Deflation wird sichtbar – Ist Europa vor dem Aufschwung?

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Deflation wird sichtbar – Ist Europa vor dem Aufschwung?

Definitiv Nein.
Selbst in der EZB und einigen anderen Inflationisten-Kreisen beginnt man die Deflation zu sehen, aber man versteht sie noch nicht. Noch glaubt man, diese mit ökonomischen Mitteln aufhalten und drehen zu können. Das ist ein Irrtum – und nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein politischer und sozialer Irrtum.
Einige unserer Poster haben Medien-Links geschickt – z. B. zu einem FAZ-Artikel über die Deflationsanzeichen. In diesem ist aber nicht ein einziger der tatsächlich relevanten Deflationsgründe enthalten.
Wer nach dem heutigem Mindset denkt, ist blind für die auf der Hand liegenden Gründe: Schuldenberge, Forderungenberge, schlechte Besicherungen; Bilanzfiktionen, daher Abschreibungsbedarf der Forderungen; letztlich werden die Schulden in der bilanzierten Höhe nicht bezahlt werden.
An manchen Börsen herrscht zwar erneut Goldgräber-Stimmung, ähnlich wie 1999 in der damaligen New Economy Euphorie. Es war damals – wie heute – aber pure massenpsychologische Manie; Verblendung der Lemminge auf dem Marsch über die Klippen, wie sich ab März 2000 durch massive Kursrückgänge zeigte, von denen sich z. B. der NASDAQ bis heute nicht mehr wirklich erholt hat. Twitters Erfolg ist der beste Indikator für programmierte Troubles.

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TG
Gast
TG

Das Dumme ist nur, das im Moment alles so wunderbar gut ausschaut. Zahlreiche Manager schielen zwar auf die Schuldenprobleme, aber in den letzten Jahren lief es auch immer positiv weiter, teilweise sogar sensationell gut, was natürlich die falschen Propheten und Marketing-Sales-Kaste bestätigt. Ich sehe intern immer mehr Signale, die an 2009 erinnern: es gibt Bonusprogramme um mehr Leute zu rekrutieren – wie in 2009, wobei damals kaum 6 Monate später ein Einstellungsstop folgte und wenig später erste Entlassungen. Die Werke arbeiten häufig an der Kapazitätgrenze, es werden grosse Übernahmen angegangen, die Budgets werden massiv ausgeweitet usw. – bullish bis zum… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Leider bin ich schon so alt, dass ich mich an 1987 erinnere. Zwar hatte ich einiges auf der hohen Kante, es war aber nicht in Aktien angelegt. Anfang Okt. bekam ich den Rat doch in Aktien zugehen, wegen der fantasischen Gewinne. Gottseidank habe ich mir ausgerechnet, das mein Sparkonto deutlich mehr Zinsen abwarf als die Dividende beispielsweise einer Daimleraktie und habe den Schritt nicht gemacht. Rund zwei Wochen später hatten die Ratgeber rote Augen… Mit der Entwicklung des Internets konnte ich mein fehlendes Wissen auf dem Börsensektor aufholen. Aber 87 war nicht alles. Dann kamen die Niederschläge mit der Asien-… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Reden wir weiter über Börsen und der Illusion, man könnte hier einen sicheren Pfad für eine künftige Entwicklung exakt vorhersagen. Wie ich schon ausführte, steigen die Kurse höher als man denkt und fallen auch tiefer als man glaubt. Das ganze hängt in einer Matrix. Tausende Faktoren sind miteinander verwoben und dieses Beziehungsgeflecht ändert sich fortlaufend. Wenn heute A+B=C ist, kann das morgen schon überholt sein. A+B kann dann auch X oder Y sein. Sicher ist nur, dass unser Geldwesen nicht nachhaltig ist und nur phasenweise, durchaus über 100 Jahre, funktioniert. Der Josefspfennig in einer Zinseszinsrechung sagt alles. Wir können nur… Weiterlesen »

Walter Huber
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Ja, die Verblendung vieler Entscheider und Politiker scheint Fakt zu sein. Österreichs Regierung sucht zum Beispiel einige Milliarden im Budgetloch … Im Bereich Unternehmensstrategie lernt man weltweit auf Universitäten und bei Seminaren sehr viel. Das Wichtigste für einen Wirtschaftserfolg eigentlich aber nicht. Das Kapital und den Wert einer „guten Stimmung“ in einem Unternehmen. Besonders wichtig wird der Faktor „Stimmung“, wenn es einmal nicht gut läuft. Mit Depressions- und Angststrategien gelingt kein Change-Management. Die Stimmung in den USA, im arabischen Raum, in Griechenland oder auch in Deutschland in der Gesellschaft ist aktuell nicht gerade am Höhepunkt. Politiker und Wirtschaftsbosse verursachen derzeit… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Diese Einschätzung sollten wir uns merken: Yandaya
Yellen: Derzeit gibt es keine größere Blasenbildung in einem bedeutenden Markt
vor 11 Min (16:37) – Echtzeitnachricht
Yellen muss das sagen. Man stelle sich vor, sie würde sagen, die Wertpapierkredite deuten auf eine Aktienblase hin…

Thomas Moroder
Gast

“When the music stops, in terms of liquidity, things will be complicated. But as long as the music is playing, you’ve got to get up and dance. We’re still dancing.” – Ex Citigroup CEO Chuck Prince im Juli 2007 (im November 2007 ist er zurückgetreten).

Sascha
Gast
Sascha

Kia Ora Prof. Malik,
der liebe Herr Assmussen spricht nun auch davon Negativzinsen auf Guthaben nicht ausschliessen zu können. Die Not muss wirklich gross sein.
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6414080-ezb-leitzins-zinssatz-negativzins

A.I.
Gast
A.I.

Ich tue mich langsam schwer, überhaupt die Korrelation zwischen Börsengeschehen und Realwirtschaft zu sehen. Das theoretische Modell scheint mir zu sein: „An den Börsen werden Aktien von Firmen gehandelt. Geht es den Firmen (= „der Wirtschaft“) gut, dann erwarten sie hohe Gewinne. Dann wollen alle Leute Aktien haben, und die Kurse steigen.“ Und umgekehrt: „Geht es den Firmen schlecht, dann wollen alle Aktien verkaufen, also sinken die Kurse.“ Ich bin natürlich kein Börsenexperte und habe in diesem Leben auch nicht mehr vor, einer zu werden. Man hört ja oft in den Nachrichten etwas über eine politische Maßnahme oder Entscheidung, und… Weiterlesen »

A.I.
Gast
A.I.

Wir sehen einen Höhenflug der Börsen, während die wirtschaftliche Entwicklung nicht das zu sein scheint, was sie einmal war.
So kann man sich fragen, ob die Kurse nicht auf andere Weise hochgetrieben werden.
Die regelmäßigen Leser dieses Blogs kennen allesamt die Antwort, würde ich vermuten.

Jürgen Kusche
Gast
Jürgen Kusche

Ich habe auch noch einen Link, der für alle die an eine Inflation glauben meiner Meinung einen guten Wegweiser darstellt. http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6419692-ezb-leitzins-deflation-immobilien-besitzer-ruinieren

Vorderwülbecke Thomas
Gast
Vorderwülbecke Thomas

Sehr geehrter Herr Malik,
ich habe schon viel von Ihnen gehört Maybritt Illner usw.
Wenn sie sagen das wir einen absoluten Deflation crash haben werden,
heißt das auch das alle Solzialsystem zusammnebrechen werden,
Das die gesetz. Renten weitgehend weg sind usw.
Habe mal ein Interview von Prof. Hankel gehört der dann sogar gesagt hat:
Das dann evtl. Leute die jetzt Harz 4 bekommen dann evtl die hälfte
oder sogar gar nichts mehr bekämmen. Das würde doch wohl Bürgerkriegsähnliche
Verhältnisse hervorrufen. Teilen sie da seine Meinung.
Er ist ja nun leider verstorben ! Ich fand in immer sehr überzeugend .
Vielen Dank im voraus.

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