Steigen die Rohstoffpreise wirklich? Nein, die meisten sinken …

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Steigen die Rohstoffpreise wirklich? Nein, die meisten sinken …

In vielen Medien wird pausenlos behauptet, wir hätten steigende Rohstoffpreise. Daraus schliesst man allgemein auf deren Verknappung, auf drohende Hungersnöte und vor allem auf Inflation. Die meisten Rohstoffe sinken aber, und viele stehen auf den tiefsten Preisen seit Jahrzehnten. Anscheinend prüft man die Fakten nicht, sondern wiederholt den Unfug, der anderswo geschrieben wird. Dies schafft dann kommunikativ eine scheinbare Realität, die mit den Tatsachen so gut wie nichts zu tun hat. Unter anderem werden auf dieser Basis auch Unternehmensstrategien und strategische wie operative Entscheidungen getroffen.
Drastisch sinkende Preise und teilweise historische Tiefstpreise haben wir bei Kakao, Kaffee, Baumwolle, Rohöl, Heizöl, Bauholz, Kupfer, Mais, Hafer und Weizen. Höchstpreise gibt es derzeit bei Sojabohnen und ihren Derivaten Sojamehl und Sojaöl.
Daraus können weder eine Inflation noch Hungersnöte entstehen. Vielmehr sind das deutliche Signale für die Deflation. Aufgrund der weithin sinkenden Wirtschaftsleistung werden auch immer weniger Rohstoffe gebraucht. Energieknappheit und von Menschen verursachte Klimaveränderungen könnten sich daher schon bald selbstregulierend normalisieren.

Von |2012-12-15T10:33:48+00:00Dezember 15th, 2012|Allgemein, Deflation, Inflation, Ökonomie, Wirtschaft|70 Kommentare
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Max Gmür
Gast
Max Gmür

Herr Malik, wie schätzen Sie die Deflationsgefahr in China ein? Man hört manchmal, dass in China die Firmen und Privatpersonen überschuldet sind. Droht in China eine Depression wie in den Tigerstaaten Südostasiens in den 90er Jahren?
Hierzu ein Artikel über die Überschuldung der chinesischen Solarfabriken: http://www.fool.com/investing/general/2012/11/15/csiq-earnings.aspx).

Max Gmür
Gast
Max Gmür

Die International Energy Agency (IEA) erwähnte kürzlich, dass die USA in den nächsten Jahren dank neuer Fördermethoden (Fracking) zum grössten Erdöl- und Gasproduzenten aufsteigen und dank günstiger Energie re-industrialisiert werden wird. http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/tektonische-verschiebungen-im-us-energiesektor-1.17890034.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/billiges-erdgas-ploetzlich-blueht-in-amerika-die-industrie-11986914.html
Herr Malik,
(1) ist günstige Energie auch im post-industriellen Zeitalter matchentscheidend, oder wird deren Bedeutung überschätzt,
(2) soll sich der Westen re-industrialisieren (insourcing) oder überlassen wir die „Werkbank“ China, Indien, etc. und
(3) kann im Dienstleistungssektor nachhaltig wertschöpfung entstehen ohne dem „Fundament“ der industriellen Produktion?

Herbert S.
Gast
Herbert S.

Das Fracking – insbesondere in den USA – könnte leicht zu einer neuen Blase werden, wie auch hier http://www.report.at/mediadaten/2012_07_energie_report_18.pdf treffend analysiert wird. Ganz abgesehen, dass man noch zu wenig Erfahrungen hat, was die Umweltschäden betrifft. Ganz abgesehen, wenn damit möglicherweise folgenschwere Erdbeben ausgelöst werden. Ich werde es wohl nie verstehen, warum soviel Aufwand betrieben wird, um einer auslaufenden Energieform nachzueifern, anstatt die Mittel in die Ressourcenbedarfsminimierung zu investieren und damit die Abhängigkeiten zu senken. Aber da geht es wohl auch darum, wer von was profitiert … im Sinne von die Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert … Ich denke, die… Weiterlesen »

Bernd Birkenfeldt
Gast
Bernd Birkenfeldt

Hallo Herr Malik,
es kommt darauf an, von welchen Preisen Sie sprechen. Nominal oder inflationsbereingt. Für Kakao, Kaffee, Baumwolle und Gas sinken die Preise. Die Preise für Rohöl WTI, Kupfer, Mais, Weizen steigen, teilweise sogar stark (z.B. Mais auf Hoch seit 1980, siehe: http://www.markt-daten.de/charts/imf/imf010.htm).
Jeweils nominal. Inflationsbereingt mag Ihre Beobachtung stimmen, aber da kommt es immer auf die Methode und die Daten zur Inflationsberechnung an.
Aussagekräftiger wäre da wohl der Preis ausgedrückt in der notwendigen Arbeitszeit pro Einheit.
Grüße
Bernd Birkenfeldt

Walter Huber
Gast

Zwei Bereiche kann ich persönlich beurteilen. Öl und Energie. Und aus beiden ist mir bekannt, dass Preiserhöhungen sofort und sinkende Preis nie, bzw. nur wenn jemand schreit (Presse, Autofahrer-Clubs, usw. und selten auch Politiker). Wenn man sich die Gewinne der ÖL- und Energiefirmen ansieht, sieht man diese Realität. Kaffee bis Bauholz usw. wird sehr ähnlich „gehandelt“. Der Dumme an dem Gesamtspiel ist, wie derzeit bei allen Vorgängen in der Wirtschaft, der Kunde/die Kundin. Bzw. der/die SteuerzahlerIn. Nur, ich glaube schon, dass hier langsam ein Schwenk eingeleitet wird. Bis dahin werden wir aber noch viele Überraschungen (aktuell in Salzburg/minus ca. 500… Weiterlesen »

Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Irgendwie haben viel Menschen, speziell in den noch „boomenden“ Volkswirtschaften wie Deutschland noch keine Vorstellung von den Produktionsrückgängen, die auf sie zukommen. Sie glauben ja immer noch an eine Fortsetzung des Aufschwungs, während sich ja schon untrügliche Zeichen der Schrumpfung zeigen. Selbst die Verbraucherpreise fangen schon an zu sinken. Der Spritpreis an den Tankstellen in meiner Umgebung stagniert seit Wochen. Ich fahre sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und habe bemerkt, dass die Fahrgastzahlen im Nahverkehr kontinuierlich zunehmen. Da findet auch durch die alljährlichen Preiserhöhungen noch Inflation statt. Inzwischen scheinen viele Menschen, besonders in den Ballungszentren, auch ohne Auto ganz gut… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Wenn die Brötchen teurer werden, kommt stets das Argument, es liege an den gestiegenen Rohstoffpreisen. Aha, bequem, schon geschluckt. Etwas besser Informierte wissen, so ist es keineswegs. Andere Kosten steigen mehr und oft sind sie staatlich administriert. Ein Brötchen besteht vom Volumen her hauptsächlich aus Luft. Stromsteuern und Abgaben machen schon den halben Strompreis. Das drumherum wird teuerer. So geht es eigentlich bei allen Warenverteuerungen zu. Wiederholt hatte ich schon gesagt, überlicherweise wird in den gebildeten Schichten in D mit allem gehaushaltet und nicht rumgeaast. Eine gewisse Bewußtseinsspaltung ist dabei unleugbar. Autos werden immer schwerer, weil größer und bei Tourismus… Weiterlesen »

Thorsten G.
Gast
Thorsten G.

Wie kommen Sie darauf, dass wir bei Weizen historische Tiefststände haben ? Das genaue Gegenteil ist der Fall !
siehe: http://www.finanzen.net/rohstoffe/weizenpreis
Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit nachvollziehbaren Quellen und nicht mit einfachen Behauptungen !!!

Max Gmür
Gast
TG
Gast
TG

Bei mir im Unternehmen (4Mrd./Bau) blühen hier in den USA die Wachstumsphantasien für 2013, nach einem Rekordjahr 2012. Kurzfristiges Umsatz-Gehechel allerorten, obwohl Familienunternehmen. Beförderungen entsprechender Leute bestätigen das Prinzip. 2009 liegt schon weit in der Vergangenheit. Wann der Einbruch kommt, ob mit grossem Knall oder als schleichendes Gift, weiss ich nicht. Das „Financial Cliff“ scheint hier ein Randthema zu sein. Die US-Boys scheinen besser manipulieren zu können als das heterogene Europa. Niemand in meinem CA-Umfeld kann sich vorstellen, dass Häuserpreise fallen oder dass sich die NHL zu Tode streikt, wenn Einnahmen aufgrund fehlender TV-Auto-Werbemillionen mal wegbrechen sollten. Schwieriges Umfeld, um… Weiterlesen »

Wolfgang Niedermeyer
Gast

Hallo Prof. Dr. Malik,
in Ihrem Letter 09/12 blicken Sie zurück auf ihre Ausführungen von 2004 und schreiben bezüglich der Edelmetallpreise, dass diese nach anfänglichem Sinken, mit fortschreitender Deflation drehen und vermutlich „stark bis explosiv steigen“ werden. Für eine kurze Erläuterung der Sonderstellung, insbesondere von Silber, gegenüber anderen Rohstoffen, währe ich Ihnen sehr dankbar. PS: Ich schätze ihren Letter sehr!

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Korregierte Fassung:
Frage, Herr Prof. Malik: Ernteerträge im Agrarbereich sind heute wesentlich höher, wegen Saatgut, Maschinen usw. Die technische Entwicklung hat sich
mit der EDV verselbstständigt und gebirt fortlaufend, auch umwälzende Neuerungen. Können wir weiter mit den üblichen Kondratieff-Zyklen
kalkulieren, wenn dadurch heutzutage ununterbrochen revolutionäre Erfindungen und Entdeckungen gemacht werden? Müssen Charts möglicherweise unter diesen Gesichtspunkten anders gedeutet werden? Wir brauchen doch nicht mehr auf neue Entwicklungen zu warten. Aus meiner Sicht überstürzt sich inzwischen schon alles. Ein markantes Kennzeichen für die Komplexität dieser Welt. Rationale Entscheidungen von heute, werden morgen schon überrannt. Beispiele: Nokia,Polaroid….übermorgen Apple…

Claus Hippner
Gast
Claus Hippner

Schon erstaunlich, wie die Deflationisten, genauso wie die Inflationisten sich Ihre eigene Welt in der Wahrnehmung schaffen. Die Preise für Kupfer, Rohöl, Mais, Weizen sind seit 1960 gestiegen, teils deutlich. Ihre Futures-Charts sind wahrscheinlich nicht adjustiert. Ob es sinnvoll ist, fast 100 Jahre zurück zu gehen, sei dahingestellt. Mich wundert, dass Ihre falschen Prognosen, die alle nicht eintrafen, hier im Blog nicht diskutiert werden. Wer Ihrem Rat gefolgt ist und Bargeld gehortet hat, verlor viel Geld in Form entgangener Rendite in Zeiten negativer Realzinsen. Aktienindizes gestiegen statt gefallen (S+P plus 200 Pkt), Gold seitwärts statt gefallen, Dollar gefallen statt gestiegen.… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Vielleicht noch eine interessante Entwicklung bei den Soft Commodities.Kakao und Kaffee, die klassischen Schwarzhandelsprodukte in schlechten Zeiten, haben sich seit ihren letzten Hochs in 11 halbiert! Heute kriegt auch Weizen noch einen verpaßt und die Hochs liegen auch hier hinter uns. Vielleicht gibt es in diesem Sektor noch mehr Sachen, die die Biege machen. Habe das aber nicht alles auf den Radar

Martaller
Gast
Martaller

Schöner Artikel.
Es wird vorhergesagt, dass die Preise für mineralische Rohstoffe auch in Zukunft wechselhaft bleiben. (Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/produktion-technologie/preise-fuer-rohstoffe-bleiben-wechselhaft/ )
Parallelentwicklungen innerhalb einzelner Gruppen können die Preisvorhersagen dennoch deutlich verbessern. Die Einteilung der Rohstoffe könnte in Gruppen wie Buntmetalle, Industrieminerale, Leichtmetalle, Elektronikmetalle, Stahlveredler und Edelmetalle eingeteilt werden.
Gruß,
M.