Zugriff auf Sparguthaben zur Rettung von Zypern

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Nun passiert, was ich oft im Blog dargelegt habe: Das „heilige“ Prinzip, dass Sparguthaben sicher sind, wird gebrochen. Sparer müssen Abgabe zahlen, bekommen also ihr Geld, das sie auf der Bank sicher wähnten, nicht zur Gänze zurück. Rund 10% sollen sie für Guthaben von mehr als 100’000 als Abgabe (=Sondersteuer) für die Rettung Zyperns bezahlen. Bei Guthaben von unter 100’000 sind es rund 7%. Wer jedoch Cash zu Hause hat, wie ich es seit langem empfehle, bleibt vorerst verschont.
In Italien hat Monti allerdings schon länger das Zahlen mit Bargeld beschränkt. Beide Massnahmen – Sondersteuer und Barzahlungsbeschränkung – könnten auch zusammen eingeführt werden. Gleichzeitig will man jedoch auch die Wirtschaft ankurbeln und Wachstum schaffen. Die Absurdität dieser Massnahmen brauche ich kaum weiter auszuführen … Deflation pur, nun sogar durch die Politik aktivst herbeigeführt.

By |2013-03-16T13:53:06+00:00März 16th, 2013|Deflation, Gläubigerverzicht, Notenbanken, Politik, Wirtschaft|21 Comments

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MCO
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MCO

In diesem Zusammenhang machen auch die vor einigen Jahren veränderten Bank AGB in der BRD in Bezug auf Pfändung Sinn. Auch die durch „EDV Fehler“ verursachten landesweiten Ausfälle der Geldautomaten kann man damit anders deuten – aber das ist ja alles VT.
Wie ist eigentlich die Beteiligung der Guthabenbesitzer rechtlich in Zypern und anderswo gedeckt?
Es kommt wie es kommen muß, Schuldenabbau durch Gläubigerverzicht.

Jürgen Clasen
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Jürgen Clasen

Diese Sache entspricht meinem Kopfmodell. Es kommen finale Fehler. Das deutsche Sparer/Versicherungsschaf wird keine Schlüsse daraus ziehen, wenn ihm Bild kein Schreckgespenst vor die Augen hält. Die Abgabe ist eine Steuer, Vermögenssteuer, und mit ihr werden hoffentlich Schulden bedient bei Zins und Tilgung. Die Griechen sind an der Sache näher dran und bei dem üblen Zustand des Landes würde ich als Grieche schon überlegen, ob man das Geld nicht lieber zu Hause hat oder auf einem ausländischen Konto. Als F, E, I, P, IRL würde ich die Antennen ausríchten und die Eingangs-spannung genau im Auge behalten Freiwillig hat man das… Read more »

Blum
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Blum

Jeroen Dijsselbloem wirkte bei der der SNS-Bank offensichtlich mit, dass Anleihegläubiger beteiligt wurden, die Einlagen aber gesichert blieben. Auch die Ausfälle in Zypern hat er verkündet. In beiden Fällen ist er an der Offenlegung von Schwachstellen beteiligt. Kann man in ihm einen sehen, der das strategisch verfolgt, Realitäten zu kommunizieren? Ich frage mich allerdings, ob eine logische Reihenfolge irgendwann eingehalten wird: zuerst die Eigentümer, dann Anleihegläubiger und danach erst die An- und Einleger. Auch ist es wirklich seltsam, dass Kleinstanleger systematisch mit dran glauben müssen und Größtanleger nur kleinteilig mehr. Die Gefahr der unverhältnismässigen Benachteiligung der Wehrlosesten ist die von… Read more »

Ert
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Ert

Ich verstehe nicht wo das Problem ist – außer, das man es wie Herr Malik schreibt – schon jetzt so offen macht. Den aufgetürmten Geldforderungen der letzten Dekaden steht eben keine zukünftigen Ertragserwartungen bzw. Möglichkeiten und auch keine entsprechend bewerteten Eigentumstitel gegenüber. Nun muss man was machen. Mir stellt sich das so dar: – Geldforderungen ausbuchen (wie in Zypern) – Geldforderungen durch Pleiten streichen (der ‚Default‘ – darf aber nicht sein) – Reale, aber nicht nominale, Entwertung der Forderungen (umgangssprachlich Inflation – will aber nicht, geht auch nicht ohne neue Schuldner – oder man ‚Druckt‘ wirklich ohne Gegenbuchung!). Ggf. hauen… Read more »

Peter Koch
Gast
Peter Koch

Zitat: „In Italien hat allerdings Monti schon länger das Zahlen mit Bargeld beschränkt.“ Danke für den Hinweis. Das war mir bislang entgangen. Ein Streifzug durch alte Presseveröffentlichungen zeigt, dass die Mehrheit zumindest der deutschen Leitmedien nichts gemeldet hat. Anders als zB. in Österreich. Auch Spanien schränkt den Bargeldverkehr ein. Ebenso Schweden. Die Informationsfunktion der Blogs scheint immer wichtiger zu werden.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Reiche Südeuropäer sollen für die Euro-Krise zahlen, so Peter Bofinger, der als Wirtschaftsweiser sein Unwesen treibt,heute in der Welt. Also da muss ich mal ganz brutal in die drastischen Redewendungen der Kohlenpotts verfallen. Ach, Du meine Fresse, das Du da jetzt auch schon drauf gekommen bist, das relativ arme Schlucker hierzulande für die Parties der PIIGS bezahlen und die reichen Drietsäcke dort sich einen ins Fäustchen lachen über die Verblödung der Nettozahler. Sowas, lieber Herr Prof. Bofinger, nennt sich Lastenausgleich und es wurde hierzulande schon durchexerziert. Gerecht, geht es dabei leider nicht immer zu. Aber man bemüht sich und so… Read more »

Jürgen Klaus
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Jürgen Klaus

Spannende Zeiten bei denen nun neben der Zwangsabgabe, die wohl nicht zu vermeiden ist,
auch bald ein negativer Basiszinssatz für Bankeinlagen bei der EZB kommt.
Um nochmehr Zeit zu erkaufen, werden wohl als letzter schritt ein negativer Zins für die Sparer kommen.
Es werden wohl alle Maßnahme ergriffen die es gibt um die Rezzession zu vermeiden. Verschieb die Probleme auf Morgen, heute sind wir noch an der Regierung..