Ertrinkt Deutschland in Geld oder versinkt es in Schulden?

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Ertrinkt Deutschland in Geld oder versinkt es in Schulden?

Auf dem Titelblatt der „Welt am Sonntag“ steht, Europa ertrinke in Geld. Kommentiert wird die EZB-Politik. Und im zweiten Block derselben Ausgabe wird „Die grosse Geldschwemme“ im Detail erläutert.
Selten habe ich mehr ökonomische Irrtümer auf einmal gesehen, als in dieser Sonntagsausgabe. Kein Wunder, dass die Wirtschaft so unverstanden bleibt. Europa ertrinkt nicht in Geld, sondern wenn man so weitermacht, versinkt es in Schulden. Dies wäre der zutreffende Titel gewesen, denn Notenbanken schaffen kein Geld, sondern neue Schulden.
Gleich auf der Titelseite werden dann 3 Begriffe definiert: Inflation, Deflation und Stagflation. Unter „Deflation“ steht: Rückgang des Preisniveaus. Das ist bestenfalls eine Andeutung von Wahrheit, aber solange nicht gesagt wird, welches Preisniveau sinkt und warum, kann daraus rein gar nichts über Deflation gelernt werden, und daher auch nicht über die geeigneten Massnahmen dagegen. Deflation ist der Rückgang von Sachgüter(!)-Preisen, und zwar wegen immer mehr Zwangsverkäufen, durch die man das Geld zu bekommen versucht, mit denen die notleidend gewordenen Kredite zurückgezahlt werden sollen, mit denen eben diese Sachgüter zuvor im Übermass gekauft wurden und dadurch erst deren Preise in Höhen getrieben haben, die nicht aufrechtzuerhalten sind.

Von |2012-02-26T16:48:40+00:00Februar 26th, 2012|Deflation, Finanzmärkte, Inflation, Notenbanken, Wirtschaft|37 Kommentare

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Hans-Jürgen Sopper
Gast

Tja, dass ist nichts neues, dass die meinungs bzw. stimmungsmacher keine ahnung haben, von dem was sie schreiben. insbesondere wenn es um unser wirtschaftssystem geht. Dennoch schaffen notenbanken geld, die im kreditvertrag zur schuld werden: die schuld nämlich, es zurück zu bezahlen- aktiver teil und passiver teil, in dem das eigentum des gläubigers (geldemittent), wie auch das eigentum des schuldners zur disposition stehen. disposition heisst, dass auch noch dritte im spiel sind, die das geld als forderung gegen den emittenten aktzeptieren bzw. präsentieren.somit wird klar, dass geld immer gläubiger-geld sein muss. dass heisst mit eigentum des gläubiger-emittenten als auch des… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die Frage für mich ist, wieviel Last kann der Esel tragen, bis er einknickt? Auf jeden Fall eine Menge. Wir in D verfügen über 5 Billionen Vermögen. Schaut Euch in den besseren Gegenden die Häuser an mit ihren Gärten. Das sind nicht alles Kreditbuden und sie sind über 60 Nachkriegsjahre entstanden. Lange Zeit, um auch die Kredite dafür abzustottern. Gerade wird aus den genannten Mitteln verstärkt in Beton konvertiert. Grundlage für alles, ist die eigene Leistung mit vielen Weltrangfirmen. Die würden nicht so dastehen, wenn sie ihre Expansion nicht auch über Fremdmittel betrieben hätten. Die angesprochenen Guthaben müssen auch verliehen… Weiterlesen »

Ralph Keller
Gast

Offensichtlich hat auch die NZZ die Gefahr (noch) nicht erkannt:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/der_regenmacher_1.15284742.html
… und wenn ich daran denke, wie viele Entscheidungsträger sich an diesem renommierten Blatt orientieren, mache ich mir wirklich Gedanken um die Zukunft.

Thomas Amstad
Gast

Ich habe heute morgen in einem Wirtschaftsbericht einer nicht unbekannten, grösseren Beraterfirma gelesen, dass Japan nun endlich mit der schon lange angekündigten Verdoppelung der Konsumsteuer ernst machen will; das sei der erste Schritt in die richtige Richtung! Wenn dies so einfach wäre…
Diese Leute verstehen genau so wenig von der Materie wie obengenannte. Gruss

Bernhard Wedeking
Gast

Sehr geehrter Herr Malik, ich bin begeistert von Ihren Publikationen welche noch nachzuschlagen waren. Leider ist Das Debakel…von 2008 ist nicht aufzufinden. Ich trete mit einer Bitte an Sie heran: Als überzeugter Mensch bin ich 2010 auf eine Publikation gestoßen welche ich anschließend mit einem Kollegen in 622 Ausfertigung unseren Abgeordneten in Berlin gebracht habe. Die Publikation heißt: DIE GELDLAWINE. Die Reaktion aus Berlin war niederschmetternd, Ignoranz und Arroganz pur. Kann nachgelesen werden auf meinem Blog: politborkenkaefer.wordpress.com Da das Modell auch nicht durch eine Partei bekannt gemacht werden konnte, gründeten wir vergangenes Jahr die BÜRGERBEWEGUNG BANDBREITENMODELL – um das in… Weiterlesen »

Bernhard Wedeking
Gast

zweite e-Mail:
Könnte dieses Modell „DAS Modell“ der Zukunft sein? Wäre es möglich diese in meinen Augen durchdachten Lösungsvorschläge durch Sie und Ihr Institut mit zu unterstützen?
Professor Dr.Dr. Paul Kirchhof und der Bund der Steuerzahler weigen sich das Modell zu unterstützen., speziel der Bund der Steuerzahler stellt sich ein Zeugnis als Lobbyist der EU aus.
Hier ein paar Links damit Sie nicht so lange suchen müssen:
http://www.bandbreitenmodell.de/
http://www.bandbreitenmodell.de/sitemap
http://www.bandbreitenmodell.de/handlungsdruck
http://www.bandbreitenmodell.de/finanzmarktregeln
http://www.bandbreitenmodell.de/downloads/radiolux100komma7_interview_automation_und_arbeit_08Apr2011.mp3
Ich / wir Bürger hoffen auf Ihre Unterstützung.
Wenn gewünscht schicke ich Ihnen gerne ein Exemplar (Rückläufer vom Bundestag) zu .
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Wedeking

Thorsten Podlech
Gast
Thorsten Podlech

Hallo Forum, zum Thema „Geldschwemme“. In einem ARD Plusminus Bericht aus der letzten Woche wird die Unternehmensanleihe vorgestellt. Plusminus berichtet unter anderem über Katjes, die innerhalb eines halben Tages alle Anleihen für ein wichtiges Projekt verkauft hatten. In dem Bericht werden Unternehmer zitiert, die erklären, dass der große Deutsche Mittelstand von den Banken kaum noch Geld bekommt und sich deshalb den Anleihemarkt als Alternative aufgebaut hat. Besonders private Kleininvestoren sind begehrte Zielgruppen der Unternehmen. Das entspricht ja der Problematik, die Heinsohn erläutert. Die Banken bekommen Geld von den Zentralbanken quasi gratis. Aber die Unternehmen haben bei den Banken keinen ausreichenden… Weiterlesen »

Constantin
Gast
Constantin

Lt. Goldman belaufen sich die Target2-Forderungen der dt. Bundesbank inzwischen auf knapp € 1 Billion. Diese Zahl sollte nicht in den Massenmedien gedruckt werden, sonst haut es das System mit ohrenbetäubendem Lärm zusammen.

Herbert Bleier
Gast
Herbert Bleier
thomas mueller
Gast
thomas mueller

Erlauben Sie bitte ein wenig Kritik, Herr Professor Malik.
Vom Timing her liegen Sie ziemlich daneben.
Sie meinten im November 2011 dass an den Aktienmärkten nur
noch auf der Short-Seite Geld verdient werden könnte.
Damals standen wir bei 4800 im Dax, heute bei 6940.
Unvorhersehbare Ereignisse ?
Gruss !

Micha A. Hugelshofer
Gast
Micha A. Hugelshofer

Folgendes Transcipt dürfte von grossem Interesse sein, da es um unvorstellbar grosse Summen von ‚money‘ geht.
Da Sie offensichtlich über mehr Informationen verfügen, als die grosse Mehrheit der Bürger, dürfte es für Sie ein wichtiges Puzzle-Teil sein.
House of Lords
Lords ChamberMeeting started on Thursday 16 February
Transcript of Lord James of Blackheath 2-16-2012
http://www.scribd.com/doc/81988787/Transcript-of-Lord-James-2-16-2012
Ich verfolge die Sache schon etwas länger. Aber wer die globalen Zusammenhänge nicht kennt, sollte dies nicht unbedingt lesen. Dieser Kommentar ist deshalb nicht zur Freischaltung gedacht. Danke.
Ich hätte es Ihnen gemailt, aber die direkte Adresse habe ich (noch) nicht zur Hand.

P.D.
Gast
P.D.

Sehr geehrter Prof. Malik, eine aus meiner sicht interessante Studie über die Auswirkung von Kriegen auf die US wirtschaft. Für die Diskussion spannendes Detail: Während Irak- und Afghanistankrieg wurden erstmals in Kriegszeiten die Steuern gesenkt. Die US-Regierung konnte daher die schwache Wirtschaft nicht ankurbeln, da das Geld dazu fehlte& die Krieg durch Schulden finanziert wurde. Daher musste die FED durch extrem günstiges Geld für den Markt diese Rolle übernehmen. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die FED damit direkt zur Bildung der US- Immobilienblase beigetragen hat. Was ihre Sichtweise zu 100% untermauert und die jetzigen politschen Maßnahmen als grobe Fahrlässigkeit… Weiterlesen »

Roland Katzer
Gast
Roland Katzer

Sehr geehrter Herr Malik, so ganz habe ich ihre Trennung von Geld und Schulden nicht nachvollzogen. Geld entsteht doch immer durch Schuld, da wir kein -durch irgendein Sachwert gedeckten- Gegenwert mehr für Geld haben. Spätestens die Loslösung vom goldgedeckten Geld (1971 -Bretton Woods – Nixon)eröffnete einen hemmungslosen, lobyistisch gesteuerten, kreditfinanzierten Boom, der sich in steigenden Vermögenspreisen niederschlug. Sowei Übereinstimmung. Doch auch Bargeld ist nur durch Schuld (Kredit) entstanden, also kann hier keine strikte Trennung vorgenommen werden. Die Kreditvergabe der Notenbanken bedingt doch das vorhandensein von neu geschaffenem Geld. Ich bin der Meinung, dass die Vermögenspreise zu einem geeigneten Äquivalent fallen.… Weiterlesen »

Anonym
Gast
Anonym

Die Frage „Ertrinkt Deutschland in Geld oder versinkt es in Schulden?“ ist ein Widerspruch in sich. Geld ist ein Schuldschein bzw. ein Schuldversprechen. Geld = Schuld. Aktuell versucht die EU mit noch mehr Geldschuldscheinen aus dem nichts die bereits vorhandenen Schulden zu tilgen. Ertrinkt nun Deutschland in Geld oder versinkt es in Schulden? Es ertrinkt in Schulden und versinkt in Schulden, denn beides ist das gleiche. BEIDES hat keine Leistungsdeckung! Man kann das Defizit von nicht vorhandener Leistung nicht durch noch mehr ungedeckte Leistung korrigieren. Ist eine Schuld getilgt, so muss auch der Schuldschein vernichtet werden. Wird er in der… Weiterlesen »