können wir eben so wie derzeit nicht weitermachen. Die schleichende Deflation und die Perfektionierung der Doppelmoral usw. sind nicht die Lösungen auf unsere Zukunftsaufgaben. Die Themen Umwelt… Read more »

Jürgen Clasen
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Jürgen Clasen

Ein umfassender genereller Schuldenschnitt kommt sowieso nicht in Frage. Wieso sollte man beispielsweise Bayer oder Daimler von ihren Unternehmens-anleihen befreien? Deren Geschäftsmodell beruht darauf, das sie genug erwirtschaften, um diese Papiere mit Zins und Tilgung zu bedienen. Wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, müssen sie ihr Unternehmen umkrempeln. Gelingt das nicht, dann scheiden sie ganz einfach, wie schon millionenfach passiert, aus dem Markt aus und die Gläubiger haben den Schaden am Hals. Für private Schulden haben wir umfassende Regeln zur Privatinsolvenz. Bleibt der Staat, von dem die Kanzlerin auch schon gesagt hat, das er pleite gehen kann. Der… Read more »

Jürgen Klaus
Gast
Jürgen Klaus

Herr Clasen, hier sehr empfehlenswert das Buch von Paul C. Martin. ( Aufwärts ohne Ende) Wenn wir durch Steuererhöhungen oder anderen Maßnahmen ein fallendes BIP riskieren ist wie jemand der eine Karte aus einem Kartenhaus entfernt. Es besteht die Gefahr dass das gesamte System zum Absturz kommt. (Kettenreaktion) Aber eine kleine Steuer für Vermögen (oder Spekulationssteuer) erschaft Vertrauen in der Bevölkerung, einen kleinen Tropfen auf den heißen Stein an Einnahmen und läßt dem Spiel noch etwas mehr Zeit. Spannender wird es sein, zu verfolgen wie es in Deutschland mit Maßnahmen analog der PV Förderung weiter geht. Hier verschulden sich priv.… Read more »

kohlmann
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kohlmann

Radikale Schuldenschnitte wären m.E. ein völlig falscher Weg! Das Problem ist ja nicht die Verschuldung auf der Welt ansich – den für jede Schuld gibt es auf der anderen Seite einen Gläubiger!!!!!! Das Problem ist, dass das Schuldennetzwerk zu groß und unübersichtlich geworden ist und viele Haushalte, Unternehmen oder Staaten in dieser Hyperkomplexität garnicht mehr wissen, realisieren oder abschätzen können, in welchem Maße sie selbst verschuldet sind bzw. zu welcher wahrscheinlichkeit sie in welchem szenario betroffen sein könnten. Das hemmt wirtschaftliche aktivität! Nur wenn ein dicker Fisch einbricht (Lehmann, Griechenland usw.), kommt es zu ketteneffekten. Man sollte fische gezielt pleite… Read more »

Florian Linse
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Florian Linse

Langfristig entstehen durch Zurodnungsfehler Verteilungsungleichgewichte, die zunehmen und zu grossen Vermögen =Schulden führen. Geldvermögen sind Forderungen (letztendlich auf Arbeitsleistung), Schulden sind Verbindlichkeiten (letztendlich in Arbeitsleistung zurückzuzahlen). Die Forderungen aus Vermögen nehmen Umfänge an, die der Vermögende nicht mehr vollständig einfordert, sein Bedarf ist gedeckt. Damit ist jedoch der Austausch im System unterbrochen. Der Schuldner kann nur zurückzahlen, wenn der Gläubiger Leistung in Höhe der Schulden abruft. Da der Gläubiger dies nicht tut, kann das System nur durch Neuverschuldung vor dem Kollaps bewahrt werden. Dies kann nicht ad infinitum fortlaufen. Eine Zentralbank könnte zwar die Verschuldung theoretisch immer weiter finanzieren (mit… Read more »