Jubelmeldungen ändern nichts an wirtschaftlichen Tatsachen

Leise und zögerlich schleichen sich nüchterne Tatsachen in die geradezu euphorischen Jubelmeldungen der letzten Wochen über das Ende der Krise und den unmittelbar bevorstehenden unaufhaltsamen Höhenflug der Aktienmärkte.
Die ökonomischen Zahlen sind nicht gut! Die allgemeine Stimmung und die Jubelmeldungen in vielen Medien sind selbst deutliche Anzeichen, dass die Höhepunkte bevorstehen oder bereits überschritten sind. Es ist grosse Vorsicht geboten, denn was alle für wahr halten, ist nur selten richtig.
Wie ich öfter im Blog geschrieben habe: Nicht die Daten selbst sind entscheidend, sondern ihre Bedeutung. Wenn die Stimmungsindikatoren auf All Time Highs stehen, und die flüssigen Mittel der Funds beinahe auf All Time Low, dann sagt das gerade nicht aus, dass es nun so weiter nach oben geht, sondern dass wir an der Decke anstossen, weil unter anderem die zugeflossenen Mittel bereits voll investiert sind, und daher also keine Reserven mehr für weitere starke Preisschübe nach oben vorhanden sind. Dies sind nur zwei von vielen anderen Indikatoren, deren Botschaft dieselbe ist: Vorsicht und nicht auf Medien und Mehrheiten hören.

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Brandmann
Gast
Brandmann

Sehr geehrter Herr Professor Malik, die von Ihnen diagnostizierte Jubelstimmung und Euphorie kann ich nirgends erkennen. Im Gegenteil: Die große Krise ist immer und überall in (fast) aller Munde. Die herrschende Meinung ist bei uns ganz überwiegend pessimistisch, der Weltuntergang auf die eine oder andere Art praktisch beschlossene Sache (Alterung, Neue Eiszeit, Waldsterben, Aids, Ozonloch, BSE, Klimaerwärmung, Kapitalismus usw.) Vor diesem Hintergrund sind auch die jüngsten Stimmungsindikatoren zu sehen. Es gibt nirgends eine blinde Aktieneuphorie (und die Unternehmensbewertungen sind weit weg von ihren Allzeithochs!) Alles, was die Indikatoren tatsächlich zeigen, ist die Flucht aus den Rentenmärkten. Bezeichnend vielleicht auch: Das… Read more »

dr.achim weyers
Gast
dr.achim weyers

Glueckwunsch Herr Professor Malik, als Kontraindikator sind Sie wirklich
unerreicht. Seit zweieinhalb Jahren schreiben Sie hier von einem bervorstehenden Einbruch der Kurse. Seitdem ist der Dax um mehr als 2000
Punkte gestiegen. Und heute, puenktlich zu Ihrem Kommentar um weitere
150 Punkte.
Gruss !

KMB
Gast

wir haben gelernt, daß Umstrukturierungen im Hinblick auf die kommenden möglichen Veränderungen sehr viel mehr Zeit benötigten als wir dachten. Ein Haus ist z.b. unter Umständen erst binnen zwei Jahren verkauft. Winterholz zum Heizen muss zwei-drei Jahre vorher geschlagen + getrocknet werden- im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Es ist ein überraschender Lernprozess “learning by doing“.

NPuls
Gast
NPuls

Sehr geehrter Herr Dr. Weyers, möglicherweise ist es nur Wenigen bekannt, dass Prof. Malik seit >24 Jahren vor ganz bestimmten Entwicklungen warnt bzw. darauf aufmerksam macht. Gut in Erinnerung ist mir die Beschreibung des typisierten Verlaufs eines exponentiellen Wachstums, bei dem ein Wert von Low-Level startend nach einer Superperformance auf seine Ausgangsbasis zurückfällt. Das Wissen um solche Kurven zählt m.E. zu den Kybernetik-Basics, meist erläutert am Beispiel des Heuschreckenschwarms. Für die Betrachtung des DAX-30 stellen Sie mal auf http://www.finanzen.net/index/DAX/Historisch den Zeitraum von 01.01.1998 bis 25.02.2013 ein. Mit ein wenig Phantasie sind zwei Expokurven ablesbar. Für die Dritte, d.h. den jetzigen… Read more »