Neue all-time Highs an den US-Börsen. Was bedeutet das?

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Neue all-time Highs an den US-Börsen. Was bedeutet das?

Ende vergangener Woche (der Nasdaq schon vor 2 Wochen) haben die wichtigsten US-Indices neue Höchstkurse erreicht. Ist das ein Anzeichen dafür, dass nun alles zum Besten steht – oder kann es gerade das Gegenteil bedeuten? Es könnte beides sein. Es kommt darauf an. Worauf? Auf die Bedingungen, unter denen diese Bewegung stattfindet. Diesmal sind die Bedingungen so schlecht wie selten zuvor. Warum?
Ich greife nur die mir am wichtigsten erscheinenden drei Faktoren heraus:
Zum ersten: Die Sentiment Indikatoren für die Stimmungsmessung der Investoren stehen nahe der Höchststände, was für stabile weitere Aufwärtsbewegungen ein schlechtes Zeichen ist.
Zum zweiten zeigen die Charts ein sogenanntes „Ending Pattern“.
Und drittens, vielleicht am wichtigsten – die High-Low-Messung: In einem frischen, soliden Bull-Market steigen fast alle Aktien. In einem zu Ende gehenden, ermüdeten Bullmarket steigen immer weniger Aktien, und immer mehr beginnen bereits zu fallen. Dieses jüngste Alltime High kam zustande obwohl immer weniger Aktien mitgingen. Subtrahiert man von der Zahl der gestiegenen Aktien die Zahl der gesunkenen Aktien, dann  kommt man mit Mühe gerade noch auf Null.
Zu all dem kann man durchaus auch verschiedene Meinungen haben. Ich selbst jedoch denke, dass sich diese Anzeichen summieren zu einer akuten Sturmwarnung auf höchster Gefahrenstufe – zu einer Perfect-Storm-Warnung … Falls das so ist, dann würde der grösste geschichtliche Rückgang der Börsenwerte kurz bevorstehen. Das Muster passt zu den Regelmässigkeiten der Kondratieff-Zyklen und würde im Zuge der Grossen Transformation21 das bisherige Finanzsystem durch ein neues ablösen. Wie das vonstatten geht, hängt von den Methoden ab, die man für den Übergang einsetzt.

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Wolfgang Pfeifenberger
Gast

Der Nikkei schießt gegenwärtig ebenfalls in die Höhe, obwohl die japanische Wirtschaft sich im Abschwung befindet. Ein gegenüber dem Dollar extrem schwacher Yen trägt maßgeblich zur Verschlechterung der Außenhandelsbilanz bei. Man wird den Verdacht nicht los, dass selbst wenn irgendwann der Export wieder anstiege, die hohen Importkosten die Wertschöpfung sogleich wieder zunichte machen würden. Nur durch massive Effektivitätssteigerung gäbe es dann noch eine Gnadenfrist. Gegenwärtig droht die galloppierende Schwindsucht. Ich bin gespannt, wann die Deflation in Japan wieder zurückkehrt. Im Juli sank die Inflationsrate erstmalig wieder.

Herbert Saurugg
Gast

Die Meldung vom Dienstag: “Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre bisherige weltweite Konjunkturprognose am Montag dramatisch nach unten revidiert und warnt, dass es noch schlimmer kommen könnte: Die derzeitige „Euphorie“ an den Börsen beruhe wohl „wieder einmal“ auf falscher Risikobewertung, weshalb eine „jähe Kurskorrektur“ drohe. In anderen Worten: ein Crash. „Eine Inflation nahe null erhöht auch klar das Risiko, in eine Deflation zu fallen, was die Stagnation verfestigen und die Schuldenlast erhöhen könnte“, so die OECD.” http://orf.at/stories/2245790/2245793/ hat offensichtlich kaum jemand gelesen. Ganz im Gegenteil, die Kurse sind nach oben geschossen. Ich teile Ihre Einschätzung für… Weiterlesen »

André Werner
Gast
André Werner

Herr Professor Malik, erlauben Sie dazu bitte zwei Fragen. 1) was genau meinen Sie mit Ending Pattern? (Das „Hochkriechen“ im Chart-Keil der letzten Jahre und die dort nahende Mausefalle oder etwas Anderes? 2) über welchen Zeitraum würde sich wahrscheinlich ein solcher Niedergang abspielen (also nicht Beginn sondern Dauer)? Danke & Gruß!

kohlmann
Gast
kohlmann

Sehr geehrter Herr Malik,
ist die Deflation ein (maschineller) Mechanismus oder ist sie rein die Kaufzurückhaltung von Konsumenten und Unternehmen? Wenn letzteres der Fall ist, wäre sie dann nicht durch einen Placeboeffekt aufhaltbar? Wenn die Unternehmen, Banken und Konsumenten theoretisch nicht wüßten, wie hoch ihre jeweiligen Tausch- bzw. Handelspartner (ebenfalls) verschuldet sind, dann würden sie doch wie immer wirtschaften und die Ökonomie würde laufen?
Viele Grüße

kohlmann
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kohlmann

.. ich frage deshalb. weil mir die Zeit schon zu lang vorkommt – es hätte seit sommer 2011 längst wieder einen aktienmarkteinbruch geben müssen. mir scheint, als ob bei den bänkern, sowie unternehmen und konsumenten die makrolage langsam aber sicher immer mehr durchsickert. wenn sie die lage aber seit 2008 bzw. 2011 gewußt hätten, hätte doch jeder sofort bardollar gekauft und es hätte sofort einen crash gegeben????

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Herr Prof. Malik, wir haben das schon mehrfach durch dekliniert. Von den Stimmungsindikatoren, Wertpapierkrediten, Cashreserven der Fonds her, ist die „Bude“ sturmreif. Jetzt kommen die Dinge dazu die Sie aktuell anführen. Weiteres die stürmischen IPOs der letzten Tage. Weitere sind im Rohr. Der Turm der wackelt, der Turm der wackelt- aber er fällt nicht um. Was mich umtreibt ist, die Einflussfaktoren zu finden, die den baufälligen Bau am Leben erhalten. Wir haben historisch den Anleihenmarkt als Gegenspieler des Aktienmarktes. Und die Renditen sind hier so niedrig, wie nie zuvor in der Börsengeschichte. Aus einer Aktie zu gehen, die sich mit… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Kein einziger Waffenfund in acht Jahren Einsatz. Auf dem türkisblauen Mittelmeer wird Deutschland zuweilen mit Sonnenbrille verteidigt. Wie sinnvoll ist die Unifil-Mission der Bundeswehr? Ja, das habe ich auch erwartet. Welches Schiff meldet dieser Truppe, ja wir haben Waffen an Bord und bringen sie der Hisbollah. Soviel Naivität grenzt an Blödheit. Zeit da-rüber nachzudenken, was geschieht eigentlich weltweit mit den Rüstungs-ausgaben ? Welche ökonomischen Wirkungen gehen davon aus. Die USA geben zweifellos am meisten aus. Wie ich lese, 1 Billion in 30 Jahren für neue Atombomben. Sowas braucht man, um gegen andere Atommächte zu rüsten, die wiederum gegenrüsten. Diese militärischen… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Es knarzt im Gebälk…
Weltonline:
„In Deutschland geht die Angst vor der Rezession um
Beim Musterschüler der Euro-Zone bricht im August nach der Zahl der Auftragseingänge auch die Industrieproduktion um vier Prozent ein. So schlimm war es seit Januar 2009 nicht mehr.“
Es zahlt sich auch nicht aus, in der verlorenen Ukrainesache den dicken
Otto zu machen. Am Ende einigen sich beide Seiten und wir haben den Schaden. Es ist auffällig ruhig geworden und auf die letzte Seite verbannt worden Dabei könnte unsere Investitionsgüterindustrie ohne Ende nach Russland liefern. Die alternativlose Politik fährt gerade gegen die Wand.

Herbert Saurugg
Gast

Der Dax ist aktuell (15.03.15) bei 11.945 Punkten. Die akute Sturmwarnung wurde hier bei 9.600 Punkten ausgegeben. Unglaublich, wie überdehnbar dieses System zu sein scheint. Die 12.000 Punkte werden wohl noch erreicht werden … aber dann?
Dazu wird auch der kommende Freitag, 20. März, spannend. Die Sonnenfinsternis dürfte unser Stromversorgungssystem ziemlich an die Belastungsgrenze bringen. Es laufen zwar umfangreiche Vorbereitungen, um das Worst-Case-Szenario zu verhindern, aber es bleibt ein signifikantes Restrisiko (mehr dazu auf http://www.saurugg.net/2015/blog/newsletter/vuk-sonderinformation-1-20-maerz-2015). Ein Blackout würde wohl auch die Börsenrally beenden.
Hier wie dort gilt die Frage, wären wir darauf vorbereitet?

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Die gleichgültige und ignorante Gesellschaft erkennt immer nur die Probleme, wenn sie auftreten. Das ist generell so. Obwohl es das Buch „Blackout“ auf die Bestellerliste geschafft hat, und somit ein Problembewußtsein vorhanden sein müßte, werden die Politiker von diesen Leuten nicht richtig gefordert. Die da „Oben“ werden es schon richten. Als Laie kann ich nicht beurteilen, wie umfangreich Solaranlagen durch die Netzleittechnik in solchen Fällen einfach abgeschaltet oder gedrosselt werden können. Nach einigen Tagen wird aber wieder Normalbetrieb herrschen. Die Börsen dürften auch nicht unbeschadet davon kommen. Heißt also, am 20.03. sollte man in größerem Umfang Cash sein. Das kostet… Weiterlesen »

Herbert Saurugg
Gast

„Blackout“ ist ein Erfolg, aber „die da oben“ haben leider nicht viel gerichtet … Ich kenne Marc Elsberg persönlich ;-). Die PV-Anlagen können von der Netzleittechnik nicht abgeschaltet werden, da das nicht vorgesehen ist. Es gab/gibt die Möglichkeit, die Wechselrichter bei 50,2 Hz vom Netz zu trennen – aber da hat man lange verschlafen und eine brandgefährliche Sollbruchstelle geschaffen. Wenn nämlich x GW zeitgleich vom Netz gehen und kurze Zeit darauf wieder zuschalten, war es das. Und dies ist eines der größten Risiken, auch wenn in Deutschland viele Anlagen nachgerüstet wurden – aber nicht im restlichen Europa. > Nach einigen… Weiterlesen »

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Eine realistische Zahl nenne ich hier nicht, weil sie so unglaublich gering ist und deshalb in meinen Augen die Wahrscheinlichkeit zunimmt, das es passiert. Aus diesem Blickwinkel haben wir ein völlig falsches Netz, ohne die nötige Redundanz gebaut bzw Dezentralisierung. Das kommt dabei heraus, wenn man den Experten aufgibt möglichst billig zu bauen. Sicherheit kostet aber Geld, ohne jede Ausnahme. Billig wird am Ende meist teuer, das dürfte schon jeder im Leben erfahren haben.

Jürgen Clasen
Gast
Jürgen Clasen

Defekt in Hochspannungstation Stromausfall in Niederlanden stoppt Flüge und Züge
Weite Teile der Niederlande sind ohne Strom. Betroffen ist auch die Hauptstadt Amsterdam und der dortige Flughafen sowie mehrere Krankenhäuser, auch der Zugverkehr steht teilweise still. Epizentrum ist eine Hochspannungstation.
Wenn selbige zerstört wird, braucht es Tage, Monate bis es wieder läuft. Es ist keine VT, wenn man wenigstens einen kleinen Vorrat hält, den man laufend verbraucht und wieder ersetzt.

Herbert Saurugg
Gast

Ja, die Eilmeldung hat bei einigen Teilnehmern des World Cafés zum Thema „Vorbereitung auf ein Blackout“ Gänsehaut hervorgerufen.
Es ist wieder mal glimpflich ausgegangen. Mich hat die Einstellung des Flugverkehrs nach so kurzer Zeit überrascht, da man mir bisher aus diesem Bereich versichert hat, dass man wochenlang den Flugbetrieb aufrecht erhalten könne … man hat wohl zu wenig die Auswirkungen auf dem Boden mitbedacht … Flughäfen werden rasch zum Hotspot von gestrandeten Passagieren.
Vorbereitet sein … ist sicher nicht verkehrt.

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