Einfache Lösungen für komplexe Fragen

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Einfache Lösungen für komplexe Fragen

Wie geht das? Das geht durch das Nutzen von Komplexität.
Auf den richtigen Umgang mit Komplexität sind erst wenige vorbereitet. Dies zeigt sich daran, dass die meisten Menschen Komplexität reduzieren wollen. Sie sehen Komplexität als etwas Negatives. Auf der Suche nach einfachen Lösungen wenden sie die Strategie der Komplexitätsreduktion an.
Diese Strategie erscheint zumeist als eindrucksvoll praktisch und daher darf man mit Zustimmung rechnen:  Ja, so muss es gemacht werden – Komplexität reduzieren!
Zumeist verwechselt man dabei aber „komplex“ mit „kompliziert“.
Die richtige Maxime heisst: Reduziere Kompliziertheit und erhöhe die Komplexität. Wie der deutsche Biologe Carsten Bresch so treffend sagte: „Alle höheren (biologischen) Fähigkeiten resultieren aus mehr Komplexität!“
Die richtige Strategie für die Neue Welt ist also das Gegenteil der bisherigen, nämlich das Nutzen von Komplexität.
Was viele noch nicht verstehen können: Komplexität ist ein neuer Rohstoff, vielleicht sogar der wertvollste Rohstoff. Denn Komplexität ist das „Grundmaterial“ für Intelligenz, Kreativität, Innovation und Evolution, für Selbstregulierung und Selbstorganisation, wie man sehr gut an biologischen und immer öfter auch an elektronischen Systemen sehen kann.
So können wir statt durch Reduktion von Komplexität nach einfachen Lösungen zu suchen, besser die intelligenten Lösungen finden, indem wir bereits vorhandene Komplexität nutzen. Zum Glück stellt sich dabei oft heraus, dass gerade die intelligentesten Lösungen auch die einfachsten Lösungen sein können – aber die einfachen sind nicht unbedingt die intelligentesten.
Komplexität zu nutzen für intelligente und kreative Lösungen ist eines der grundlegenden Funktionsprinzipien des Neuen Managements.

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Stefan Ludwig
Gast
Stefan Ludwig

Schön ausgedrückt, aber sehr allgemein bzw. abstrakt beschrieben. Warum?
Ich bin der Ansicht in der öffentlichen Diskussion wird das Thema Komplexität als Chance nur verfangen wenn man es an leicht nachvollziehbaren Beispielen erläutert.
Wenn das nicht möglich wäre, wäre es eine Aufforderung zum Einstieg in eine Expertokratie.
mit freundlichen Grüßen
Stefan Ludwig

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Haben Merkel und die anderen Regierungsführer die Komplexität und die Kompliziertheit ihrer Beschlüsse mit der Türkei in der praktischen Umsetzung überhaupt bedacht? In wenigen Stunden lässt sich ein theoretisches Ergebnis erzielen. Jetzt kommt die Lehrzeit. Es geht eben nicht so einfach, wie gedacht. So vermute ich, es wird noch sehr lange dauern bis man praktisch „zu Potte“ kommt. Die geplante „rechtstaatliche“ Rückweisung ist eine Farce: Volksgerichtshof. Die Beschlüsse sind die Ursache für K&K (Kompliziertheit & Komplexität). Meine Vorstellung: Die Beschlussentwürfe müssen rückgekoppelt werden mit der schon vorhersehbaren K&K.

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Erforschung von Komplexität ist eine der spannendsten Aufgaben, die die Gegenwart für uns bereithält. Komplexität hat sicherlich eine interne Triebkraft. Komplexität erzeugt mehr Komplexität im Sinne einer positiven Rückkoppelung. Es gibt aber auch die seltsame Tatsache, dass es, wie auch immer gearteter Differenzen bedarf, um Komplexität zu ermöglichen: Eine der größten Komplexitätszunahmen der Geschichte fand im Kambrium vor etwa 541 Millionen Jahren statt. Aus simplen bakterienartigen Organismen entstanden in relativ kurzer Zeit komplexe Lebewesen. Der Grund war der Anstieg des Gehalts an freiem Sauerstoff im Meerwasser. Dadurch wurde energetische Differenz erhöht. Dieser Vorgang ist reversibel. In den Todeszonen schlecht durchlüfteter… Weiterlesen »

HCF
Gast
HCF

Sehr geehrter Herr Malik, ich Stimme mit Ihnen überein, das die ‚Flucht‘ in Komplexität und Skaleneffekten nach aktuellem Denken und Wirtschaften die einzige Lösung (bzw. Ausweg) ist zu versuchen die Effizienz zu verbessern und den Status-Quo längst möglich beizubehalten. Letztendlich benötigt aber eine steigende Komplexität in der Regel eine größere energetische Basis (Anm.: auch (Aus-)bildung braucht Energie). J. F. Tainter (Collapse of Complex Societies) sagt, das die Komplexität von (historischen) Zivilisationen dahin tendierte schneller zu steigen, als die Ressourcenbasis – bis zu dem Punkt, das die meisten der Ressourcen für die Sicherung des Status-Quo verwendet wurden, aber nicht mehr um… Weiterlesen »

A.I.
Gast
A.I.

Gibt es eventuell ein Beispiel, an dem man sehen kann, wie man Komplexität nutzen kann, um Komplexität zu beherrschen? Biologische Systeme sind sehr komplex und auch kompliziert, und die Fähigkeit, ihr Funktionieren zu lenken und zu verbessern (sprich: Medizin), beruht bis heute eigentlich auf Vermutungen und Trial&Error. Da gibt es z.B. Menschen, die leiden unter Migräne und kein Mensch kann erklären, warum das so ist.Haben Sie eventuell ein Beispiel parat, an dem man einsehen kann, Da gibt es Autoimmunerkrankungen, und kein Mensch versteht wirklich, warum das Immunsystem den eigenen Körper angreift, und niemand kann das heilen, sondern man kann nur… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Vielleicht gehört es hierher:
http://www.welt.de/print/wams/wissen/article157408681/Sie-haben-den-Durchblick.html#
Untersuchungen zu Prognosen und Vorhersagen. Sehr interessant. In meiner Anlagestrategie habe ich das Wesentliche richtig gemacht. Meine Annahme, wir bekommen eine deflationäre Depression, so ab 2008, wo uns die Klamotten nur so um die Ohren fliegen, war bislang falsch. Ich habe nicht damit gerechnet, das alle Gesetze und Regeln (zur Systemrettung) ins Gegenteil verkehrt werden können. Aber ich gebe mich noch nicht geschlagen. Eine Wirtschafts- und Währungskrise könnte in eine poltische Krise münden, die alles umhaut. Was nicht ist, kann noch werden, auch jenseits der 11 Jahre, die ich nach Statistik noch habe.

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